Deutschland: Wintersturm-Prognose legt Land teilweise lahm

Wintersturm beeinträchtigt in Teilen Deutschlands das öffentliche Leben – Schulschließungen und Unfälle

Sturmtief Elli sorgt in weiten Teilen Deutschlands für winterliche Extrembedingungen und bringt Schnee, Eisregen und kräftigen Wind. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starken Verkehrsbehinderungen, sowie glatten Straßen und Schneeverwehungen. Besonders betroffen sind der Norden sowie die östliche Mitte des Landes, während im Süden verbreitet gefrierender Regen fällt und Blitzeis entstehen könnte. In Küstennähe treten teils schwere Sturmböen auf, die auf den Nordseeinseln Orkanstärke erreichen könnten. In 25 Landkreisen wurde die zweithöchste Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen: Es besteht Gefahr für Leib und Leben.

In der Nacht kam es bereits zu ersten Glätteunfällen, unter anderem rutschte in Baden-Württemberg ein Bus einen Hang hinunter, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt meldeten die Lagezentren der Bundesländer zunächst einen vergleichsweise ruhigen Verlauf. Dennoch wurde der Verkehr vorsorglich eingeschränkt. Zahlreiche Bahnverbindungen fallen aus oder sind verspätet. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr Norddeutschlands wurde der Betrieb teilweise ganz eingestellt. Auch viele Buslinien fahren nicht mehr, insbesondere in Niedersachsen und angrenzenden Regionen.

Der Wintereinbruch wirkt sich zudem auf den Alltag aus. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, Schulen wechseln auf Distanzunterricht oder bieten Notbetreuung an. Kommunen warnen vor Problemen bei der Müllabfuhr und bitten Bürger, Wege freizuhalten und Tonnen zugänglich zu platzieren. Krankenhäuser bereiten sich auf eine erhöhte Zahl an Unfallverletzten vor und verschieben planbare Eingriffe. Gleichzeitig wird in einigen Städten die Winternothilfe für Obdachlose ausgeweitet, da die Kälte ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.

Flughäfen wie der in Frankfurt haben sich gut auf den Schnee vorbereitet und haben zahlreiche Spezialfahrzeuge im Einsatz um den Flugbetrieb aufrecht zu halten. Probleme gab es bis jetzt in erster Linie bei der Anfahrt zum Flughafen mit der Bahn.

Parallel zur Wetterlage sorgt die öffentliche Bewertung des Sturmtiefs für Diskussionen. Während einige Meteorologen die Warnungen angesichts der komplexen Wetterkonstellation für notwendig halten, warnen andere vor einer Überdramatisierung, die langfristig die Akzeptanz ernsthafter Unwetterwarnungen schwächen könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Elli vielerorts zu signifikanten Einschränkungen führt und erhöhte Vorsicht erforderlich macht.

Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin begründet, dass einige Medienvertreter aus Gründen des Clickbaits frühe Wettermodelle aufschnappen und von diesen die „Worst-Case-Szenarien“ als offizielle Prognosen verbreiten. In einigen Berichten wurde so überdramatisiert, dass sogar von Temperaturen jenseits der -20 Grad die Rede war. Tatsächlich waren es heute Nacht in den betroffenen Gebieten -7 Grad. Bei mir in Oberhausen blieb die letzte Nacht frostfrei und der Schnee vergangener Tage ist geschmolzen.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten meiner Jugend, als so ein Winterwetter typisch war und wegen Blitzeis und Schnee oft die Schule ausfiel. Damals sprach man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit, das war, bevor der Klimawandel die Erde verbrennen ließ. Nun ist zu lesen, dass sogar Geheimdienste einen Zusammenbruch des Atlantischen Golfstroms propagandieren: In der Folge befürchtet man, dass die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 10 Grad fallen könnten. Na dann, viel Spaß mit der Wärmepumpe!

Berlin: Stromausfall durch Brandstiftung

Großer Stromausfall legt Teile Berlins lahm – Wiederherstellung der Stromversorgung dauert lange

Am 3. Januar 2026 kam es in Berlin zu einem massiven Stromausfall, der weite Teile des Südwestens der Hauptstadt lahmlegte. Betroffen waren vor allem die Bezirke Steglitz-Zehlendorf, darunter Stadtteile wie Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Insgesamt waren rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Unternehmen ohne Strom. Die Wiederherstellung der Stromversorgung geht nur langsam voran, und die Arbeiten sollen bis Donnerstagnachmittag andauern. Nach Schätzungen des Netzbetreibers „Stromnetz Berlin“ verloren etwa 100.000 Menschen die Versorgung.

