Bozdag-Güzdek: Schlammvulkan in Aserbaidschan bricht aus

Schlammvulkan Bozdag-Güzdek ausgebrochen – erste Eruption seit 2024

Am späten Abend des 9. April kam es auf der Absheron-Halbinsel zu einem der seltenen Ausbrüche des Schlammvulkans Bozdag-Güzdek: Um 22:26 Uhr Ortszeit registrierten seismische Messstationen ein gut sechs Minuten andauerndes Ereignis, das laut den Geologen in einer einzigen, klar abgegrenzten Phase verlief. Schäden oder Verletzte wurden nicht gemeldet, dafür aber ein typischer Verlauf des einzigartigen Naturphänomens.

Schlammvulkane wie Bozdag-Güzdek unterscheiden sich grundlegend von klassischen Vulkanen. Statt glühender Lava fördern sie ein Gemisch aus Wasser, feinkörnigen Sedimenten und Gasen an die Oberfläche. Die treibende Kraft hinter solchen Eruptionen ist meist Methan, das sich in mehreren Kilometern Tiefe unter hohem Druck ansammelt. Wird dieser Druck zu groß, entlädt er sich plötzlich und drückt Schlamm und Gas durch natürliche Schwächezonen im Gestein nach oben, wo sich Schlammvulkane formieren. Manchmal kommt es zur Selbstentzündung des Methans, was Explosionen erzeugen kann, die ebenso gefährlich wie spektakulär sind.

Die Region rund um die Absheron-Halbinsel zählt weltweit zu den aktivsten Gebieten für Schlammvulkanismus. Das hängt eng mit ihrer geologischen Struktur zusammen: Unter der Oberfläche befinden sich mächtige Sedimentschichten, die reich an Kohlenwasserstoffen sind. Tatsächlich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Schlammvulkanen und Erdöl- sowie Erdgaslagerstätten. Bozdag-Güzdek liegt in unmittelbarer Nähe bedeutender Fördergebiete, wodurch seine Aktivität als sichtbarer Ausdruck unterirdischer Prozesse gilt.


Bereits in der Vergangenheit trat der Vulkan episodisch in Erscheinung, zuletzt etwa im Jahr 2024 mit einem ähnlich kurzzeitigen, aber energiereichen Ausbruch. Solche Ereignisse werden von Wissenschaftlern genau überwacht, da sie wertvolle Hinweise auf Druckverhältnisse und Gasbewegungen im Untergrund liefern können.

Obwohl die Eruptionen meist harmlos verlaufen, haben sie eine wichtige wissenschaftliche Bedeutung. Sie fungieren gewissermaßen als „Ventile“ der Erde und geben Einblick in Prozesse, die sich mehrere Kilometer unter der Oberfläche abspielen.