Griechenland: Sturm Bryon verursachte Überflutungen

Sturm „Byron“ wütet über Griechenland und verursacht starke Überschwemmungen – Frage nach einem möglichen Medicane

Griechenland erlebt in den letzten Tagen eines der heftigsten Unwetterereignisse des ausgehenden Jahres. Das Sturmtief „Byron“, das seit Mitte der Woche über das Land zieht, hat in zahlreichen Regionen schwere Schäden verursacht und schnitt ganze Landstriche zeitweise von der Außenwelt ab. Besonders betroffen ist die Insel Rhodos, die am Donnerstag von sintflutartigen Regenfällen überschwemmt wurde. Straßen verwandelten sich innerhalb weniger Minuten in reißende Ströme, Autos wurden weggespült oder bis zum Dach vom Wasser verschluckt, und Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. Schulen blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Auch das griechische Festland kämpft weiter mit den Folgen des Sturms. In Thessalien traten gleich mehrere Flusssysteme über die Ufer, darunter der Enipeas und der Pinios, die in der Vergangenheit bereits für extreme Hochwasserereignisse sorgten. In der Region Larissa wurden Anwohner per Notruf gewarnt, sich vorsorglich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Überschwemmte Straßen, Erdrutsche, blockierte Verkehrswege und Schäden an der Infrastruktur prägen vielerorts das Bild. Der Zivilschutz bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, insbesondere in tiefer liegenden Gebieten, in denen der Wasserstand weiter steigen könnte.

Obwohl sich „Byron“ inzwischen etwas abschwächt, bleibt die Lage angespannt – vor allem in der östlichen Ägäis, auf Kreta, den Kykladen und den Dodekanes-Inseln. Meteorologen gehen davon aus, dass das Unwetter bis heute Mittag nachlassen wird.

Könnte es sich um einen Medicane handeln?

Einige meteorologische Merkmale – wie die außergewöhnlich hohen Regenmengen und die kompakte Struktur des Systems – erinnern an sogenannte Medicane, tropensturmähnliche Wirbel, die sich über einem warmen Mittelmeer bilden und bei Kollision mit kalten Luftmassen aus dem Norden ihre ganze Kraft entfalten. Offiziell wurde Byron jedoch nicht als Medicane klassifiziert. Meteorologen betonen, dass die genauen Kriterien nicht erfüllt scheinen, auch wenn die ungewöhnliche Intensität des Sturmsystems durchaus auf ein zunehmend instabiles Mittelmeerklima hindeutet.

Sol: DLR warnt vor erhöhtem Risiko eines starken Sonnensturms

Erhöhtes Sonnensturm-Risiko: DLR beobachtet ungewöhnlich große Sonnenfleckenkonstellation

In den letzten Jahren sorgen immer wieder Polarlichtsichtungen in gemäßigten Breiten für Schlagzeilen, die früher extrem selten vorkamen. Polarlichter stehen im Zusammenhang mit dem Verhalten der Sonne und werden durch Sonneneruptionen ausgelöst, die mit einem Sonnensturm eine Partikelwolke ins Weltall schicken. Trifft diese Partikelwolke auf das Erdmagnetfeld, können Polarlichter entstehen. Nun gibt es erneut gute Chancen auf Polarlicht-Sichtungen in Deutschland, doch damit steigt auch das Blackout-Risiko. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sprach gestern eine entsprechende Warnung aus.

Sonnenflecken

Am 28. November 2025 hat ein riesiger Sonnenfleckenkomplex begonnen, den südöstlichen Rand der Sonne zu passieren. Dieser besteht aus drei aktiven Regionen – AR 4294, 4296 und 4298 – von denen insbesondere AR 4294 mit einer Fläche, die zehnmal so groß ist wie die Erdoberfläche, hervortritt. Die Region ist so gewaltig, dass sie das Potenzial für starke Sonneneruptionen der M- oder sogar X-Klasse besitzt. Das DLR beobachtet diese Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit, denn ein Ausbruch könnte in den nächsten Tagen eine Plasmawolke (koronaler Massenauswurf) in Richtung Erde schleudern und kritische Infrastruktur beeinträchtigen.