Ursache des Ausfalls war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, der mehrere Hochspannungskabel beschädigte. Die Berliner Polizei geht von einem gezielten Brandanschlag aus, der politisch motiviert sein könnte. Die linksextremistische Vulkangruppe (mit der wir hier bestimmt nichts zu tun haben) hat sich bereits zu der Tat bekannt, was den Generalbundesanwalt veranlasste, die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Terrorismus und Sabotage zu übernehmen.

Die Folgen des Ausfalls waren schwerwiegend. Viele Haushalte konnten ohne Heizung, Internet und funktionierende Notrufsysteme nicht auskommen und bedurften der Unterstützung durch Einsatz- und Rettungsdienste. Besonders betroffen waren ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen. Kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser wurden über Notstromaggregate versorgt, Pflegeheime erhielten Priorität bei der Wiederanbindung. Auch der öffentliche Nahverkehr war beeinträchtigt, mehrere S-Bahn-Stationen konnten zeitweise nicht bedient werden. Supermärkte, Geldautomaten und Tankstellen waren ebenfalls außer Betrieb.

Die Wiederherstellung der Stromversorgung gestaltete sich schwierig und langwierig. Wegen der komplexen Schäden an der Hochspannungskabel-Infrastruktur wird mit einer vollständigen Reparatur erst bis zum 8. Januar gerechnet.

Der Berliner Stromausfall zeigt, wie verletzlich moderne Infrastruktur gegenüber Sabotageakten ist. Zugleich wirft der Vorfall Fragen nach der Sicherheit und dem Schutz kritischer Netze auf, die auch auf nationaler Ebene diskutiert werden. Das ist der Grund, warum ich das Thema auf Vnet aufgreife. Unsere kritische Infrastruktur liegt blank und ungeschützt offen, wie auch mehrere Anschläge auf die Bundesbahn zeigten.

Darüber hinaus ist die Energieversorgungs-Infrastruktur in weiten Teilen des Landes marode. So gab es heute einen weiteren Stromausfall in Leutkirch, wo es zu einem Brand in einem Verteilerkasten kam. Meine Heimatstadt Oberhausen war in den letzten Monaten mehrfach von Stromausfällen betroffen. Und das unter dem Zeichen einer politisch befohlenen Elektrifizierung von Heizungen und Verkehr. Völlig klar, dass es ohne massive Investitionen ins Stromnetz nicht geht und dass eine Absicherung gegen Anschlägen und den Folgen möglicher Naturkatastrophen erfolgen muss. Hinzu kommt die Eigenvorsorge für den Katastrophenfall: Jeder Haushalt sollte für mindestens zehn Tage Vorräte parat halten und über eine unabhängige Kochmöglichkeit verfügen. Beim Thema Heizen kann sich jener glücklich schätzen, der weder von Gas- noch von Strom abhängig ist und über Alternativen verfügt.

Update: Die Stromversorgung läuft heute bereits wieder an, einen Tag früher als vorhergesagt!

USA: Boote kentern in Alaska unter Schneelast

Extreme Winterlage in den USA durch Blizzard: Schneelast lässt Boote in Alaska kentern

Im US-Bundesstaat Alaska zeigt sich der Winter derzeit von seiner extremsten Seite. In der Hafenstadt Juneau haben außergewöhnlich starke Schneefälle zu starken Schäden an der Infrastruktur geführt und Hausdächer zum Einsturz gebracht und den Verkehr ausgebremst, so dass das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Zudem sanken innerhalb weniger Tage mehrere Boote im Hafen, nachdem schwere, nasse Schneemassen ihre Stabilität überforderten. Mit Schneehöhen von teils über einem Meter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt erlebte die Region einen der schneereichsten Jahreswechsel seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere atmosphärische Flüsse in Kombination mit arktischer Kaltluft sorgten dafür, dass ungewöhnlich viel Niederschlag als Schnee fiel.

Doch Alaska ist kein Einzelfall. Auch in weiten Teilen der übrigen USA kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Wintereinbrüchen. Im Westen brachten kräftige Schneestürme der Sierra Nevada große Neuschneemengen, insbesondere in höheren Lagen Kaliforniens. Straßenverbindungen wurden zeitweise gesperrt, Skigebiete meldeten Rekordschneefälle, während Lawinengefahr und Stromausfälle zunahmen.

