Vulkanausbruch am Lewotobi Laki-laki fördert Aschewolken

Lewotobi Laki-laki bleibt aktiv – Mehrere Ascheeruptionen am 8. Juni registriert

Der indonesische Vulkan Lewotobi Laki-laki liegt im Südosten der Insel Flores und hat am Montag erneut eine Phase erhöhter Aktivität durchlebt. Innerhalb weniger Stunden wurden 10 Eruptionen registriert, die Aschewolken mehrere Kilometer hoch in die Atmosphäre schleuderten. Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG sowie das VAAC Darwin beobachteten die Entwicklung lückenlos.

Lewotobi

Der stärkste dokumentierte Vulkanausbruch ereignete sich um 13:12 Uhr Ortszeit (WITA). Dabei stieg die Aschesäule etwa 2.200 Meter über den Krater auf und erreichte eine Höhe von 3.784 Metern über dem Meeresspiegel. Beobachter beschrieben die Wolke als dicht und grau, mit einer Ausbreitung nach Westen und Nordwesten. Das Ereignis wurde von einem seismischen Signal mit einer maximalen Amplitude von 47,3 Millimetern und einer Dauer von 83 Sekunden begleitet.

Eine weitere hervorragende Eruption manifestierte sich um 18:14 Uhr WITA. Die dabei freigesetzte Asche erreichte eine Höhe von etwa 1.500 Metern über dem Gipfel beziehungsweise 3.084 Meter über dem Meeresspiegel. Auch diese Eruptionswolke driftete nach Westen und Nordwesten. Die seismischen Messgeräte registrierten eine maximale Amplitude von 29,6 Millimetern bei einer Dauer von 202 Sekunden.

Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten zudem eine vulkanische Aschewolke bis in eine Höhe von etwa 3.700 Metern (Flughöhe120). Diese bewegte sich mit 18 km/h westwärts und könnte den regionalen Luftverkehr beeinträchtigen.

Satelliten detektieren auch immer wieder thermische Anomalien im Krater, so wie zuletzt am 6. Juni, als das hier gezeigte Foto entstand, indem die thermische Anomalie aus dem Infrarotspektrum in ein Bild im visuellen Lichtspektrum intergeriert wurde.



Bereits in den 24 Stunden zuvor registrierten die Messgeräte der Geoforscher erhöhte Aktivität: Neben drei Eruptionsbeben wurden ein Ausgasungsereignis, zwei nicht-harmonische Tremorphasen, ein niederfrequentes vulkanisches Erdbeben sowie ein vulkanotektonisches Tiefenbeben registriert. Zudem wurde ein entferntes tektonisches Erdbeben aufgezeichnet.

Die Behörden halten an den bestehenden Sicherheitsmaßnahmen fest. Für die Bevölkerung und Besucher gilt weiterhin ein Sperrbereich von fünf Kilometern um den Krater. Darüber hinaus wird vor möglichen Laharen gewarnt, die bei starken Niederschlägen entlang der vom Vulkan ausgehenden Flusstäler entstehen können.

Die aktuell Eruptionsphase der Lewotobi Laki-laki begann im Dezember 2023 und hält seitdem bei fluktuierender Intensität an. Es wechseln sich ruhigere und lebhaftere Phasen ab. Gelegentlich kommt es dabei zu stärkeren Ausbrüchen, die eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen können.