Sonnenflecken sind Bereiche auf der Sonnenoberfläche mit besonders starken Magnetfeldern. Sie gelten als Hauptquellen für Sonnenstürme, zu denen sogenannte Flares und koronale Massenauswürfe gehören. Ein Sonnenflare ist eine heftige Explosion, die intensive Röntgen- und UV-Strahlung freisetzt. Der anschließende Auswurf von Plasma kann das Magnetfeld der Erde stören und geomagnetische Stürme auslösen. Dabei entstehen Polarlichter, die bei starkem Sonnensturm selbst in mittleren Breiten wie Deutschland sichtbar werden können.


Solche Ereignisse können jedoch auch technische Probleme verursachen. Satelliten, GPS-Systeme, Kommunikationsnetze und die Stromversorgung sind besonders empfindlich gegenüber den geladenen Teilchen und den elektromagnetischen Effekten eines starken Sonnensturms. Ein historisches Beispiel ist das Carrington-Ereignis von 1859, bei dem Polarlichter weltweit sichtbar waren und Telegrafensysteme ausfielen.

Das DLR-Institut für Solar-Terrestrische Physik in Neustrelitz verfolgt diese Vorgänge in Echtzeit. Ziel ist es, rechtzeitig Frühwarnungen zu geben und Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen zu ermöglichen. Die Forschung reicht von den physikalischen Grundlagen bis zur Anwendung, um den Schutz moderner Technologien gegen die Kräfte der Sonne zu verbessern.

Verschobenes Sonnenmaximum und unruhiger Zyklus mit vielen Sonnenstürmen

Ursprünglich wurde für den aktuellen Sonnenzyklus 25 ein Maximum um das Jahr 2023 erwartet. Beobachtungen zeigen jedoch, dass sich das Sonnenmaximum nach hinten verschoben hat und sich der Zeitraum erhöhter Aktivität bis 2025 oder sogar darüber hinaus erstrecken könnte. Zudem scheint dieser Zyklus unruhiger zu sein als die vorherigen, mit häufigeren und größeren Sonnenfleckenkomplexen sowie verstärkter Eruptionsaktivität. Solche Schwankungen sind bei Sonnenzyklen zwar üblich, erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit für starke Sonnenstürme in den kommenden Monaten und Jahren. Deshalb beobachten Forscher das Weltraumwetter besonders genau, um rechtzeitig auf potenzielle Risiken reagieren zu können. Warnungen wirken aber nur bei entsprechender Vorbereitung vor katastrophalen Zuständen, wie sie z.B. bei länger anhaltenden Stromausfällen oder gestörten Navigationssystemen auftreten könnten.

Sumatra: Opferzahlen steigen nach Katastrophe weiter

712 Tote und 507 Vermisste nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Sumatra

In den südostasiatischen Katastrophengebieten stabilisiert sich die Lage nur langsam. Zwar haben die stärksten Regenfälle nachgelassen, doch noch immer treibt der Monsun hohe Pegelstände an, die nur langsam fallen. Die mit Wasser durchtränkten Böden bleiben instabil und verursachen Hangrutschungen. Dennoch hat man vielerorts mit den Aufräumarbeiten begonnen und zieht Bilanz, wobei die Opferzahlen weiter steigen. Die jüngsten Zahlen aus Sumatra sind erschreckend.

Die katastrophalen Sturzfluten und Erdrutsche in den Provinzen Aceh, West- und Nordsumatra haben besonders viele Todesopfer gefordert. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde Indonesiens (BNPB) meldete am Dienstag (2. Dezember 2025) in einer Pressekonferenz den aktuellen Stand der Opferzahlen: 712 Menschen sind tot, 507 werden noch vermisst. Viele der vermissten Personen sind vermutlich tot.

Abdul Muhari, Leiter des Katastrophendaten-, Informations- und Kommunikationszentrums der BNPB, berichtete, dass neben den Todesopfern auch 2.564 Menschen verletzt wurden. Insgesamt sind rund 3,3 Millionen Menschen direkt von der Katastrophe betroffen, mehr als 1,1 Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Die Verteilung der Opfer zeigt die schwere Betroffenheit der drei Provinzen: In Aceh kamen 218 Menschen ums Leben, 227 werden vermisst. Westsumatra meldet 193 Tote und 117 Vermisste, während Nordsumatra mit 301 Todesopfern und 163 Vermissten am stärksten betroffen ist.

