Furnas: Alarmstufe am Vulkan auf den Azoren erhöht

Vulkanalarm am Furnas auf São Miguel (Azoren) wegen zunehmender Seismizität erhöht

Auf den Azoren hat die seismische Aktivität unter dem Vulkan Furnas deutlich zugenommen. Das zuständige seismovulkanologische Überwachungszentrum CIVISA erhöhte deshalb am 8. September den vulkanischen Alarmzustand für den Vulkan auf der Insel São Miguel auf V1. Die Maßnahme erfolgte nach einer Serie von Erdbeben, die sich im Bereich des Vulkans ereigneten.

Furnas

Besonders auffällig war ein Erdbeben der Magnitude 2,9, dessen Hypozentrum vier Kilometer west-südwestlich von Furnas lag. Laut dem EMSC hatte das Beben eine Magnitude von 3,0 und ein Hypozentrum in 4500 m Tiefe. Der Erdstoß wurde auf São Miguel deutlich wahrgenommen. Bereits zuvor hatte es schwache Erschütterungen gegeben. In den folgenden Tagen setzte sich die erhöhte Seismizität fort; Erdbebendaten weisen weiterhin mehrere Beben im Umfeld des Vulkans aus.

Die Alarmstufe V1 bedeutet allerdings nicht, dass unmittelbar ein Vulkanausbruch erwartet wird. Sie markiert eine Phase erhöhter vulkanischer Unruhe, in der die Überwachung intensiviert wird. Dabei wird nicht nur auf die Seismizität geachtet, sondern auch darauf, ob sich andere geophysikalische und geochemische Parameter wie Bodenverformung, Temperatur oder die Zusammensetzung vulkanischer Gase verändern.

Furnas gehört zu den aktivsten Vulkansystemen der Azoren. Der große Vulkan im Osten von São Miguel ist durch eine ausgedehnte Caldera mit einem See und ein stark ausgeprägtes hydrothermales System mit Fumarolen, heißen Quellen und Schlammbecken geprägt. Seine letzte historische Eruption ereignete sich 1630 und war explosiver Natur.

Furnas ist nicht der einzige unruhige Vulkan der Azoren: Mehrere Vulkansysteme stehen hier bereits unter erhöhter Beobachtung. Auf Terceira gilt für Santa Bárbara und das westliche Fissurensystem ebenfalls V1, während auf São Jorge das Manadas-Fissurensystem besonders überwacht wird.