Vergleichsweise starkes Erdbeben unter der Ätna-Südwestflanke – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen
Datum: 04.03.2026 | Zeit: 06:05:11 UTC | Koordinaten: 37.652 ; 14.920 | Tiefe: 4 km | Mb 4,5
Heute Morgen ereignete sich um 06:05:11 UTC ein mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 4,5 in nur 4 Kilometern Tiefe unter der Südwestflanke des Ätnas. Das Epizentrum lag laut EMSC Angaben 10 Kilometer nördlich von Paternò, genauer zwischen den Ortschaften Ragalna und Biancavilla am Fuß des Monte Arso. Es gab zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen. Größere Schäden wurden bis jetzt nicht gemeldet

Vor einigen Jahren kam es in dieser Gegend bereits häufiger zu Erdbeben, die sich zwar an einer lokalen Störungszone ereigneten, nachweislich aber durch Spannungsänderungen infolge von Magmenaufstieg ausgelöst wurden. Besonders erwähnenswert ist der Erdstoß vom 6. Oktober 2018 mit einer Magnitude von 4,8. Damals war der Ätna paroxysmal aktiv. Am 24. Dezember folgte eine subterminale Eruption.
<>Ob der aktuelle Erdstoß Schäden kleinere verursacht hat, ist noch nicht bekannt, liegt jedoch durchaus im Bereich des Möglichen. Auf jeden Fall wurde das Erdbeben in der Ätna-Region deutlich gespürt. Dem EMSC liegen Wahrnehmungsmeldungen auch aus Catania und sogar aus Syrakus vor. Zahlreiche Berichte aus Catania sprechen von vibrierenden Betten, schwankenden Möbeln, klappernden Türen und Fenstern sowie klirrendem Geschirr. Zudem soll das Beben vergleichsweise lange angedauert haben.
Das seismische Signal auf den Seismogrammen schwingt über drei Minuten lang und sprengt die Skala. Eine halbe Stunde später folgte ein weiteres Erdbeben der Magnitude Mb 2,7.

Interessant ist zudem, dass es Ende Februar einen kleineren Erdbebenschwarm im Westen des Ätnas gab. Dieser lag deutlich flacher als die tiefen Erdbeben der vergangenen Monate an gleicher Stelle. Diese Beben stehen wahrscheinlich direkt mit Magmenaufstieg in Verbindung. Zeitgleich mit den Erschütterungen stieg der Tremor von niedrigen auf mittelhohe Werte an. Der Tremorgraph spiegelt das aktuelle Beben ebenfalls in Form eines scharfen Peaks wider.
In der Vergangenheit war es häufig so, dass nach mittelstarken Erdbeben mit einem Abstand von einigen Wochen besondere Eruptionsphasen einsetzten. Sie liefern zwar nicht zwingend Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption, mittelfristig können sie jedoch durchaus als Indikatoren für neue vulkanische Aktivität gewertet werden.
Das Wochenbulletin steht bis jetzt aus, daher kann ich keine neuen geophysikalischen Daten liefern.
Update 10:30 Uhr: Wie das INGV mitteilte, wird ein Nachbebenschwarm registriert. Bis jetzt wurden 13 Erschütterungen mit Magnituden über 1,0 registriert. Entgegen früheren Meldungen ist es doch zu Schäden gekommen.