Im Mittleren Westen und in den nördlichen Plains sorgten arktische Luftmassen für Blizzards mit starkem Schneefall, eisigen Winden und extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen kam es zu Whiteout-Bedingungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen brachten. Auch der Nordosten der USA war betroffen: Schneeschauer, Eisregen und stürmische Böen beeinträchtigten den Flug- und Bahnverkehr, während Städte mit glatten Straßen und Frost zu kämpfen hatten. So erlebte ich den Central Park in New York im Schnee und das Sylvester-Feuerwerk fiel aus.

Meteorologisch betrachtet sind diese Ereignisse Teil einer großräumigen Winterzirkulation. Ein stark mäandrierender Jetstream und Störungen im Polarwirbel ermöglichen es kalter Polarluft, weit nach Süden vorzudringen. Gleichzeitig beeinflussen diese Prozesse den Nordatlantikraum. Die Folge können blockierende Hochdruckgebiete und veränderte Strömungsmuster sein, die nicht nur Nordamerika, sondern auch Europa betreffen.

So steht das extreme Winterwetter in den USA nicht isoliert da. Die gleichen atmosphärischen Mechanismen können dazu beitragen, dass auch in Europa und Deutschland vermehrt kalte Luftmassen, Schneefälle und winterliche Bedingungen auftreten. Der Winter auf beiden Seiten des Atlantiks ist damit Ausdruck eines eng vernetzten globalen Wettergeschehens.

Großflächiger Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Unter diesen winterlichen Bedingungen – die man bei uns noch nicht als extrem bezeichnen kann – fiel im Berliner Südwesten nach einem Brandanschlag auf Leitungen der Strom für ca. 45.000 Haushalte aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich bis Donnerstag. Für die Betroffenen eine Notlage, denn mit dem Strom fielen selbst Gasheizungen aus. Banken, Geldautomaten, Tankstellen und Geschäfte bleiben geschlossen. Das THW ist im Einsatz. Gut, wer für den Krisenfall vorgesorgt hat!

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Türkei: Bildung von Dolinen hat deutlich zugenommen

Mitten in der Kornkammer der Türkei tut sich der Boden auf – Zunahme der Dolinenbildung hat sich signifikant verstärkt

In der weiten Ebene Zentralanatoliens, dort wo Weizenfelder und Zuckerrübenplantagen das Bild prägen, wächst eine stille Gefahr. Immer häufiger reißt der Boden plötzlich auf, kreisrunde Löcher entstehen, teils dutzende Meter tief und breit genug um Landwirtschaftsgeräte und sogar Häuser zu verschlingen. Was lange als seltene geologische Kuriosität galt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ernsten Problem entwickelt: Sinklöcher, sogenannte Dolinen, breiten sich in alarmierendem Tempo aus.

Eine neue Untersuchung der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD zeigt das Ausmaß der Entwicklung. Insgesamt 684 Erdabsenkungen wurden im Konya-Becken kartiert, dem landwirtschaftlichen Herzstück des Landes. Besonders betroffen ist der Bezirk Karapınar, wo sich die Dolinen wie Narben durch die Felder ziehen. Allein im vergangenen Jahr dokumentierten Forschende der Technischen Universität Konya 42 neue Einsturzstellen – eine Zahl, die den drastischen Wandel verdeutlicht. Noch vor wenigen Jahrzehnten trat ein solches Phänomen nur alle paar Jahre auf.

Die Ursachen sind vielschichtig, doch die Richtung ist klar. Anhaltende Dürren und steigende Temperaturen, verstärkt durch den Klimawandel, haben die Wasserreserven der Region stark geschwächt. Gleichzeitig wird Grundwasser in großem Stil für die Bewässerung abgepumpt. Der Grundwasserspiegel ist in manchen Gebieten seit den 1970er-Jahren um mehrere Zehnermeter gefallen. Mit dem Wasser verschwindet auch der Druck, der unterirdische Hohlräume in den kalk- und gipshaltigen Gesteinen stabilisiert. Das Ergebnis: Der Untergrund kollabiert, die Oberfläche bricht ein.

Ein direkter Zusammenhang mit aktiver Tektonik gilt unter Geologen als unwahrscheinlich. Erdbebenserien oder großräumige Bruchbewegungen fehlen hier, inmitten der Anatolischen Platte. Dennoch spielt die geologische Struktur eine indirekte Rolle. Alte Störungszonen und Klüfte wirken wie natürliche Schwächezonen und lenken Grundwasserströme und genau in diesen Bereichen entstehen bevorzugt die unterirdischen Hohlräume, die später einstürzen.

