Ambae: Vulkanausbruch verursacht sauren Regen

Ambae
Ambae. © Unity Airlines

Vulkanausbruch auf Ambae: Ascheniederschlag und saurer Regen verunsichert Bevölkerung

Auf der Vulkaninsel Ambae (Vanuatu) sorgt der Ausbruch des Vulkans Manaro Voui weiterhin für erhöhte Alarmbereitschaft unter den Inselbewohnern, die unter einem zunehmenden Leidensdruck steht. Der Vulkan stößt regelmäßig Vulkanasche und Gase aus, die bis zu vier Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen. Während die Asche sichtbar niedergeht und ein Problem für die Landwirtschaft darstellt, da sie die Feldfrüchte bedeckt, wirkt das Gas subtiler, aber nicht weniger schädlich, denn es verursacht sauren Regen. Dieser lässt Pflanzen welken und kontaminiert das Trinkwasser.

Die Behörden haben die Warnstufe auf drei von fünf festgelegt, was auf eine anhaltend gefährliche Situation hinweist. Rund um den Krater wurde eine Gefahrenzone von etwa drei Kilometern eingerichtet, die von der Bevölkerung gemieden werden soll. Trotz der wachsenden Besorgnis und der Zunahme der Probleme ordneten die Behörden bis jetzt keine Massenevakuierung an, wie es zuletzt 2018 geschah. Stattdessen wurden Teams des Nationalen Katastrophenschutzamtes nach Ambae entsandt, um besonders betroffene Gebiete zu begutachten und gegebenenfalls als Katastrophenzonen auszuweisen. Für diese Maßnahmen stellte die Regierung ein Budget von rund 20 Millionen Vatu, etwa 170.000 US-Dollar, bereit.

Um die Entwicklung des Ausbruchs genauer zu beobachten, führte die Fluggesellschaft Unity Airlines am 7. März einen speziellen Beobachtungsflug durch. Der Flug wurde ohne Passagiere durchgeführt, um das Risiko für Menschen zu minimieren. Während des Fluges wurden Fotos und Videos aufgenommen, die Wissenschaftlern und Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Diese Daten helfen dabei, die Bewegung der Aschewolke und die Aktivität des Vulkans besser zu überwachen.

Auf den Bildern ist nicht nur die Aschewolke des Vulkans sehr gut zu sehen, sondern auch, dass der Kratersee im Manaro Voui zum großen Teil trockengefallen ist. Ein Phänomen, das wir auch vom Poás in Costa Rica gut kennen.

Die Auswirkungen des Ausbruchs sind für die Bewohner der Insel deutlich spürbar. Besonders problematisch ist der oben erwähnte saure Regen, der durch vulkanische Asche und Gase entsteht, die Schwefeldioxid enthalten. Dieser Regen kann Pflanzen, Böden und Wasserquellen stark beschädigen. Berichten zufolge wurden bereits zahlreiche Gemüsegärten zerstört, wodurch die Lebensmittelversorgung vieler Familien gefährdet ist. Auch die Trinkwasserversorgung ist beeinträchtigt, da der saure Regen den pH-Wert von Wasser in Tanks und Sammelbehältern verändert. Behörden empfehlen deshalb, möglichst auf geschützte Wasserquellen oder Brunnen zurückzugreifen.

Neben den direkten Schäden an Landwirtschaft und Wasser hat der Ascheregen auch Auswirkungen auf die Umwelt. In Flüssen und Bächen verändert sich der Säuregehalt des Wassers, was Fische, Garnelen und andere Wasserlebewesen beeinträchtigen kann. Durch Veränderungen der Windrichtung verteilt sich die Asche inzwischen über große Teile der Insel und erreicht teilweise auch benachbarte Inseln wie Santo, Malakula, Pentecost und Ambrym.

Bewohner in stark betroffenen Regionen wurden aufgefordert, bei Bedarf in weniger gefährdete Teile der Insel umzuziehen. Gleichzeitig bereiten die Behörden Notfallpläne vor, falls sich die Situation verschärft. Sollte die Warnstufe auf vier steigen, könnte eine vollständige Evakuierung der Insel notwendig werden.