Ätna: Flughafen in Catania bleibt geschlossen

Anhaltende Ascheemissionen am Ätna – Flughafen Catania bleibt vorerst geschlossen

Am Ätna auf Sizilien dauern die schwachen Ascheemissionen an. Obwohl die Aktivität vergleichsweise gering ist und sich die Aschewolke rasch auflöst, bleiben die Emissionen für den Flugverkehr relevant. So verlängerte der Flughafen Catania am Dienstag die Sperrung der Luftraumsektoren B3 und C1. Nach Angaben des Flughafens sollen die Flugoperationen voraussichtlich bis mindestens 14:30 Uhr Ortszeit ausgesetzt bleiben. Danach wird entschieden, ob der Flughafen öffnet oder weiter gesperrt bleibt. Reisende wurden aufgefordert, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Airline über den aktuellen Flugstatus zu informieren.

Die anhaltenden Einschränkungen sorgen auf Sizilien für Verkehrsprobleme, da viele Flüge entweder ersatzlos gestrichen wurden oder auf andere Flughäfen umgeleitet wurden. Unter den Betroffenen waren am Montag auch zahlreiche Urlauber aus Bayern, die nach dem Ende ihres Urlaubs die Heimreise antreten wollten. In Bayern enden heute die Sommerferien, sodass sich die Beeinträchtigungen des Flugverkehrs für Rückreisende zeitlich besonders ungünstig auswirken.

Das VAAC Toulouse geht davon aus, dass die Ascheemission seit dem Beginn der jüngsten Emissionsphase am 14. September gegen 02:40 Uhr UTC weiter anhält. Satellitendaten konnten am Dienstagmorgen allerdings keine eindeutig erkennbare Aschewolke ausmachen. Auf Livecam-Aufnahmen waren sie allerdings noch sichtbar. Jetzt am Vormittag sind Wolken aufgezogen, dennoch kann man die Asche zeitweise noch erahnen. Nach Einschätzung des VAAC zieht die Asche nach Süden und löst sich aufgrund der geringen Emissionsrate schnell auf.

Eine VONA-Meldung des Ätna-Vulkanobservatoriums bestätigte am Montag die anhaltende Ascheemission. Die Höhe der Vulkanwolke wurde anhand von Überwachungskameras auf etwa 4000 Meter über dem Gipfel geschätzt. Auch thermische Kameras registrierten das Phänomen. Der VONA-Flugfarbencode steht weiterhin auf Rot, nachdem zuvor die Warnstufe Orange gegolten hatte.

Von Interesse ist auch der Umstand, dass gestern auf Nachtaufnahmen zwei rote Spots im Gipfelbereich des Südostkraters auszumachen waren. Es handelt sich um die erste Rotglut an diesem Kraterkegel seit Monaten. Möglich, dass sich die Eruptionen demnächst ausweiten. Dafür spricht auch die großflächige Ausdehnung der Tremorquellen. Die Tremoramplitude ist in den letzten Stunden bis in den niedrigen gelben Bereich gestiegen.

Am Montag wurde auch ein weiteres Erdbeben im Bereich der Nordostflanke des Ätna registriert. Das Beben ereignete sich in nur etwa 170 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel gut 1,6 Kilometer südöstlich des Monte Nero und erreichte eine Magnitude von 2,3. Das Epizentrum liegt im Bereich der Pernicana-Störung, einer tektonisch aktiven Störungszone an der Nordostflanke des Vulkans. Erdbeben hier werden häufig durch fluidbedingte Spannungsänderungen ausgelöst, die auf Magmaaufstieg hindeuten können.