Die Zerstörungen durch die Naturkatastrophe sind gewaltig. Insgesamt wurden in den betroffenen Regionen rund 3.600 Häuser beschädigt, davon 2.100 schwer, 3.700 mittel und 3.600 leicht beschädigt. Auch die Infrastruktur leidet massiv: 323 Bildungseinrichtungen sind beschädigt, ebenso 299 Brücken, was die logistischen Herausforderungen für Hilfsmaßnahmen erheblich erschwert.

Das Einsatzteam der BNPB und weiterer Organisationen arbeitet intensiv an Such- und Rettungsmaßnahmen und versorgt die Überlebenden mit lebenswichtigen Hilfsgütern. Um die Rettung zu beschleunigen und weitere Katastrophen zu verhindern, setzt das Team sogar auf Wettermanipulation, um Regenfälle zu reduzieren und die Sucharbeiten zu erleichtern.

Trotz der großen Bemühungen bleibt die Lage angespannt, da viele Vermisste noch nicht gefunden sind und die Infrastruktur stark beschädigt ist. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft, die Hilfsmaßnahmen weiterhin zu unterstützen.

Asien: Mehr als 1100 Todesopfer infolge der Flutkatastrophen

Opferzahlen infolge der massiven Überflutungen in Südostasien steigen auf mehr als 1100

Schwere Stürme, Zyklone und anhaltende Monsunregenfälle haben in mehreren asiatischen Ländern zu katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Den neuesten Zahlen zufolge kamen innerhalb einer Woche mehr als 1.100 Menschen ums Leben, zahlreiche gelten als vermisst, weshalb die Opferzahlen wahrscheinlich noch deutlich steigen werden. Von den Folgen der Fluten sind Millionen Menschen betroffen. Besonders stark traf es Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Malaysia, wo ganze Landstriche überflutet und viele Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten wurden.

In Indonesien löste Zyklon „Senyar“ vor allem auf Sumatra massive Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Mindestens 604 Menschen starben, über 460 werden vermisst. Rettungsteams kämpfen mit unpassierbaren Straßen, Treibstoffmangel und schwierigen Wetterbedingungen. Einige Regionen waren tagelang ohne Hilfe, was zu Plünderungen führte, da Menschen um Nahrung und Wasser rangen. Der Einsatz von Hubschraubern ist entscheidend, um abgelegene Gebiete zu versorgen.

Südthailand verzeichnete mindestens 176 Todesopfer. Besonders die Stadt Hat Yai wurde extrem hart getroffen: Dort fielen Regenmengen, wie sie bislang noch nie registriert wurden. Krankenhäuser, Wohngebiete und Verkehrswege standen unter mehreren Metern Wasser. Viele Bewohner mussten tagelang in höheren Stockwerken ausharren, während Behörden Patienten und Hilfsgüter aus der Luft transportierten.

Sri Lanka kämpft mit den Folgen des Zyklons „Ditwah“, der mehr als eine Million Menschen traf. Mindestens 355 Menschen starben, wobei noch ähnlich viele Personen als vermisst gelten. Zehntausende Häuser wurden zerstört, und in vielen Gebieten fehlen Strom und Kommunikationsmöglichkeiten. Hilfsorganisationen verteilen warme Mahlzeiten und Nothilfematerial, während staatliche Unterkünfte überfüllt sind. Die Gefahr weiterer Erdrutsche bleibt hoch.

Malaysia meldete zwei Todesopfer und etwa 34.000 Evakuierte. Besonders im nördlichen Bundesstaat Perlis wurden Bewohner von schnell ansteigenden Fluten überrascht und mussten notdürftig in staatlich eingerichteten Lagern untergebracht werden.

