Vulkanausbruch am Shiveluch beeinträchtigt Flugverkehr

Shiveluch erzeugte starke Explosion – Vulkanasche stieg bis auf über 10 km Höhe auf, Alarmstufe Rot für den Flugverkehr

Am Vulkan Shiveluch auf Kamtschatka kam es heute zu einer stärkeren Explosion, bei der Vulkanasche bis zu 10.700 Meter hoch aufstieg. Nach Angaben der Vulkanologen bewegte sich eine Aschewolke zunächst 50 Kilometer nach Osten und dehnte sich dann im Verlauf des Vormittags über 200 Kilometer in nordöstliche und nordwestliche Richtungen aus. Es wurden mehrere VONA-Warnungen veröffentlicht, nach denen der Alarmstatus für den Flugverkehr auf „Rot“ angehoben wurde.

Laut Medienberichten wurde der Flugverkehr tatsächlich beeinträchtigt und es wurden Flugrouten geändert, was für Verspätungen sorgte. Der Vulkan gehört zu den aktivsten Feuerbergen der Region und liegt etwa 450 Kilometer von Petropawlowsk-Kamtschatski entfernt.

Bilder dokumentierten die Eruption, die bei gutem und fast windstillem Wetter stattfand, so dass die Aschewolke zunächst senkrecht aufsteigen konnte, bevor sie in der Höhe verdriftet wurde.

Das VAAC Tokyo kommunizierte, dass neue Warnmeldungen ausgegeben werden, sobald sich die Bedingungen wesentlich verändern. Weitere Beobachtungen werden fortlaufend durchgeführt, da die Eruption noch nicht abgeklungen ist. Die jüngsten Flugwarnungen unterstreichen die potenzielle Gefährdung für die Luftfahrt, da sich die Asche in mehreren Schichten über Hunderte Kilometer ausbreiten kann. Beobachter verweisen auf sich schnell ändernde Wetter- und Windsysteme, die die Verteilung der Partikel rasch verändern können.

Die Vulkanologen von KVERT schließen stärkere Explosionen mit Aschesäulen bis zu zwölf Kilometern Höhe nicht aus. Die derzeitige Situation wird als dynamisch bewertet, da sowohl seismische Signale als auch thermische Anomalien auf anhaltende Magmabewegungen hinweisen.

Die aktuelle Eruptionsphase wird nicht nur durch explosive Eruptionen dominiert, sondern vor allem von einem wachsenden Lavadom, in dessen nördlichem Bereich sich ein neuer Lavakörper bildet. Neue Satellitenbilder zeigen im Infrarotbereich eine thermische Anomalie in diesem Bereich. Von dem Lavablock geht ein erhöhtes Risiko für Kollapsereignisse aus, so dass auch Schuttlawinen und Dichteströme entstehen können. Das Domwachstum wird zudem von starkem Gasausstoß begleitet.