Piton Fournaise: Vulkanausbruch fördert neuen Lavastromarm

Vulkanausbruch am Piton Fournaise bringt neuen Lavastromarm hervor – leichte Aktivitätssteigerung

Die Eruption des Piton de la Fournaise geht nicht nur weiter, sondern steigerte sich in den letzten Tagen leicht: Der neue Kraterkegel ist nun seitlich komplett geschlossen, was die Lava dazu zwang, sich neue Wege zu suchen. Im Bereich des Kraterkegels bildeten sich neue Lavatunnel. Dadurch kam es dazu, dass die Lava an anderen Stellen hervorbrach und neue Oberflächenlavaströme erzeugte. Diese fließen überwiegend oberhalb der Verwerfung der Grandes Pentes. Dort breitet sich das Lavafeld weiter aus und gewinnt an Mächtigkeit.

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Karte Lavastrom. © OVPF

In der vergangenen Nacht überquerte ein neuer Lavastromarm die Verwerfung und war im oberen Bereich der Grandes Pentes sichtbar. Dabei wählte er einen Weg, der etwas südlicher lag als jener Strom, der zuvor in den Grandes Pentes zum Stillstand gekommen war. Die Lavafront in den Grandes Pentes liegt weiterhin rund 2,6 km von der Nationalstraße 2 entfernt und verharrt auf dem 660-m-Höhenniveau.

Die anhand von Satellitendaten geschätzten Oberflächen-Förderraten lagen in den letzten 24 Stunden bei maximal 12 m³/s. Eine Zunahme gegenüber den 9 m³/s der letzten Woche. Entsprechend weiter angestiegen ist die Tremoramplitude. Seit Beginn der Eruption wurden schätzungsweise rund 10 Millionen m³ Lava an die Oberfläche gefördert. Eine Menge, die die Sundhnúkur-Eruptionen auf Island meistens in den ersten ein bis zwei Tagen der Eruptionen hervorbrachten. Dort waren die Eruptionsspalten allerdings mehrere Kilometer lang.

Die GNSS-Stationen am Gipfel und am Fuß des Kegels bestätigen eine erneute, wenn auch schwache Aufblähung des Vulkans. Trotz gewisser Schwankungen in den Messdaten der letzten Tage deutet die anhaltende, leichte Inflation auf eine moderate Wiederaufladung des Magmasystems hin – möglicherweise durch frischen Magmanachschub aus einem oberflächennahen Reservoir.

Wie lange die Eruption andauern wird, lässt sich nicht prognostizieren. Anzeichen für ein baldiges Ende gibt es nicht. Sie könnte Wochen oder sogar Monate andauern, insbesondere, weil wieder eine erneute Inflation des Vulkans festgestellt wird.