Die Ereignisse verdeutlichen die zunehmende Verwundbarkeit Südostasiens gegenüber Extremwetter. Obwohl die genaue Rolle des Klimawandels noch untersucht wird, sind sich Wissenschaftler einig, dass wärmere Ozeane und eine feuchtere Atmosphäre Stürme und Niederschläge verstärken. Die aktuellen Katastrophen reihen sich in eine Serie extremer Wetterereignisse ein, die die Region bereits seit Monaten belasten.

Sri Lanka: Fast 200 bestätigte Todesopfer durch Flutkatastrophe

Zyklon Ditwah traf auf Monsunregenfällen und setzte Sri Lanka unter Wasser – Fast 200 Todesopfer bestätigt

Sri Lanka erlebt derzeit eine der schwersten Naturkatastrophen seit Jahrzehnten. Mindestens 193 Menschen sind durch massive Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen, hunderte weitere gelten weiterhin als vermisst. Auslöser der Zerstörungen ist der Zyklon Ditwah, der in den vergangenen Tagen über die Insel hinwegzog und außergewöhnliche Niederschlagsmengen mit sich brachte. In einigen Regionen fielen innerhalb kurzer Zeit über 200 Millimeter Regen – Werte deutlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.

Sri Lanka

Besonders verhängnisvoll ist, dass der Zyklon während der nordöstlichen Monsunperiode auf Sri Lanka traf. Normalerweise bringt der Monsun in diesen Monaten anhaltende, aber vergleichsweise regelmäßige Regenfälle. Ditwah verstärkte diese jedoch massiv und sorgte dafür, dass Flüsse über die Ufer traten, Hänge abrutschten und ganze Ortschaften überschwemmt wurden. Infolge der sintflutartigen Niederschläge gelten zahlreiche Regionen als unzugänglich, Infrastruktur und Versorgungssysteme sind vielerorts zum Erliegen gekommen.

Mehr als 20.000 Häuser wurden vollständig zerstört, über 108.000 Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen und Schutz in staatlichen Notunterkünften suchen. Die Regierung rief den Notstand aus, um Hilfsmaßnahmen zu beschleunigen, Rettungskräfte zu koordinieren und internationale Unterstützung anzufordern. Tausende Soldaten, Polizisten und Freiwillige sind im Dauereinsatz, um eingeschlossene Bewohner zu evakuieren, Straßen freizuräumen und Hilfsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen.

Besonders betroffen sind die Distrikte Badulla und Kandy, in denen viele Dörfer weiterhin isoliert sind. Dort berichten Einwohner von dramatischen Zuständen: fehlendem Trinkwasser, schwindenden Lebensmittelvorräten und blockierten Straßen, die weder Flucht noch Hilfe zulassen. Zu den Opfern zählen auch elf ältere Menschen aus einem Pflegeheim in Kurunegala, das in den Fluten versank. Die gute Nachricht: 69 Passagiere eines in den Wassermassen stecken gebliebenen Busses in Anuradhapura konnten nach stundenlanger Rettungsaktion lebend geborgen werden.

Während Zyklon Ditwah inzwischen weitergezogen ist, warnen Meteorologen weiterhin vor starken Regenfällen. In einem Land mit gesättigten Böden und übervollen Flusssystemen könnte jede weitere Niederschlagsfront neue Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen und die ohnehin prekäre Lage weiter verschärfen.

Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, etwa 30 km südöstlich der Küste Indiens, getrennt durch die Palkstraße. Die Insel liegt strategisch am Seeweg zwischen Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien. Das Landesinnere ist von Bergland geprägt, während die Küsten überwiegend flach sind und tropisches Klima herrscht. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Singhalesen, Tamilen und Muslimen zusammen. Das Land ist kulturell vielfältig, mehrheitlich buddhistisch geprägt und wirtschaftlich stark vom Teeexport sowie vom Tourismus abhängig.

