Puracé stößt Aschewolke bis auf 6.700 Meter Höhe aus – anhaltende Aktivität im Coconucos-Vulkankomplex
Das VAAC Washington hat am 8. Juni 2026 eine VONA-Warnung für den Vulkan Puracé in Kolumbien herausgegeben. Demnach steigerte sich die Aktivität am Vulkan, der seit Wochen permanent Asche ausstößt: Die Eruptionswolke ist heute bis auf eine Höhe von 6.700 Metern über dem Meeresspiegel aufgestiegen und hat sich in nordwestlicher Richtung ausgebreitet. Satellitenbilder, Webcam-Daten und Modellrechnungen bestätigen die fortgesetzte Aktivität im Vulkansystem der Coconucos-Kette.

Gemäß den Beobachtungen des Servicio Geológico Colombiano (SGC) zeigte die Aktivität des Puracé zwischen dem 26. Mai und dem 1. Juni eine deutliche Variabilität, von der besonders die seismischen Werte betroffen waren. Besonders auffällig war ein zunehmender kontinuierlicher Tremor in geringer Tiefe von weniger als drei Kilometern, der mit Fluidbewegungen und Gasfreisetzungen im Fördersystem in Verbindung steht.
In dieser Phase kam es wiederholt zu Ascheausstößen aus dem Krater des Puracé. Die Eruptionssäulen erreichten dabei Höhen von bis zu zwei Kilometern über dem Gipfel – das zeigt, dass es auch bereits in der Vorwoche ähnlich starke Pulse wie heute gab, auch wenn die VONA-Warnungen der letzten Woche keine Asche in Höhen von mehr als 6000 m anzeigten.
Das seismische Netzwerk des SGV registrierte zahlreiche flache vulkanotektonische Erdbeben mit Tiefen zwischen ein und drei Kilometern sowie geringen Magnituden unter 1. Satellitendaten zeigten zudem weiterhin thermische Anomalien im Kraterbereich und an fumarolischen Zonen. Auch die Emission von Schwefeldioxid (SO₂) blieb während des Beobachtungszeitraums erhöht. Neigungsmesser und GNSS-Stationen registrierten eine leichte Zunahme der Bodenverformung im Bereich Puracé–Piocollo–Curiquinga.
In der Gesamtbewertung kommt das SGC zu dem Schluss, dass das System weiterhin aktiv ist und eine hohe Dynamik zeigt. Die aktuelle VONA-Warnung bestätigt diese Einschätzung: Der Puracé befindet sich auf hohem Aktivitätsniveau nahezu kontinuierlicher Ascheemissionen, die sich phasenweise verstärken. Die Behörden warnen daher weiterhin vor dem Aufstieg in die Hochlagen des Vulkankomplexes und empfehlen, die offizielle Lageentwicklung aufmerksam zu verfolgen.