Noch treffen die meisten Dolinen landwirtschaftliche Flächen, doch das Risiko wächst. Straßen, Bewässerungsanlagen und langfristig auch Siedlungen könnten betroffen sein. AFAD arbeitet inzwischen an detaillierten Risikokarten und Frühwarnsystemen. Klar ist jedoch: Ohne eine nachhaltigere Wasserbewirtschaftung droht Zentralanatolien, seine fruchtbaren Böden buchstäblich zu verlieren – Loch für Loch.

Blizzard in den USA verursacht Verkehrschaos

Bombenzyklon über den USA: Blizzard im Norden, Tornado im Süden – ein Sturm mit vielen Gesichtern

Ein außergewöhnlich starkes Wintersturmsystem hat in den letzen Tagen weite Teile der USA erfasst und dabei eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen ein und desselben Wetterereignisses sein können. Während ein sogenannter Bombenzyklon über den Großen Seen und Michigan zu Blizzard-Bedingungen führte, kam es im Süden des Systems – unter anderem in Illinois – zu schweren Gewittern und sogar zu einem Tornado.

Der Bombenzyklon, meteorologisch als „rapide Zyklogenese“ bezeichnet, entwickelte sich, als der Luftdruck im Kern des Tiefdruckgebiets innerhalb von 24 Stunden extrem schnell fiel. Diese rasche Intensivierung sorgte für Orkanböen, dichte Schneefälle und teils lebensgefährliche Bedingungen in Regionen rund um die Großen Seen. In Michigan, Wisconsin und Teilen von New York meldeten Behörden Stromausfälle für zehntausende Haushalte, gesperrte Autobahnen und massive Einschränkungen im Flugverkehr. In einigen Gebieten sank die Sicht durch Schneeverwehungen zeitweise auf nahezu null.

Gleichzeitig spielte sich weiter südlich ein völlig anderes, aber eng verbundenes Wetterdrama ab. Im Bundesstaat Illinois, insbesondere im Macon County zwischen Decatur und Mount Zion, setzte ein Tornado auf, der über mehr als 35 km am Boden blieb und mindestens neun Wohnhäuser beschädigte. Mehrere Dächer wurden abgedeckt, ganze Straßenzüge verwüstet. Glücklicherweise wurden keine Verletzten gemeldet; evakuierte Anwohner fanden in Notunterkünften Schutz.

Der Zusammenhang zwischen Blizzard und Tornado mag auf den ersten Blick überraschend wirken, ist meteorologisch jedoch erklärbar. Beide Phänomene waren Teil desselben großräumigen Sturmkomplexes. Während auf der Nord- und Westseite des Tiefs eisige Luftmassen für Schnee und Sturm sorgten, traf auf der Süd- und Südostseite warme, feuchte Luft auf kalte Höhenluft. Diese Konstellation erzeugte eine starke Windscherung – eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Tornados.

Solche Kombinationen aus winterlichen Extrembedingungen und schwerem Unwetter sind selten, treten aber bei besonders kräftigen Tiefdrucksystemen immer wieder auf. Meteorologen warnen, dass der Klimawandel die Intensität solcher Stürme erhöhen könnte, da stärkere Temperaturgegensätze und ein dynamischerer Jetstream extreme Wetterlagen begünstigen.

Für Millionen Menschen in den betroffenen Regionen bleibt die Erkenntnis, dass Wetterextreme nicht isoliert betrachtet werden können, sondern oft Teil eines komplexen, miteinander verknüpften Systems sind.

USA: Schlammlawinen verwüsteten Bergdorf in Kalifornien

Schlammlawinen nach Weihnachtssturm: Wrightwood schwer getroffen

Ein heftiger Wintersturm hat am Weihnachtstag den Bergort Wrightwood im Süden Kaliforniens besonders hart getroffen. Ein sogenannter atmosphärischer Fluss – ein schmaler, aber extrem feuchter Luftstrom aus den Tropen – brachte innerhalb kurzer Zeit enorme Regenmengen in die Region. Die Folge waren Sturzfluten und Schlammlawinen, die sich durch Straßen und Wohngebiete wälzten und teils massive Schäden verursachten.