Flutkatastrophe Thailand und Indonesien: Opferzahlen steigen

Teile Südostasiens von schwerer Flutkatstrophe getroffen – Opferzahlen steigen deutlich

Heftiger Monsunregen traf in Südostasien auf einen tropischen Sturm und verstärkten sich gegenseitig. So wurde in Teilen von Indonesien, Thailand und Malaysia eine der verheerendsten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ausgelöst. Manche Quellen sprechen von den schlimmsten Fluten seit 300 Jahren, also seit dem Beginn der systematischen Klimaaufzeichnungen. Innerhalb einer Woche wurden ganze Landstriche überflutet, Ortschaften zerstört und lebenswichtige Verkehrswege unpassierbar gemacht. Insgesamt kamen in den drei Ländern mindestens 400 Menschen ums Leben, mehr als 100 Personen gelten weiterhin als vermisst. Die Anzahl der Opfer steigt stetig, und es ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, da viele betroffene Gebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Besonders dramatisch ist die Lage auf der indonesischen Insel Sumatra. Dort führten sintflutartige Regenfälle zu massiven Überschwemmungen und Erdrutschen. Die nationale Katastrophenschutzbehörde meldete bereits 248 bestätigte Todesopfer, während mehr als 75.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Ganze Dörfer wurden zerstört, Flüsse traten über die Ufer und rissen Menschen, Tiere und Gebäude mit sich. In mehreren Regionen sind Rettungsteams durch eingestürzte Brücken, überflutete Straßen und fehlendes schweres Gerät stark eingeschränkt. Hilfsflugzeuge versuchen, Versorgungsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen, doch die logistischen Herausforderungen bleiben enorm.

Auch Thailand erlebt außergewöhnlich schwere Überschwemmungen. In Hat Yai, einem wichtigen Handels- und Verkehrsstandort im Süden des Landes, erreichte das Hochwasser stellenweise Pegelstände von mehr als zweieinhalb Meter. Krankenhäuser arbeiteten zeitweise ohne stabile Wasser- und Stromversorgung, und ganze Stadtviertel standen unter Wasser. Über 3,5 Millionen Menschen sind dort von den Folgen der Fluten betroffen. Die Zerstörung von Infrastruktur sowie die langsame Versorgung abgeschnittener Gemeinden verschärfen die Notlage. Millionen Menschen sind von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Es herrscht Seuchengefahr, da auch die Kanalisationen überflutet wurden und das Abwasser an die Oberfläche gelangte.

In den sozialen Medien geteilte Fotos zeigen nicht nur Überflutete Landschaften und Menschen, die auf Rettung warten, sondern auch allerlei Getier, dass mit den Fluten in die Siedlungen gelangte. Darunter diese Python.

Malaysia blieb zwar weniger stark betroffen, verzeichnete aber dennoch Todesopfer und zehntausende Menschen, die in Notunterkünften Schutz suchen mussten. Auch dort führte der ununterbrochene Starkregen zu großflächigen Überflutungen.

Meteorologen machen veränderte Wetter- und Sturmzyklen für die außergewöhnliche Intensität der Monsunregen verantwortlich. Klimabedingte Veränderungen lassen längere und heftigere Regenperioden erwarten, was das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und humanitären Krisen in der Region weiter erhöht. Die betroffenen Länder stehen damit vor langfristigen Herausforderungen, die weit über die akute Katastrophenbewältigung hinausreichen.

Thailand: Schwere Überflutungen forderten 33 Menschenleben

Extremmonsun in Südostasien: Mindesten 33 Todesopfer in Thailand

Die Monsunzeit hat den Süden von Thailand und Teile Malaysias und Sumatras in diesem Jahr besonders hart getroffen. Heftige Regenfälle haben ganze Landstriche überschwemmt, mindestens 33 Menschen kamen alleine in Thailand ums Leben, Hunderttausende sitzen fest und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Das öffentliche Leben kam teilweise zum Erliegen und Fabriken stehen still. Die Behörden sprechen von einer der schwersten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten. In der Provinz Songkhla, dem Zentrum der Überschwemmungen, wurde der Katastrophenfall ausgerufen, nachdem in Hat Yai binnen 24 Stunden 335 Millimeter Regen niedergegangen waren – der höchste gemessene Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen vor gut 300 Jahren. In einigen Gebieten standen die Fluten bis zu zwei Meter hoch.

