Taal mit 2 kleinen phreatischen Eruptionen am 9. Januar

Taal erzeugte heute 2 kleine phreatische Eruptionen – Gasausstoß vergleichsweise niedrig

Auf den Philippinen sind nicht nur Mayon und Kanlaon aktiv, sondern auch der Taal: Heute manifestierten sich dort zwischen 07:11 und 07:15 Uhr Lokalzeit zwei kleine phreatische Eruptionen im Kratersee von Volcano Island. Die Explosionen erzeugten schlammige Fontänen und ließen Dampf aufsteigen. Eine VONA-Warnung gab es nicht, was darauf hindeutet, dass kein frisches Magma an der Eruption beteiligt gewesen war.

Taal. © PHILVOLCS

Direkte Warnzeichen in Form von Tremor gab es diesmal nicht, allerdings war der Schwefeldioxidausstoß in den letzten Tagen sehr niedrig. Er erhöhte sich allerdings bereits vor den Explosionen wieder. So wurden gestern 160 Tonnen des vulkanischen Gases emittiert. Zudem registriert das seismische Netzwerk 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Das Vulkangebäude des Inselvulkans innerhalb der Taal-Caldera zeigt weiterhin Anzeichen der Inflation: Auch wenn aktuell kein Magma an der Eruption beteiligt war, befindet sich im flachen Magmenspeicher unter dem Vulkan Schmelze. Sie ist für die Erdwärme verantwortlich, die Grundwasser explosionsartig verdampfen lässt, wodurch die phreatischen Eruptionen entstehen.

Seit einem Jahr sind die geophysikalischen und geochemischen Messgrößen am Taal generell rückläufig. Phreatische Eruptionen können auch verstärkt während Abkühlungsphasen auftreten und müssen nicht zwingend an ein Aufheizen eines Vulkansystems gekoppelt sein. Daher bleibt unklar, ob der Taal aktuell zu einer größeren Eruption befähigt ist, die über phreatomagmatische Explosionen hinausgeht.

Mit der Alarmstufe „1“ hält PHILVOLCS den Alarmstatus des Vulkans niedrig. Es gilt eine 2-Kilometer-Sperrzone um den Krater auf Volcano Island und die Insel darf nicht betreten werden. Es gilt auch ein Überflugverbot in geringer Höhe. Passagiermaschinen sind hiervon aber nicht betroffen.

Der Mayon hingegen steigerte in den letzten Tagen seine Aktivität signifikant. Hier könnte sich ein lohnendes Ziel für Vulkanspotter entwickeln, besonders falls es wie bei den beiden vorangegangenen Eruptionsserien zu Paroxysmen kommen sollte. Stay tuned!