In mehreren Vierteln wurden Autos vollständig von Schlamm, Geröll und Holzresten begraben. Bilder und Videos aus Wrightwood zeigen Fahrzeuge, aus denen nur noch Dächer oder Seitenspiegel herausragen. Auch zahlreiche Häuser wurden beschädigt: Schlamm drang in Garagen und Wohnräume ein, einige Gebäude standen zeitweise bis zu den Fenstern im braunen Wasser. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, wichtige Zufahrtswege waren stundenlang oder sogar tagelang unpassierbar.

Rettungskräfte und freiwillige Helfer waren im Dauereinsatz, um Anwohner in Sicherheit zu bringen. Die Behörden verhängten Evakuierungsanordnungen für besonders gefährdete Gebiete, da der durchnässte Boden weitere Erdrutsche begünstigte. Nach ersten Angaben gab es in Wrightwood keine bestätigten Todesopfer, doch der Sachschaden ist erheblich. Viele Bewohner verbrachten die Feiertage ohne Strom oder mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Der Sturm war Teil einer größeren Unwetterlage, die weite Teile Kaliforniens über die Weihnachtstage erfasste. Meteorologen warnten vor den Risiken solcher Wetterereignisse, die durch gesättigte Böden und steile Hänge besonders gefährlich werden. Zwar ließ der Starkregen nach den Feiertagen allmählich nach, doch die Gefahr von Nachrutschungen bestand zunächst weiter.

Für Wrightwood beginnt nun die Aufräumphase. Schlamm muss von Straßen entfernt, beschädigte Infrastruktur repariert und die Sicherheit der Häuser überprüft werden. Gleichzeitig wirft das Ereignis erneut Fragen auf, wie gut Berggemeinden auf extreme Wetterlagen vorbereitet sind, die in Kalifornien zunehmend häufiger und intensiver auftreten.

Wie es der Zufall will, verweile ich gerade in New York City, wo es eine Schneesturmwarnung gibt. Aktuell schneit es bei kräftigen Minustemperaturen und es liegen bereits mehrere Zentimeter Schnee. Morgen wird sich zeigen, wie gut die Millionenmetropole auf den Schneefall vorbereitet ist. Erste Unfälle hat es bereits gegeben.

USA: Starke Unwetter vor Weihnachten fordern ein Todesopfer

Starke Unwetter wüten in Nordkalifornien – der Süden bereitet sich auf stürmische Weihnachten vor

Während es in Nordkalifornien bereits vielerorts „Land unter“ heißt, bereitet sich Südkalifornien zu Weihnachten auf eine schwere Unwetterlage vor, die durch einen intensiven atmosphärischen Fluss – auch bekannt als „Pineapple Express“ – ausgelöst wird. Dieses Wetterphänomen, das feuchte Luftmassen vom Pazifik über Hawaii nach Kalifornien transportiert, bringt in der Weihnachtswoche Starkregen und erhöhtes Risiko für Sturzfluten mit sich. Besonders betroffen sind die Landkreise Los Angeles, Orange, San Bernardino, Riverside und Ventura.

Der Regen setzt bereits am Dienstagnachmittag ein und verstärkt sich bis in die Nacht zum Mittwoch deutlich. Für Heiligabend werden besonders heftige Niederschläge erwartet, die bis in die frühen Morgenstunden anhalten sollen und wahrscheinlich Zigtausende auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub beeinträchtigen werden Innerhalb von 24 Stunden können regional zwischen 5 und 10 Zentimeter Niederschlag fallen, was zusammen mit einem begleitenden Temperatursturz die Gefahr von Überflutungen und Sturzfluten deutlich erhöht. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag ist mit Regen zu rechnen. Das nasse Wetter soll voraussichtlich bis Freitag anhalten, bevor eine kurze Wetterberuhigung mit sonnigen Abschnitten am Wochenende folgt. Bereits für den kommenden Montag ist jedoch ein neues Tiefdruckgebiet mit erneutem Regen prognostiziert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gebiet des Palisades-Feuers, wo die Folgen der jüngsten Waldbrände das Risiko von Erdrutschen und Schlammlawinen erhöhen. Dort wurden Hänge mit Planen abgedeckt, Leitplanken installiert und Sandsäcke verteilt, um mögliche Schäden zu begrenzen. Aufgrund der hohen Gefahr wurde eine Evakuierungswarnung für Dienstagvormittag ausgesprochen. Auch in Malibu und umliegenden Gemeinden bereitet man sich auf erhebliche Regenfälle und mögliche Einschränkungen im Straßenverkehr vor.

