Japan: Starkes Erdbeben vor der Küste von Honshu

Erdbeben Mw 5,8 erschüttert Küstenregion von Honshu in Japan – Sendai und Fukushima betroffen

Datum: 29.08.2025 | Zeit: 16:29:21 UTC | Koordinaten: 38.369 ; 142.163 | Tiefe: 10 km | Mw 5,8

Gestern manifestierte sich vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu ein Erdbeben der Magnitude 5,8, dessen Hypozentrum vom GFZ in 10 Kilometern Tiefe fixiert wurde. Das Epizentrum befand sich 114 km ost-nordöstlich von Sendai. Damit lag es in der Nähe des Epizentrums des verheerenden Tōhoku-Erdbebens von 2011, das eine Magnitude von 9,0 hatte und den Tsunami auslöste, der nicht nur Zehntausende Menschen tötete, sondern auch für die Havarie des Atomkraftwerks Fukushima verantwortlich war.

Das Erdbeben gestern war auch in Sendai und Fukushima deutlich zu spüren gewesen und dürfte bei den Bewohnern der Küstenregion unangenehme Erinnerungen wachgerufen haben. Der Erdstoß ereignete sich infolge der Subduktion am Japangraben, wo die Pazifikplatte unter die kleine Ochotsk-Platte subduziert wird, die Eurasien vorgelagert ist. Diese Subduktion führt nicht nur zu starken Erdbeben, sondern bedingt auch den Vulkanismus in Japan und auch des weiter nördlich gelegenen Kamtschatkas, wo es an gleicher Plattengrenze Ende Juli ein sehr starkes Erdbeben Mw 8,8 gab. Dort gibt es bis heute zahlreiche Nachbeben.

Übrigens wird in Fukushima immer noch radioaktiv kontaminiertes Kühlwasser in den Pazifik geleitet – mit unabsehbaren Langfristfolgen für die Natur. Dass es damals zur Havarie des Atomkraftwerks kam, lag daran, dass man die Höhe eines möglichen Tsunamis falsch einschätzte und entsprechende Schutzwände an der Küste zu niedrig baute. Sie waren nur 5,7 m hoch, der Tsunami erreichte aber eine Höhe von gut 15 m. Zudem begann man den Fehler, Notstromaggregate nicht erhöht zu installieren, so dass diese schnell überflutet wurden und ausfielen, weshalb die Kühlung des abgeschalteten Atomkraftwerks nicht aufrechterhalten werden konnte. Andere Atomkraftwerke in der Nähe verfügten übrigens über höhere Schutzwände. In Fukushima stockte man die Schutzwände inzwischen bis auf 15,5 m auf.

Die Höhe der Schutzwände ergab sich aus historischen Tsunamis und im Falle von Fukushima war man nicht weit genug in die Vergangenheit zurückgegangen und verkalkulierte sich. Studien zeigen inzwischen, dass es entlang des Pazifischen Feuerrings noch viel höhere Tsunamis gab. Den Rekord schaffte ein Tsunami, der am 9. Juli 1958 in der Lituya Bay (Alaska) auflief und die Hänge der fjordartigen Struktur bis auf eine Höhe von 524 m überflutete. Sicherlich wird sowas nicht an einer offenen Küste geschehen, doch die Höhe eines Tsunamis ist von mehrere Faktoren abhängig als der bloßen Magnitude des Erdbebens, wie man auch am Beispiel des jüngsten Bebens in Kamtschatka sieht, das fast so stark war wie das Erdbeben von 2011 aber nur schwache tsunamis erzeugte.

Apropos Atomkraft: Kanzler Merz läutete gestern in Frankreich einen Paradigmenwechsel ein und gibt seinen Widerstand gegen Atomkraft als emissionsarme Energiequelle auf. Damit ist Deutschland auf dem Weg, den Kurs von Ex-Kanzlerin Merkel zu kassieren, die nach der Fukushima-Havarie aus der Kernenergie ausstieg.

Neue Techniken und die Entwicklung von mini-Atomkraftwerken mögen die Kernenergiegewinnung heute sicherer machen, doch nach wie vor ist das Problem der Endlagerung radioaktiver Abfälle nicht gelöst. Daher stehe ich dieser Technologie skeptisch gegenüber.