Die dramatische Lage zwingt Thailand zu einer beispiellosen Mobilisierung: Das Militär entsendet ein Transportflugzeug mit Hilfsgütern, 14 Boote sowie den Flugzeugträger Chakri Naruebet (ja, Thailand hat einen, die Deutschen nicht), der mit Ärzten, Hubschraubern und Feldküchen ausgestattet ist und im Extremfall als schwimmendes Krankenhaus dienen kann. Dennoch kommen Rettungsteams aufgrund der zahllosen Hilferufe kaum hinterher: Allein über soziale Netzwerke gingen Tausende Hilferufe ein, viele Menschen berichten von steigenden Wassermassen, fehlenden Lebensmitteln und unterbrochener Kommunikation.

Doch warum fällt der Monsun 2025 so außergewöhnlich stark aus?

Meteorologen verweisen auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zentrale Rolle spielt derzeit die La-Niña-Phase, ein natürliches Klimaphänomen im Pazifik, das zu veränderten Luft- und Meeresströmungen führt. La Niña sorgt in Südostasien regelmäßig für intensivere Niederschläge, die in diesem Jahr besonders stark ausfallen.

Hinzu kommt die globale Erwärmung. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Steigt die Temperatur von 27 auf 28 Grad, so kann die Atmosphäre um bis zu 6 % mehr Wasserdampfgehalt aufnehmen – ein perfekter Nährboden für extremen Starkregen. Klimamodelle zeigen, dass Monsunzeiten künftig zwar unregelmäßiger, aber deutlich intensiver ausfallen werden. Die ohnehin feuchten Wettersysteme der Region reagieren besonders sensibel auf Temperaturveränderungen.

Drittens wirkt die Veränderung der Landnutzung verschärfend: Versiegelte Böden in urbanisierten Gebieten wie Hat Yai können kein Wasser aufnehmen. Wassermassen, die früher vom Boden wie von einem Schwamm aufgenommen wurden, suchen sich heute ihren Weg durch dicht bebaute Stadtteile.

Thailand erlebt damit nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern auch einen Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Extremwetterereignisse häufiger und zerstörerischer werden. Die diesjährige Regenzeit ist ein deutliches Warnsignal: Der Monsun bleibt, doch er hat sich verändert.

Sumatra: Überflutungen und Erdrutsche durch Monsun

Sturzfluten und Erdrutsche im Norden von Sumatra: Vier Tote in Zentral-Tapanuli

Schwere Sturzfluten und Erdrutsche haben Anfang der Woche weite Teile der Westküste Nordsumatras getroffen und in mehreren Regionen massive Schäden verursacht. Besonders betroffen waren die Regierungsbezirke Tapanuli, Sibolga und Mandailing Natal. Ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem wichtige Verkehrswege und Teile der Nationalstraße aufgrund von Schlammströmen, umgestürzten Bäumen und zerstörten Brücken unpassierbar wurden. In Zentral-Tapanuli kamen vier Menschen ums Leben, nachdem ein Erdrutsch im Dorf Mardame ein Wohngebiet verschüttete.

Starkregen ließ Gewässer über die Ufer treten, überflutete Tausende Häuser und setzte zahlreiche Dörfer unter Wasser. Lokale Behörden berichteten von Sturzfluten mit reißender Strömung, die Haustrümmer, Baumstämme sowie Fahrzeuge mit sich rissen. In einigen Gebieten reichte das Wasser bis an die Dächer der Häuser. Erdrutsche blockierten zudem an mehreren Stellen die Hauptverkehrswege, wodurch Fahrzeuge im Schlamm eingeschlossen wurden und die Rettungsarbeiten erschwert waren. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen eine zerstörte Brücke und dokumentieren dramatische Momente, als ein Erdrutsch in das Dorf Dorf Mardame einfiel.

Einsatzkräfte der Lokalregierung arbeiteten gemeinsam mit Soldaten, Polizeieinheiten und Teams der nationalen Such- und Rettungsbehörde daran, Bewohner aus gefährdeten Gebieten zu evakuieren. Besonders exponierte Haushalte wurden mit Spezialfahrzeugen in provisorische Unterkünfte gebracht. Währenddessen schätzen die Behörden, dass Tausende Gebäude von den Sturzfluten direkt betroffen sind. Die genaue Schadensbilanz ist jedoch noch unklar, da einige Regionen weiterhin schwer zugänglich bleiben.

