Ein Vulkan bildet sich um eine Öffnung in der Erdkruste, aus der Lava, Tephra und Gase entweichen. Die Öffnung des Vulkans ist der Förderschlot. Um diesen lagern sich die vulkanischen Förderprodukte ab und bilden eine geologische Struktur, die als Vulkan bekannt ist. Sowohl der Förderschlot als auch der Vulkan können verschiedene Formen annehmen. Diese sind von der Art der geförderten Laven abhängig, sowie vom Typ der Eruptionen.
Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je kälter und zäher die Lava ist, desto explosiver sind die Eruptionen und umso steiler wird der Vulkan. Umgekehrt ist es dann logisch, dass Vulkane, die eine heiße und dünnflüssige Lava fördern, weniger explosiv (also mehr effusiv) sind. Die Hänge dieser Vulkane sind oftmals sanft geneigt. Dennoch können sie zu beachtlicher Größe heranwachsen. Tatsächlich ist der größte Vulkan der Welt ein Schildvulkan mit sanft geneigten Hängen: Mauna Loa auf Hawaii (Bild oben).
Bilder von Vulkanen
Lavafontäne aus einer Eruptionsspalte.

Bemooste Schlakenkegel entlang der Laki-Spalte auf Island

Der Stratovulkan Fuego in Guatemala.
Ein Vulkan wächst und verändert sich. So kann aus einer anfänglichen Eruptionsspalte bzw. einem Spaltenvulkan ein Schildvulkan werden oder es bildet sich eine Reihe von Schlackenkegeln auf der Spalte. Um einen Förderschlot bildet sich ein Schlackenkegel, der sich zu einem Stratovulkan entwickelt. Nach einem großen Ausbruch kann ein Teil des Vulkans kollabieren. Er sackt ab oder stürzt sogar in sich zusammen. In diesen Fällen entsteht eine Caldera.
Es gibt aber auch Vulkane, die gleich als Caldera geboren werden. Bei diesen sogenannten Aschestrom-Calderen handelt es sich um die gewaltigsten vulkanischen Manifestationen, die unser Planet hervorbringen kann, sieht man von den Flutbasaltprovinzen ab.
Lavadome oder Domvulkane bilden sich aus einem sehr zähflüssigen Lavastrom, welcher zu Beginn des Vulkanausbruchs oft unspektakulär erscheint. Die zähflüssige Lava verstopft den Förderschlot und schiebt sich zu einer domartigen Kuppel (Staukuppel) auf, die respektable Größe erreichen kann. Die monogenetischen Maarvulkane werden durch starke explosive Ausbrüche generiert, die durch den Kontakt von Magma mit Grundwasser zustande kommen.
Aus dieser Beschreibung wird klar, dass sich ein Vulkan im Laufe seines Lebens verändern kann und er verschiedene Stadien durchläuft. Doch nicht jeder Vulkan muss alle diese Stadien durchlaufen.
Die wichtigsten Vulkantypen von A-Z sind:
- Calderavulkan
- Domvulkan
- Komplexvulkan
- Spaltenvulkan
- Schildvulkan
- Schlackekegel
- Spaltenvulkan
- Stratovulkan
Vulkanische Sonderformen, da relativ selten:
- Aschestromcaldera
- Maarvulkan
- Sommavulkan
Außerdem gibt es die Spezies der Unterwasservulkane, die nur unzureichend erforscht ist. Tatsächlich ist ihre Anzahl unbekannt und es dürfte weitaus mehr Vulkane geben als allgemein bekannt.
Vulkane sind einer ständigen Dynamik ausgesetzt und eine vulkanische Landschaft wandelt sich andauernd. Manchmal so langsam, dass wir es kaum wahrnehmen, ein andermal so schnell, dass die Auswirkungen katastrophal sind. Der Boden hebt und senkt sich im Rhythmus des aufsteigenden und wieder absinkenden Magmas im Erdinneren unter dem Vulkan.
Krater entstehen, vergrößern sich und werden wieder verfüllt. Ein schönes Beispiel aus jüngster Zeit ist der Halema'uma'u-Krater des
Kilauea auf Hawaii.
Erosive Prozesse beeinflussen den Vulkan stark. Regen und Frost zermürben das oft locker aufgeschichtete Lavagestein. Schuttlawinen und Hangrutsche schaffen Canyons auf den Vulkanflanken. Nach Ascheeruptionen entstehen häufig Lahare. Diese Schlammströme vertiefen Flussbetten und stellen eine ernste Gefahr für Anwohner dar. Pyroklastische Ströme lagern ebenfalls lockeres Material ab, welches mit Wasser durchmischt
Lahare generiert.
Erlischt ein Vulkan, wird dieser meistens schneller abgetragen als andere Berge. Vulkaninseln versinken wieder im Meer und bilden die Grundlage für Atolle: Während der Vulkan erodiert wird, wächst an seinem Rand ein Saumriff. Zurück bleibt eine ringförmige Insel aus Korallen. Doch auch ein Atoll versinkt irgendwann im Meer. Die Kontinentaldrift lässt den Ozeanboden mit den Ruinen der Vulkaninseln wandern, bis sie an einem Tiefseegraben von der Subduktion verschluckt werden. Dort tauchen sie bis in den Erdmantel ab, werden aufgeschmolzen und recycelt.
Wie viele aktive Vulkane gibt es auf der Erde? ‐ An Land und unter dem Meer
Die Anzahl der aktiven Vulkane auf der Erde hängt stark davon ab, wie man "aktiv" definiert und ob man Unterwasservulkane mitzählt. Der deutsche Vulkanologe Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke hat immer wieder darauf hingewiesen, dass unterschiedliche Zahlen keine Widersprüche sind, sondern unterschiedliche wissenschaftliche Blickwinkel widerspiegeln.
Vulkane an Land:
Zählt man nur jene Vulkane, die historisch belegte Ausbrüche hatten, kommt man weltweit auf etwa 550 aktive Vulkane. Fasst man den Begriff weiter und bezieht auch Vulkane ein, die in geologisch junger Zeit aktiv waren und jederzeit wieder ausbrechen könnten, steigt die Zahl deutlich. In diesem Sinn sprach Schmincke von bis zu rund 1900 potenziell aktiven Vulkanen an Land.
Vulkane auf dem Meeresgrund:
Der weitaus größte Teil der vulkanischen Aktivität der Erde findet unter Wasser statt. Der Meeresboden ist jedoch nur unvollständig kartiert, weshalb es keine exakte Zahl gibt. Konservative Schätzungen gehen von mehreren Tausend größeren Unterwasservulkanen aus. Zählt man auch kleinere vulkanische Kegel entlang der mittelozeanischen Rücken, reichen die Schätzungen bis in den Bereich von Zehntausenden. Insgesamt entstehen dort rund 60 Prozent der weltweiten vulkanischen Aktivität, meist unbemerkt in großer Tiefe.
Fazit:
Während an Land je nach Definition einige Hundert bis knapp 2000 Vulkane als aktiv oder potenziell aktiv gelten, liegen auf dem Meeresgrund die meisten Vulkane der Erde. Sie prägen den Planeten entscheidend ‐ auch wenn sie unseren Blicken fast immer verborgen bleiben.