Regen der Superlative – extremer Starkregen überflutet Teile von Australien
Australien durchlebt in diesen Tagen ein außergewöhnliches Niederschlagsereignis, dessen Stärke von Meteorologen als ein Ereignis eingeordnet wird, das „einmal pro Generation“ auftritt. Besonders betroffen sind die südlichen Bundesstaaten South Australia, Victoria und New South Wales, die für ihr trockenes Klima bekannt sind. Innerhalb weniger Tage fielen in manchen Regionen Regenmengen, wie sonst in einem ganzen Jahr.

Nach Angaben des Bureau of Meteorology führte eine ungewöhnlich feuchte tropische Luftmasse in Kombination mit einem langsam ziehenden Tiefdrucksystem zu anhaltenden und intensiven Niederschlägen. Der leitende Meteorologe Dean Narramore – der im australischen Fernsehen auftrat – beschrieb die Luft in normalerweise trockenen Wüstenstädten als „aktuell unglaublich feucht“ und verglich sie mit tropischen Standorten Australiens wie Darwin oder Cairns.
In South Australia wurden historische Niederschlagswerte gemessen. In Loxton waren es 56 mm in 24 Stunden, was einen neuen Rekord für den Monat März aufstellt. In Yunta waren es 129 mm. In den Flinders Ranges kam es zu schweren Überschwemmungen, als ansonsten fast trockene Flüsse massiv über die Ufer traten. Berichten zufolge gab es mindestens ein Todesopfer.
Auch im Nordwesten Victorias erreichten die Niederschläge extreme Dimensionen. In Mildura wurden bis zum Morgen des 2. März 83 mm gemessen, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellte. Es war der nasseste Märztag seit Beginn der Aufzeichnungen. Innerhalb einer Woche summierten sich die Mengen regional auf 140 bis 150 mm.
Im Südwesten von New South Wales, insbesondere in der Region Riverina, traten lokal 40 bis 70 mm in nur sechs Stunden auf, stellenweise bis zu 100 mm. Viele Böden waren mit Nässe gesättigt, wodurch die Hochwassergefahr trotz inzwischen nachlassenden Regens hoch bleibt.
Für uns Europäer sind diese Werte nicht unbedingt alltäglich, stellen aber bei Unwettern keine außergewöhnlichen Rekorde dar. In sonst ariden Gegenden reagieren Mensch und Natur auf solche Niederschlagsmengen sensibler.
Als mögliche Ursachen für die ungewöhnliche Wetterlage gelten mehrere Faktoren: Ein stationäres Tief transportierte kontinuierlich feuchte Luft aus dem tropischen Norden Australiens in den ariden Südosten. Zweitens begünstigten ungewöhnlich warme Meeresoberflächen höhere Verdunstungsraten und damit größere Feuchtemengen in der Atmosphäre. Drittens kann der langfristige Klimawandel Extremniederschläge verstärken, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Zusammengenommen führten diese Bedingungen zu einem Ereignis mit dramatischen Folgen für Infrastruktur, Landwirtschaft und Bevölkerung.
Auch im benachbarten Indonesien kam es gestern zu Starkregen, der am Vulkan Merapi im Süden Zentraljavas zu überlaufenden Flüssen und Laharabgängen führte.