Erschwerend kommt hinzu, dass Mobilfunk- und Datenverbindungen in Zentral-Tapanuli und benachbarten Gebieten seit Dienstagnachmittag komplett ausgefallen sind. Teams der Provinzregierung Nord-Sumatras konnten die Region bislang nicht erreichen, weil Erdrutsche und anhaltender Starkregen die Zufahrtsstraßen blockieren.

Meteorologen führen die extremen Niederschläge auf die derzeitige Hauptregenzeit, ungewöhnlich warme Meeresoberflächentemperaturen und eine besonders instabile Atmosphäre zurück. Diese Faktoren sorgen für eine erhöhte Feuchtigkeitszufuhr und begünstigen die Bildung heftiger Gewitterzellen entlang der Westküste Sumatras. Lokale Wetterphänomene wie sogenannte Sumatra-Squalls verstärken die Intensität der Niederschläge zusätzlich.

Die Behörden bereiten sich auf weitere Regenfälle vor und warnen, dass weitere Erdrutsche in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen sind.

Italien: Unwetter in Neapel legt Verkehr lahm

Heftiges Unwetter in Neapel: Überschwemmungen, Verkehrschaos und Warnstufe Orange

Neapel und zahlreiche Gemeinden der Umgebung stehen derzeit unter dem Einfluss eines schweren Unwetters, das seit Tagen für Überschwemmungen, Erdrutsche und signifikante Verkehrsbehinderungen sorgt. Die anhaltenden Regenfälle haben Straßen überflutet, Hangrutschungen ausgelöst und in mehreren Stadtteilen zu gefährlichen Situationen geführt. Besonders betroffen sind die Küstenabschnitte zwischen Sorrent und Amalfi, wo seit Samstag immer wieder Erdrutsche und Schlammlawinen gemeldet werden. Auch in Posillipo stürzte eine Mauer ein und Steine blockierten die Fahrbahn und beschränkten die Zufahrt zu einzelnen Häusern.

Neapel

Die Lage spitzte sich am Montag weiter zu, als der Zivilschutz für weite Teile Kampaniens die Warnstufe Orange ausrief. Diese gilt ab Montagabend für 24 Stunden und betrifft verschiedene Zonen, darunter die gesamte Stadt Neapel, die vorgelagerten Inseln Capri, Procida und Ischia, das Vesuvgebiet sowie große Teile der sorrentinischen Halbinsel. Für die übrigen Gebiete bleibt die Warnstufe Gelb bestehen. Mit kräftigen Schauern, teils intensiven Gewittern sowie stürmischen Südwestwinden rechnen die Behörden bis Dienstagabend. Auch eine aufgewühlte See und mögliche Sturmfluten werden erwartet.

Aus den Grabungsstätten Herculaneum und Pompeji liegen noch keine Meldungen über evtl. Unwetterschäden vor, doch die Ruinen sind teilweise ungeschützt und es kommt immer wieder zu Unwetterschäden.

Die Regenfälle treffen auf eine Region, die ohnehin durch mehrere Naturgefahren geprägt ist. Erst am Wochenende brachte ein plötzlicher Temperatursturz Schnee auf den Vesuv – ein seltenes, aber nicht beispielloses Ereignis zu dieser Jahreszeit. Während am Vulkan selbst keine Beeinflussungen entstanden, verstärken die winterlichen Bedingungen die Herausforderungen für Einsatzkräfte und Bevölkerung.

Die Campi Flegrei stehen ebenfalls unter Beobachtung: Zwar gibt es keine Hinweise, dass das aktuelle Unwetter direkte Auswirkungen auf das seismisch aktive Gebiet hatte, doch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der hohe Wassereintrag ins Hydrothermalsystem phreatische Explosionen begünstigt.

Der Katastrophenschutz ruft die Bevölkerung auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und in den kommenden Stunden besonders vorsichtig zu sein. Die Lage bleibt angespannt – und eine nachhaltige Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht.