Erneuter Ausbruch am Vulkan Sakurajima – Aschewolke steigt gut 3.300 m hoch auf
Der japanische Vulkan Sakurajima auf der Insel Kyūshū ist auch heute ungewöhnlich aktiv und hat Aschewolken bis in eine Höhe von gut 3.300 Metern über dem Meeresspiegel ausgestoßen. Nach Angaben der japanischen Meteorologischen Behörde ereignete sich die jüngste Eruption am 29. Juli 2026 um 23:13 Uhr Ortszeit (14:13 UTC). Der Vulkanasche-Warndienst des VAAC Tokyo bestätigte den Ausbruch wenige Minuten später anhand von Satellitenbeobachtungen des Wettersatelliten Himawari-9. Die Eruption war auch auf Livecam-Aufnahmen zu erahnen gewesen, fand allerdings unter völliger Abwesenheit rotglühender Tephra statt. Auch vulkanische Blitze fehlten.
Im letzten Blogartikel schrieb ich noch im Zusammenhang mit den Pyrocumulonimbus-Wolken in den Waldbrandgebieten Südwesteuropas über Blitze, die von Nichtgewitterwolken ausgehen, und dachte dabei auch an den Sakurajima, der bis vor wenigen Jahren für seine intensiven vulkanischen Gewitter bekannt war. Nun muss ich in diesem Zusammenhang verkünden, dass diese Phase am Sakurajima offensichtlich zu Ende ist. Die aktuellen Eruptionen erzeugen zwar relativ viel Asche, aber diese wird mit wenig Rumms gefördert, so dass es nicht zur elektrischen Ladungstrennung in den Eruptionswolken kommt. Auch das Fehlen rotglühender Pyroklastika ist ein Indiz dafür, dass der Gasdruck nachgelassen hat bzw. dass die Schmelze relativ tief im Fördersystem steht, so dass etwaige rotglühende Brocken nicht über den Kraterrand hinaus aufsteigen.
Während die früheren Blitzwolken von dem seitlich gelegenen Showadake ausgingen, erfolgen die Eruptionen der letzten Jahre aus dem Gipfelkrater Minamidake. Die Aschewolke erreichte nach Angaben der JMA eine Höhe von etwa 2.200 Metern über dem Kraterrand, was einer Höhe der Eruptionswolke über dem Meeresspiegel von ungefähr 10.700 Fuß (rund 3.260 Meter) entspricht. Die ausgestoßene Vulkanasche driftete aufgrund der vorherrschenden Windströmung in südöstliche Richtung.
Auffällig ist, dass noch Stunden nach der eigentlichen explosiven Eruption Asche emittiert wird, so dass es besonders in Windrichtung zu starkem Ascheniederschlag kommt. Daher warnt die JMA vor diesen Ascheablagerungen und davor, dass die Sicht eingeschränkt sein kann und Fahrzeuge sowie Gebäude durch die feinen Partikel belastet werden.