Aschephase am Mayon nach verstärkter Seismizität – Druck im Fördersystem könnte wieder steigen
Der philippinische Schichtvulkan Mayon bleibt auch am 189. Tag seiner überwiegend effusiven Eruption hochaktiv. Am Morgen des 13. Juli dokumentierten Beobachter des Vulkaninstituts PHIVOLCS kurzlebige Lavafontänen und Ascheemissionen aus dem Gipfelkrater. Darüber hinaus speist der wachsende Lavadom weiterhin Lavaströme, die durch die Schluchten Basud, Bonga und Mi-isi fließen und Längen von bis zu 3,8 Kilometern erreichen. Begleitet wird die Aktivität von Steinschlägen und pyroklastischen Dichteströmen, die lokal als „uson“ bezeichnet werden.

Am 13. Juli stieg um 01:13 UTC eine Aschewolke bis auf etwa 2,7 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel auf. Aufgrund dichter Bewölkung konnte die Wolke auf Satellitenbildern nicht eindeutig nachgewiesen werden. Livecams dokumentierten jedoch die intensive Fontänenphase, wie sie von den Vulkanbeobachtern vor Ort bezeichnet wurde. Die Aufnahmen zeigen, wie Asche mit relativ hohem Druck aus dem Dom ausgestoßen wird. Zwar wurden auch rotglühende Schlacken gefördert, doch meiner Einschätzung nach war das Geschehen noch weit von einer echten Lavafontäne entfernt, wie sie die Beschreibung des Ereignisses in einem PHIVOLCS-Beitrag in den sozialen Medien suggeriert.
Die geophysikalischen Daten sprechen weiterhin für eine Verstärkung der Eruption, die in den vergangenen Wochen etwas nachgelassen hatte. Innerhalb von 24 Stunden registrierten die Messstationen 92 vulkanotektonische Erdbeben sowie 299 Signale von Steinschlägen. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag zuletzt bei 5.840 Tonnen pro Tag – ein sehr hoher Wert, der deutlich über den Messungen der Vorwoche liegt, als an den meisten Tagen rund 2.000 Tonnen SO₂ emittiert wurden. Ein erster signifikanter Anstieg der Schwefeldioxid-Emissionen wurde bereits am 10. Juli registriert, als mehr als 7.000 Tonnen des vulkanischen Gases gemessen wurden. Einen Tag später verdoppelte sich dieser Wert nahezu auf rund 13.100 Tonnen SO₂. Der hohe Schwefeldioxid-Ausstoß deutet darauf hin, dass vermehrt Magma im Fördersystem aufsteigt oder bereits den Lavadom erreicht. Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit größerer pyroklastischer Dichteströme deutlich an.
Zudem zeigen Messungen der Bodenverformung eine kurzfristige Deflation des Vulkangebäudes, während gleichzeitig an der Nordostflanke eine Inflation registriert wird. Auch diese Entwicklung könnte auf eine erneute Intensivierung der Aktivität hindeuten.
Für den etwa 2.460 Meter hohen Vulkan gilt weiterhin Alarmstufe 3, die auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit weiterer explosiver Eruptionen hinweist. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone mit einem Radius von sechs Kilometern bleibt untersagt. Auch der Luftverkehr sollte den Gipfelbereich meiden, da jederzeit Ascheeruptionen, stärkere Lavafontänen, ballistische Blöcke oder neue pyroklastische Dichteströme auftreten können. Hinzu kommt während der Regenzeit die Gefahr von Laharen, wenn lockere Asche und vulkanisches Geröll durch starke Niederschläge mobilisiert werden.