
Spektakulärer Feuerball am Mayon: Meteorisches Schauspiel trifft auf einen der aktivsten Vulkane der Welt
Ein spektakulärer Feuerball hat am späten Abend des 25. Mai 2026 den Himmel über dem philippinischen Vulkan Mayon erleuchtet und zunächst für Verwirrung bei Vulkanbeobachtern und Behörden gesorgt. Das helle Objekt wurde um 22:33 Uhr Ortszeit von mehreren Überwachungskameras gefilmt, als es scheinbar hinter dem ikonischen und nahezu perfekt geformten Vulkankegel herabstürzte. Erste Einschätzungen deuteten auf einen möglichen Einschlag des Meteoriten hin, bevor die philippinische Vulkanbehörde PHIVOLCS Entwarnung gab: Der Meteoroid zerfiel vollständig in der Atmosphäre.
Feuerbälle entstehen, wenn größere Meteoroiden aus dem All mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintreten. Durch die extreme Reibung mit Luftmolekülen erhitzen sie sich innerhalb von Sekundenbruchteilen auf mehrere tausend Grad Celsius. Dabei verdampft das Gestein, während die umgebende Luft ionisiert wird. Diese Plasmaleuchterscheinung erzeugt den charakteristischen, oft grünlich oder weißlich strahlenden Lichtstreifen, der heller sein kann als der Planet Venus. Besonders helle Exemplare werden als Feuerbälle bezeichnet und können sogar Explosionen in der Atmosphäre verursachen.
Die spektakuläre Leuchterscheinung sorgte unter der Bevölkerung für Verwirrung und weckte im ersten Moment Sorgen, der Vulkan könne eine größere Explosion erzeugt haben. Doch die Situation klärte sich relativ schnell auf.
Der Zeitpunkt des Ereignisses ist besonders interessant, da sich der Mayon derzeit in einer Phase intensiver Aktivität befindet und deshalb zahlreiche Kameras auf ihn gerichtet sind. Laut PHIVOLCS steht der Vulkan aktuell auf Alarmstufe 3, die erhöhte vulkanische Unruhe signalisiert. Ursache dafür ist das Wachstum eines Lavadoms im Krater. Beobachtet werden Lavaströme in mehreren Schluchten mit Längen zwischen 1,8 und 3,8 Kilometern. Teilweise sind diese auf den Aufnahmen des Boliden gut zu erkennen.
Zusätzlich wurden innerhalb von 24 Stunden 57 vulkanische Erdbeben registriert, darunter langanhaltende Tremorphasen von bis zu 80 Minuten. Weitere 286 seismische Signale standen im Zusammenhang mit Schuttlawinen, während acht Signale durch pyroklastische Dichteströme erzeugt wurden. Außerdem kam es zu schwacher strombolianischer Aktivität aus Schloten, die den Lavadom durchbrechen.
Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag in den vergangenen 24 Stunden bei 1.124 Tonnen pro Tag. Gleichzeitig stieg eine schwache, aber konstante Dampfsäule bis zu 300 Meter über den Krater auf und driftete westwärts. Auch die bereits bekannte Inflation des Vulkangebäudes hält weiterhin an.
Dass der Meteor ausgerechnet über diesem aktiven Vulkan sichtbar wurde, ist nach Angaben von Experten reiner Zufall – ein seltenes Zusammentreffen zweier hochenergetischer Naturphänomene, das den Himmel über Luzon für wenige Sekunden in eine außergewöhnliche Kulisse verwandelte.