Wandan-Schlammvulkan in Taiwan ausgebrochen

Eine Meldung aus Taiwan betrifft den Schlammvulkan Wandan.

Zusammenfassung:

  • In Taiwan brach der Schlammvulkan Wandan aus
  • Er eruptierte direkt an einer Gebäudemauer
  • Vor- und Nach der Eruption gab es Erdbeben

In Taiwan ist der Schlammvulkan Wandan ausgebrochen. Laut des Nachrichtensenders CNA, manifestierte sich die Eruption am Freitagmorgen, in der Nähe eines Tempels in der Gemeinde Wandan. Der Ort ist Namensgeber für den Schlammvulkan und liegt im Bezirk Pingtung. Dieser befindet sich im Südwesten Taiwans, ein gutes Stück von den Vulkangebieten im Norden entfernt. Tatsächlich steht der Schlammvulkan auch nicht in Verbindung mit dem Vulkanismus, sondern in Zusammenhang mit einem Methangasvorkommen. Der Wandan Schlammvulkan ist wohlbekannt und eruptiert periodisch. allerdings wandert sein Eruptionszentrum, ähnlich, wie man es vom Niland-Geysir am Salton See her kennt.

Zuletzt gab es in Wandan am 21. Oktober 2021 eine Schlammeruption. Der Schlammvulkan bricht in der Regel ein- bis dreimal pro Jahr aus. Normalerweise wird versucht, das freigesetzte Methangas abzufackeln, damit es sich nicht in senken sammeln kann und um die Explosionsgefahr zu vermindern. Da es diesmal in der Nähe des Tempels austrat, wurde darauf verzichtet. Auf den Fotos ist zu erkennen, dass der Schlammvulkan direkt an einer Gebäudemauer ausbrach. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Tempel.

Der Wandan-Schlammvulkan eruptierte seinen Schlamm mehrere Meter hoch, ungefähr bis auf Höhe des ersten Stockwerks des Gebäudes. Der Schlamm spritzte auf Straßen und überflutete Felder. Es wurden Bagger geordert, die Entwässerungsgräben ziehen sollen.

Beeinflussen Erdbeben das Geschehen am Wandan-Schlammvulkan?

Interessanterweise ereignete sich kurz nach der Eruption ein Erdbeben der Magnitude 5,7, das die Region um die Südspitze Taiwans erschütterte. Besorgte Bürger fragten nach einem Zusammenhang zwischen Eruption und Erdbeben. Chen Kuo-Chang, Direktor des Seismologischen Amtes Taiwans dementierte einen Zusammenhang. Chen sagte, das Erdbeben habe sich in den Gewässern 30 Kilometer vor der Küste von Eluanbi, dem südlichsten Punkt Taiwans, mehr als 100 Kilometer von Wannei entfernt, ereignet und sei durch das Absinken und die Kompression der tektonischen Platten in der Nähe des unterseeischen Pingtung-Rückens ausgelöst worden. Interessant ist aber, dass es am 4. April ein Erdbeben M 4,6 gab, dass sich in nur 40 km Entfernung zum Schlammvulkan zutrug. Ich halte es für durchaus möglich, dass es einen Zusammenhang zwischen den tektonischen Prozesse der Region, und den Eruptionen des Schlammvulkans gibt: Erdbeben könnten Druck auf das Gasreservoire verursachen und die Freisetzung des Methans triggern. Wissenschaftlich bewiesen ist diese Theorie nicht.

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