Der Sturm hat bereits in Nordkalifornien zu einem Todesfall durch Überflutung geführt. Zudem mussten Einsatzkräfte zahlreiche Wasserrettungen durchführen und in überflutete Autos Eingeschlossene Retten. Behörden warnen, dass die Serie von aufeinanderfolgenden Stürmen und die ungewöhnlich starken Regenfälle sowohl an der Küste als auch in den Bergen schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsbehinderungen verursachen können. Einsatzkräfte rüsten sich für mögliche Rettungseinsätze und die Sicherung von Infrastruktur, während die Bevölkerung gebeten wird, besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die Wetterlage stellt eine ernste Herausforderung dar, gerade inmitten der Weihnachtszeit, und erinnert eindringlich an die Gefahren, die atmosphärische Flüsse für Kalifornien mit sich bringen.

Großbritannien: Dammbruch lässt Kanal in England auslaufen

Dammbruch in England legt Schifffahrt auf Kanal lahm – Medien berichten fälschlich über Sinkhole

In der nordenglischen Grafschaft Shropshire hat sich ein ungewöhnliches Unglück zugetragen, das den Charakter einer Naturkatastrophe aufweist: Der Bruch eines Kanaldamms hat eine spektakuläre Rettungsaktion ausgelöst und Fragen zur Sicherheit historischer Wasserstraßen aufgeworfen. In den frühen Morgenstunden kam es nahe der Stadt Whitchurch zu einem schweren Schaden an einem Abschnitt des Llangollen-Kanals, der Teil des weit verzweigten Shropshire-Union-Canal-Systems ist. Große Wassermengen traten unkontrolliert aus, unterspülten den Kanalboden und ließen Teile der Böschung einstürzen. Mehrere Hausboote gerieten in Notlage, zwei von ihnen sanken in den entstandenen Graben. 

Mainstreammedien berichten von der Bildung eines „Sinkhole“ im Kanal, doch obgleich die erhöht liegende und von Dämmen eingefasste Wasserstraße teilweise leer lief und sich eine Vertiefung im Bereich des Dammbruches bildete, handelte es sich nicht um ein echtes Senkloch, sondern um eine Ausspülung des Kanalbodens durch die Bresche im Damm.

Durch das plötzliche Versagen der Kanalstruktur floss das Wasser in angrenzende Felder ab, während der künstlich aufgeschüttete Kanalbettbereich nachgab. Zwei Hausboote gerieten in die Ausspülung und strandeten im Loch, das ca. 50 m lang ist und sich über die gesamte Kanalbreite erstreckt. Die Tiefe des Einbruchs wurde von Augenzeugen auf mehrere Meter geschätzt. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste riefen einen Großalarm aus und brachten mehr als zehn Menschen in Sicherheit. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Die Region um Whitchurch liegt in einer flachen Landschaft, die von lockeren Sedimenten und eiszeitlichen Ablagerungen geprägt ist. Solche Untergründe sind zwar nicht typisch für natürliche Erdfälle, reagieren aber empfindlich auf Erosion und Ausspülung, wenn große Wassermengen unkontrolliert austreten. Fachleute gehen daher davon aus, dass ein strukturelles Versagen – etwa durch Materialermüdung, eine undichte Stelle oder die Unterspülung eines Dammbereichs – den Auslöser bildete. Die genaue Ursache wird derzeit vom Canal and River Trust untersucht.

Der Vorfall lenkt den Blick auf das historische Kanalnetz Großbritanniens. Shropshire gehört zu den Regionen mit einer besonders hohen Dichte an Wasserstraßen. Der Shropshire Union Canal und der Llangollen-Kanal entstanden überwiegend im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, als Kanäle zentrale Verkehrsadern für Kohle, Eisen und andere Güter waren. Viele dieser Wasserwege wurden als schmale, erhöhte Kanäle mit Dämmen und Schleusen gebaut, um Höhenunterschiede in der Landschaft zu überwinden.

Heute dienen die Kanäle vor allem dem Freizeitverkehr und als Wohnort für tausende Menschen auf Hausbooten. Gleichzeitig stellen Alter, Bauweise und steigender Wartungsbedarf eine Herausforderung dar. Der aktuelle Schaden in Shropshire verdeutlicht, wie anfällig historische Infrastruktur sein kann, wenn Wasser, Untergrund und Konstruktion aus dem Gleichgewicht geraten. Während die Reparaturarbeiten vorbereitet werden, dürfte die Debatte über Investitionen in die Instandhaltung des britischen Kanalnetzes neuen Auftrieb erhalten.