Yellowstone: Hydrothermale Eruption im Black Diamond Pool

Black-Diamond-Pool im Yellowstone erzeugte am 28. April eine weitere hydrothermale Explosion

Die jüngste Eruption des Black-Diamond-Pools im Biscuit-Basin der Yellowstone-Caldera in den USA belegt die Instabilität des hydrothermalen Systems der Region. In einem aktuellen Video des USGS ist zu sehen, wie eine kräftige Explosion eine Mischung aus Wasser, Schlamm und Gesteinsfragmenten gut 10 Meter hoch in die Luft schleudert. Nach Einschätzung des Autors handelt es sich um die stärkste hydrothermale Eruption der letzten Monate an diesem Ort. Solche, auch als „dirty eruptions“ bezeichneten Explosionen sind typisch für Systeme, in denen sich Druck unter einer versiegelten Oberfläche aufbaut und sich dann abrupt entlädt.

Der Black-Diamond-Pool steht seit der großen hydrothermalen Explosion im Juli 2024 unter besonderer Beobachtung. Damals wurde ein Boardwalk zerstört, auf dem sich mehrere Besucher des Nationalparks aufhielten. Die Menschen flüchteten in Panik vor einem Bombardement aus herausgeschleuderten Gesteinsbrocken und heißem Schlamm, wobei wie durch ein Wunder niemand schwer verletzt wurde. Seitdem ist das Thermalgebiet des Biscuit Basin gesperrt, und die Überwachung des Black-Diamond-Pools wurde ausgebaut. Die im letzten Jahr installierte Überwachungskamera zeichnete mehrere hydrothermale Explosionen auf. Die aktuelle Eruption sticht hervor, da sie energiereicher erscheint als viele der zuvor registrierten Ereignisse, auch wenn sie nicht die stärkste Eruption des letzten Jahres war.

Ein Blick in den Monatsbericht des Yellowstone-Volcano-Observatory für März 2026 zeigt, dass die Aktivität insgesamt auf Hintergrundniveau bleibt. Dennoch wurden 61 Erdbeben registriert, das stärkste mit einer Magnitude von 1,9. Auch die Bodenhebung am Nordrand der Caldera, die seit Juli 2025 beobachtet wurde, hat sich bis Mitte Januar 2026 abgeschwächt. Am 9. März wurde um 1:27 Uhr nachts eine Eruption am Black-Diamond-Pool durch akustische, seismische und Temperaturmessungen eindeutig nachgewiesen. Dieses Ereignis blieb visuell unbeobachtet, verdeutlicht jedoch, dass solche Ausbrüche häufig auch ohne direkte Sichtbeobachtung stattfinden.

Im Norris Geyser Basin sprang der Echinus-Geysir nur einmal; im Februar wurden noch 40 Ausbrüche des erst kürzlich wieder aktiv gewordenen Geysirs verzeichnet.

Neben der Beobachtung der Aktivität der Yellowstone-Caldera führten die Geoforscher auch neue Studien durch und lieferten wichtige Einblicke in die langfristige Gefährdung durch hydrothermale Explosionen. Mithilfe moderner Lumineszenzdatierung lassen sich ausgeworfene Sedimente heute deutlich genauer datieren als früher. Mineralkörner speichern natürliche Strahlung und „resetten“ diese beim explosiven Austritt aus dem heißen System. Dadurch kann bestimmt werden, wann eine Explosion stattgefunden hat. Diese Methode erlaubt es erstmals, die Häufigkeit solcher Ereignisse systematisch zu rekonstruieren und Gefahren besser einzuschätzen.