Myanmar: Zwei Erdbeben Mw 5,9 und 5,2 am 3. Februar

Starke Erdbeben in Myanmar: Spürbare Erschütterungen aber keine schweren Schäden gemeldet

Datum: 03.02.2026 | Zeit: 15:34:01 UTC | Koordinaten  20.514 ; 93.964 | Tiefe: 55 km | Mw 5,9

Heute Nachmittag haben zwei moderate bis starke Erdbeben mit den Magnituden 5,9 und 5,2 das westliche Myanmar erschüttert. Die Erschütterungen, deren Epizentren 95 km westlich von Yenangyaung lagen, wurden nicht nur in Myanmar, sondern auch weit darüber hinaus in Teilen Indiens und Bangladesch gespürt. Bisher gibt es keine bestätigten Berichte über größere Schäden oder Verletzte in den betroffenen Regionen.




Myanmar

Das stärkere der beiden Erdbeben hatte ein Hypozentrum in einer Tiefe von 55 km unter der Erdoberfläche. Ein zweites Beben Mw 5,2 folgte rund 17 Minuten später in praktisch derselben Region und lag in einer Tiefe von 63 km.

Seismische Ereignisse dieser Stärke sind in Myanmar nicht ungewöhnlich und verursachen oft Schäden, wenn sie sich in geringeren Tiefen manifestieren. Darüber hinaus sind sie noch in benachbarten Regionen spürbar. In Städten wie Kolkata berichteten Bewohner, dass sie das Beben deutlich gespürt hätten. Scheiben und Türen klapperten, Möbel bewegten sich und Menschen sind vorübergehend aus Gebäuden geflüchtet. Stärkere Schäden entstanden nicht.

Myanmars Lage am Schnittpunkt mehrerer tektonischer Platten macht die Region zu einer der aktivsten seismischen Zonen Asiens, die einem tektonischen Pulverfass gleicht. Das Land liegt zwischen der Indischen, Eurasischen, Sunda- und Burma-Platte – vier tektonischen Einheiten, deren Bewegungen enorme Spannungen im Gestein erzeugen.

Ein besonders bedeutender geologischer Bruch ist die Sagaing-Verwerfung – ein rund 1 200 Kilometer langer transformierender Verwerfungszug, der sich von der Andamanensee bis in den Norden Myanmars erstreckt. Entlang dieses Bruches gleiten die Platten seitlich aneinander vorbei, was immer wieder zu starken Erdbeben führt. Diese Störung war unter anderem auch Ursprung des verheerenden Bebens der Magnitude 7,7 im März 2025, das große Teile des Landes verwüstete und Tausende Menschenleben forderte.

Entlang der westlichen Küste Myanmars verläuft außerdem eine stark schräg einfallende konvergente Grenze des Andamanen Grabens, an der die Indische Platte unter die Burma-Platte subduziert. Diese Subduktionsprozesse sind in der Lage, auch sehr starke Erdbeben hervorzubringen, und sind tektonisch mit den Himalaya-Bogensystemen verbunden.

Doch die aktuellen Beben manifestierten sich an keiner dieser beiden tektonischen Grobstrukturen, sondern an einer Verwerfung der dazwischen liegenden Myanmar-Range, einem Küstengebirge, das sich infolge der Plattenkonvergenz auffaltet.