Unruhige Vulkane auf Kamtschatka: Shiveluch stößt Asche kilometerhoch aus
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka bleibt die vulkanische Aktivität hoch. Besonders der im Norden gelegene Shiveluch ist weiterhin äußerst aktiv. Satellitendaten des VAAC Tokio registrierten am 24. Mai gegen 11:20 UTC eine Aschewolke, die sich mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h südwärts bewegte. Die Eruptionswolke erreichte Höhen von bis zu 9,8 Kilometern über dem Meeresspiegel.

Shiveluch zählt zu den aktivsten Vulkanen des eurasischen Kontinents. Der derzeitige eruptive Zyklus wird von einem kontinuierlichen Wachstum des Lavadoms dominiert, der nach der Zerstörung des Vorgängers im Jahr 2023 einsetzte. Die aktuelle Eruptionsphase begann bereits 1999.
Vulkanologen des Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) berichten, dass sich im nördlichen Teil des Doms weiterhin ein neuer Lavablock aufbaut. Gleichzeitig treten starke Gas- und Dampffontänen auf, die immer wieder explosive Episoden auslösen können.
Bereits am 22. März und zuletzt am 20. Mai hatten besonders starke Ausbrüche Aufmerksamkeit erregt: Explosionen schleuderten Asche bis in eine Höhe von etwa 11 Kilometern. Die Aschewolke legte anschließend mehr als 2.500 Kilometer in südöstliche Richtung zurück. Auch ein weiterer explosiver Ausbruch am 22. Mai erzeugte eine Aschefahne, die sich fast 1.800 Kilometer ostsüdöstlich des Vulkans nachweisen ließ. Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind jederzeit Explosionen möglich, die Asche bis auf rund 12 Kilometer Höhe transportieren könnten. Sie stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko für den internationalen Flugverkehr in der Region dar.
Doch nicht nur der Shiveluch ist aktiv. Südlich davon setzt der Bezymianny seine effusive Phase fort, während derer es auch immer wieder zu Ascheemissionen kommt. Das Domwachstum wird von intensiven Gas- und Dampfausstößen begleitet. Nach einem explosiven Ereignis am 18. Mai wurde eine Aschewolke mehr als 2.850 Kilometer weit ostsüdöstlich des Vulkans verfolgt. Die Warnstufe bleibt auf Gelb.
Ebenfalls ungewöhnlich aktiv zeigt sich der Krasheninnikov, dessen Eruption im letzten Sommer nach einem Megaerdbeben der Magnitude 8,8 begann. An dessen Nordkegel fließen derzeit Lavaströme die Ostflanke hinab. Satelliten erfassen zudem eine ausgeprägte thermische Anomalie sowie anhaltende Gas- und Dampfausstöße.
Die Häufung gleich mehrerer aktiver Feuerberge verdeutlicht, dass Kamtschatka derzeit wieder eine besonders dynamische vulkanische Phase durchlebt. Ruhig hingegen ist der Ebeko geworden, der südlich von Kamtschatka auf der Kurileninsel Paramuschir liegt. Er scheint seine Aktivität infolge des starken Erdbebens vom 30. Juli 2025 eingestellt zu haben.