Türkei: Erdbeben Mw 5,1 nahe Pamukkale

Mittelstarkes Erdbeben erschüttert Region bei Pamukkale/Denizil im Westen der Türkei

Datum: 09.03.2026 | Zeit: 06:21:05 UTC | Koordinaten: 38.087 ; 28.974 | Tiefe: 7 km | Mw 5,1

Am Morgen des 9. März 2026 wurde die westtürkische Ägäisregion von einem moderaten Erdbeben erschüttert. Der Erdstoß erreichte eine Magnitude von 5,1 und ereignete sich um 06:21 UTC (09:21 Uhr Ortszeit). Das Epizentrum lag etwa 32 Kilometer nordnordwestlich von Merkezefendi bei Denizli sowie rund 19 Kilometer nördlich von Sarayköy. Das bekannte und bei Touristen beliebte Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen liegt 25 Kilometer südöstlich des Epizentrums. Der Herd befand sich in nur etwa sieben Kilometern Tiefe und damit in der oberen Erdkruste, wo Erdbeben häufig deutlich wahrgenommen werden. In den Stunden nach dem Hauptbeben registrierten seismische Messnetze eine Serie kleinerer Nachbeben. Sie sind ein typisches Zeichen dafür, dass sich die Spannungen entlang der betroffenen Störungszone neu verteilen.

pamuk
Pamukkale. © EMSC/Leafleat

Tektonisch liegt das Ereignis in einer der aktivsten Dehnungsregionen des Mittelmeerraums. Westanatolien wird seit dem späten Känozoikum stark auseinandergezogen. Ursache ist die großräumige Plattentektonik: Die arabische Platte drückt Anatolien nach Westen, während südlich davon die afrikanische Platte unter den hellenischen Inselbogen abtaucht. Dadurch wird die Kruste Anatoliens gedehnt und zerbricht in eine Reihe ost-west-verlaufender Grabenstrukturen.

Zu den wichtigsten dieser Riftzonen gehört der Gediz-Graben, der sich über mehr als 150 Kilometer durch die Ägäisregion erstreckt. Parallel dazu verlaufen weitere Dehnungsbecken wie der Büyük-Menderes-Graben und der Küçük-Menderes-Graben. Die Erdbeben entstehen hier überwiegend an sogenannten Normalstörungen, entlang derer ein Krustenblock relativ zum anderen absinkt.

Pamukkale

Das aktuelle Beben ereignete sich in einer strukturellen Übergangszone zwischen zwei wichtigen Störungssystemen. In diesem Bereich geht die Pamukkale-Störungszone, die das Denizli-Becken begrenzt und für die berühmten Travertinterrassen von Pamukkale mitverantwortlich ist, in das westliche Segment des Gediz-Grabens über. Solche Übergangsbereiche sind häufig besonders komplex aufgebaut, da mehrere Bruchsysteme miteinander verbunden sind und Spannungen aus verschiedenen Richtungen zusammentreffen. Der Gediz-Graben geht wiederum in den Simav-Graben über, der im letzten Jahr besonders aktiv war.

Die Region ist seit der Antike für ihre seismische Aktivität bekannt. Zahlreiche historische Städte, darunter Hierapolis oberhalb der Travertinterrassen von Pamukkale, wurden wiederholt durch Erdbeben beschädigt oder zerstört. Auch größere Beben im Bereich des Gediz-Grabens haben in der Vergangenheit schwere Schäden mit Todesopfern verursacht, zuletzt im Jahr 1969, als es zu einem Erdbeben Mw 7,2 gekommen war.

Das aktuelle Ereignis mit Magnitude 5,1 stellt somit ein typisches Beispiel für die anhaltende tektonische Dehnung Westanatoliens dar. Es verdeutlicht erneut, dass die Landschaft dieser Region – mit ihren Grabenstrukturen, Thermalquellen und Travertinterrassen – unmittelbar mit der fortdauernden geologischen Aktivität verbunden ist.