
Geologisch gehört der Tupungatito zur Zentralen Vulkanzone der Anden (Central Volcanic Zone, CVZ). Diese Zone ist das Ergebnis der Subduktion der ozeanischen Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte, ein Prozess, der seit Millionen Jahren den Andenraum prägt. Durch die fortschreitende Subduktion kommt es zur partiellen Aufschmelzung der subduzierten Kruste und Gesteine des Erdmantels, wodurch magmatische Schmelzen entstehen, die entlang tektonischer Schwächezonen zur Oberfläche aufsteigen können und die Vulkane der Anden wachsen lassen.
Der Tupungatito ist ein aktiver Stratovulkan mit überwiegend effusivem bis moderat explosivem Vulkanismus. Sein Vulkangebäude besteht aus Wechsellagerungen von Lavaströmen und pyroklastischen Ablagerungen, die auf wiederholte Eruptionsphasen hinweisen. Petrografisch dominieren intermediäre andesitische bis basaltisch-andesitische Gesteine, wie sie typisch für Subduktionszonen sind. Diese Magmen sind relativ viskos, gasreich und können sowohl Lavaströme als auch explosive Ausbrüche erzeugen. Zusätzlich finden sich Hinweise auf dazitische Komponenten, was auf Magmenmischung und differenzierte Magmenprozesse im Untergrund hindeutet.
Historisch ist der Tupungatito kein daueraktiv eruptierender Vulkan, sondern zeigt episodische Aktivität. Der letzte bedeutende Ausbruch ereignete sich zwischen 1958 und 1961, als ein Lavastrom eine Länge von fast zwei Kilometern erreichte und Asche bis auf die argentinische Seite der Anden verfrachtet wurde. Eine weitere, deutlich schwächere Aktivitätsphase wurde 1986 dokumentiert, als dunkle Asche freigesetzt wurde, die teilweise umliegende Gletscher bedeckte, jedoch keine nennenswerten Auswirkungen auf besiedelte Gebiete hatte.
Zu den potenziellen Gefahren des Tupungatito zählen neben den Lavaströmen ballistische Auswürfe sowie Lahare. Letztere können insbesondere im Fall einer Eruption unter Eis- und Schneebedeckung entstehen.
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