Indonesien: Starkes Erdbeben vor Java verursachte Schäden

Starkes Erdbeben MW 5,8 erschüttert Küste im Süden von Java – mehrere Vulkane in der Nähe

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 5,8 hat am Abend des 5. Februar 2026 um 18:06 UTC (01:06 Ortszeit am 6. Februar) den Süden der indonesischen Insel Java erschüttert. Das Epizentrum lag offshore 101 Kilometer südlich von Ponorogo. Die Herdtiefe betrug 53 Kilometer unter dem Meeresboden. Wegen der Tiefe und Lage vor der Küste gab es keine offizielle Tsunami-Warnung. Die Daten stammen vom EMSC.




java
Indonesien. © EMSC/Leaflet

Das USGS und der indonesische Erdbebendienst hatten zunächst stärkere Lokalmagnituden angegeben. Die Angaben schwanken zwischen ML 6,1 und 6,4. Generell fallen Lokalmagnituden-Angaben nach der Richterskala etwas stärker aus als die mittlerweile häufiger verwendete Momentmagnitude Mw. Da die Berechnung der Mw komplexer ist als die von Lokalmagnituden, sind diese Werte aber schneller verfügbar.

Laut lokalen Medienberichten war das Erdbeben nicht nur in einem großen Gebiet deutlich zu spüren gewesen, sondern hatte in Küstengemeinden nahe des Epizentrums Schäden an Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur verursacht Es handelt sich überwiegend um geringe bis mittelstarke Schäden. In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen neben Gebäuderissen abgefallene Fassadenteile, Dachziegel und auf den Straßen liegenden Verputz, der von Wänden und Decken abgeplatzt ist.

Die Erschütterungen waren in zahlreichen Ortschaften in Zentral- und Ostjava deutlich spürbar – Meldungen liegen u.a. aus Yogyakarta, Trenggalek, Surakarta, Kediri und Madiun vor.

Tektonischer Hintergrund

Schäden
Erdbebenschäden

Erdbeben in Java und besonders vor der Südküste kommen häufig vor. Nicht selten bescheren sie der Insel katastrophale Schäden. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Lage der Insel, die sich nördlich des Sundagrabens mit seiner Subduktionszone befindet. Java liegt am südlichen Rand der Eurasischen Platte, wo sich die Indisch-Australische Platte unter diese schiebt. Diese tektonische Grenze ist Teil des sogenannten Sunda-Bogens und erzeugt regelmäßige Erdbeben. Darüber hinaus bedingt die Subduktion, dass in der Asthenosphäre und im Erdmantel Magma entsteht, das hinter der Subduktionszone aufsteigt und die Vulkane der Region speist.

Einer der Vulkane ist der Merapi, der nördlich von Yogjakarta liegt. Der Ort wiederum befindet sich keine 200 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Eine Reaktion des Vulkans in Form von verstärkten Eruptionen ist möglich.

Die Region um Java ist historisch immer wieder von zerstörerischen Erdbeben heimgesucht worden:

  • Mai 2006 – Beben der Stärke 6,2 vor der Südküste Javas verursachte verheerende Schäden in der Region Yogyakarta und Bantul. Tausende Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt oder obdachlos; Hunderttausende Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
  • 1943 – Zentrales Java, Mw ~7,4, forderte hunderte Tote, Tausende Verletzte und tausende zerstörte Gebäude in der Region um Yogyakarta und darüber hinaus.
  • 1867 – Starkes Beben Mw ~7,8 traf Zentral-Java mit schweren Zerstörungen.
  • 1994 – Ostjava, Mw ~7,8 erzeugte einen Tsunami und tötete rund 250 Menschen; insbesondere Ost- und Zentraljava waren betroffen.

Diese Ereignisse zeigen, wie stark die Region seismisch belastet ist und wie groß das Gefährdungspotential auch für moderne Zentren wie Yogyakarta ist.

3 explosive Vulkanausbrüche am Marapi auf Sumatra

Drei explosive Eruptionen erschütterten den Marapi  – Vulkanasche in 5900 Metern höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi auf Sumatra ist am Donnerstag dreimal ausgebrochen und förderte dabei Aschewolken. Die stärkste Explosion ereignete sich abends um 22:25 Uhr Ortszeit (WIB). Nach Angaben des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung stieg eine Aschesäule rund 3000 Meter über den Gipfel des Vulkans auf, was einer Höhe von etwa 5890 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke wurde als dicht und grau beschrieben und driftete überwiegend in nordöstliche Richtung. Seismische Messungen registrierten eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von 87 Sekunden, was auf eine explosive Eruption hindeutet.




marapi
Marapi

Auch das VAAC Darwin bestätigte den Ausbruch. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten Vulkanasche bis in eine Höhe von Flughöhe 200 (rund 6100 Metern), die sich in südöstlicher Richtung verlagerte. Entsprechend wurde eine Vulkanaschewarnung für den Flugverkehr herausgegeben.

Die beiden anderen Eruptionen waren deutlich schwächer und förderten Aschewolken nur einige Hundert Meter über Gipfelhöhe. Darüber hinaus stellen die Sensoren am Vulkan mehrere unterschiedliche Erdbebensignale fest. Darunter befanden sich 2 starke Entgasungen, 3 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen und 4 vulkanotektonische Erdbeben. Insgesamt eine vergleichsweise bescheidene Seismizität für einen der aktivsten Vulkane Sumatras. Dennoch belegen die Signale, dass sich unter dem Vulkan Magma akkumuliert. Seit November letzten Jahres nahm die Erdbebentätigkeit unter dem Marapi leicht zu.

Die letzten Explosionen manifestierten sich Ende Januar. In diesem Monat erfolgten die Eruptionen in kürzeren Abständen als es momentan der Fall ist.

Der 2885 Meter hohe Marapi zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Die Behörden riefen die Bevölkerung erneut dazu auf, das Sperrgebiet mit einem Radius von 3 Kilometern um den Verbeek-Krater einzuhalten und sich über offizielle Kanäle über die weitere Entwicklung zu informieren. Die Alarmstufe steht auf „2“ bzw. „Gelb-Achtung“.