Ätna: Vulkanausbruch wird explosiver

Vulkanausbruch am Ätna ändert seinen Charakter – explosive Komponente wird dominanter

Der Ätna auf Sizilien ist bekanntlich immer für eine Überraschung gut, auch wenn sich bekannte Muster gerne wiederholen. Auffällig ist eine langsame, aber stetige Zunahme des vulkanischen Tremors, was auf stärkere Fluidbewegungen hindeutet. Diese können durch Gasblasen verursacht werden, die im Magma brodeln und so einen Effekt ähnlich eines klappernden Deckels auf einem Kochtopf auslösen. Stärkere Entgasungen sind Hinweise auf explosive Aktivität und tatsächlich beobachtet man seit gestern eine deutliche Zunahme der Stärke strombolianischer Eruptionen aus dem jüngsten Schlot des Voragine-Kraterkegels.

Steigender Tremor am Ätna. &copy, INGV

Während sich die Explosionen verstärkten, hat parallel dazu seit dem 2. Juli die effusive Eruptionskomponente abgenommen. Heute Morgen konnte ich auf der Thermalcam nur noch eine sehr schwache Wärmesignatur im oberen Bereich des Valle del Leone erkennen. Sie stammte offenbar von der Restwärme des sich abkühlenden Lavastroms.

Auffällig ist zudem, dass die Vulkanasche, die aus der Voragine phasenweise aufsteigt, nun von dunkelgrauer Färbung ist, anstatt hellbraun zu sein. Letztere Färbung signalisierte, dass überwiegend bereits im Schlot abgelagertes, altes Material fragmentiert und ausgestoßen wurde. Die dunkelgraue Farbe weist hingegen auf frisch aufgestiegenes und fragmentiertes Magma als Quelle der Aschewolke hin. Ansonsten sagt das unter eingebundene Video von Etna Walk alles:

Erstaunlicherweise gibt es noch keine neuen VONA-Warnungen vom VAAC Toulouse. Die Franzosen hängen aktuellen Entwicklungen tatsächlich oft hinterher und ich frage mich allmählich, ob deren Büro permanent besetzt ist oder ob da ab und an jemand von anderen meteorologischen Behörden zur Arbeit abkommandiert wird. Natürlich ist es dort oft ruhig, wenn der Ätna gerade nicht aktiv ist. Von daher stellt sich die Frage, ob Europa 2 VAACs benötigt oder ob man Toulouse und London nicht besser zusammenschließt und das Zepter an die Isländer übergibt, die hier ein wenig engagierter agieren und sich permanent mit Naturgefahren auseinandersetzen.