Alaid auf den Kurilen: Vulkanasche zieht über den Pazifik
Auf der russischen Kurileninsel Atlasow ist der Vulkan Alaid am 10. September aktiv geworden und erzeugte offenbar eine Eruption, die vom zuständigen Vulkanobservatorium noch bestätigt werden muss. Das VAAC Tokyo registrierte anhand von Satellitendaten des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 eine mögliche Eruption. Gegen 01:10 UTC wurde eine Aschewolke beobachtet, die bis in etwa 3.000 Meter Höhe aufstieg. Um 02:10 UTC erstreckte sich die Wolke bereits mehrere Dutzend Kilometer östlich des Vulkans. Sie wurde mit einer Geschwindigkeit von 38 km/h Richtung Osten verfrachtet.

Der Alaid ist ein 2.285 Meter hoher Stratovulkan und bildet nahezu die gesamte unbewohnte Insel Atlasow im äußersten Norden der Kurilen. Die Insel liegt zwischen der Kamtschatka-Halbinsel und den übrigen Kurilen im Ochotskischen Meer. Der Alaid ist nicht nur der nördlichste, sondern auch einer der aktivsten Vulkane des Archipels und zählt zu den höchsten Vulkanen der Kurilen. Geologisch gehört er zum Kurilen-Kamtschatka-Inselbogen, der durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Okhotsk-Platte geprägt wird.
Der Vulkan ist vor allem für explosive Ausbrüche aus seinem Gipfelkrater bekannt, kann aber auch Lavaströme fördern. Bei der letzten größeren Eruption im Jahr 2022 kam es zu einer Kombination aus explosiver und effusiver Aktivität. Dabei wurden unter anderem zwei Lavaströme am Südhang des Vulkans beobachtet. Die Eruptionsphase dauerte vom September bis in den November 2022 und erzeugte wiederholt Aschewolken und thermische Anomalien.
Die VONA-Meldung von heute war die erste in diesem Jahr. Um 05:50 UTC wurde eine zweite Meldung veröffentlicht, mit der die Warnung aufgehoben wurde, weil die Aschewolke nicht länger nachweisbar war. Dennoch stellt die aktuelle Aschewolke einen Hinweis auf das Wiederaufleben der Aktivität nach mehreren Jahren relativer Ruhe dar.