Piton Fournaise: Vulkanausbruch geht am 11. April weiter

Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht mit Lavafontänen und Lavaströmen weiter – zweiter Kraterkegel wächst

Am Piton de la Fournaise geht der Vulkanausbruch weiter, ein Ende zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil: Obwohl mit der Wiederaufnahme der Aktivität am 8. April wieder Deflation einsetzte, verzeichnen die Seismometer wieder eine erhöhte vulkanotektonische Aktivität, die auf aufsteigendes Magma hindeutet. Um den Förderschlot an der neuen Ausbruchsstelle wächst ein zweiter Schlackenkegel und es fließt Lava an der Oberfläche. Die seit fast 2 Monaten andauernde Eruption erweist sich als langlebiger als zuvor angenommen.

Der Ausbruch, der bereits am 13. Februar 2026 begonnen hat, dauert nach zwei kurzen Ruhephasen (25.–28. März sowie 3.–8. April) weiterhin an.  Die Aktivität setzte am 8. April gegen 13:15 Uhr Ortszeit erneut ein. Zunächst beschränkte sie sich auf den bereits seit dem 13. Februar bestehenden Eruptionskegel auf 2056 m Höhe an der Südostflanke des Vulkans. Seit dem 9. April um 9:15 Uhr Ortszeit verlagert sich die Eruption zum größten Teil auf eine zweite Öffnung, die gut 180 m weiter hangaufwärts liegt – in einem Bereich, der bereits am 13. Februar strukturell geschwächt worden war, als sich zu Beginn der Eruption vier Eruptionsspalten öffneten, die alle auf eine gemeinsame magmatische Intrusion an der Südostflanke zurückzuführen waren.

Obwohl sich eine neue Eruptionsstelle bildete, wird sie nicht von einer neuen Intrusion gespeist, sondern von der gleichen, die bereits die erste Eruptionsphase speiste. Es handelt sich somit weiterhin um denselben Ausbruch, bei dem lediglich eine zusätzliche Austrittsstelle an der Oberfläche entstanden ist.

Der zuletzt entstandene Schlot ist aktuell der aktivste. Aus ihm treten Lavafontänen aus, deren Auswurfmaterial einen neuen, noch offenen Kegel aufbaut, aus dem Lavaströme austreten können. Der ältere Kegel vom 13. Februar zeigt dagegen nur noch geringe Aktivität, setzt aber weiterhin deutlich Gas frei.

Gestern belief sich die Förderrate der an der Oberfläche fließenden Lava auf ca. 15 m³/s. Die aktuellen Lavaströme fließen allesamt oberhalb des Steilhangs Grandes Pentes und bilden ein neues Lavafeld, das sich südlich der ersten beiden Lavafelder entwickelt, die zwischen dem 13. Februar und dem 3. April aktiv waren und den Ocean Entry formten. Dort kam es inzwischen zu mehreren Kollapsereignissen.

Die seismische Aktivität hat zuletzt zugenommen: Am 10. April wurden 34 flache vulkanisch-tektonische Erdbeben registriert, in der Nacht zum 11. April waren es bereits 36 weitere.

Nach dem Ende der Aktivität am 3. April wurde eine erneute Aufblähung des Vulkangebäudes beobachtet, was auf steigenden Druck im flachen Magmareservoir in etwa 1,5 bis 2 km Tiefe unter dem Gipfel hindeutet. Seit der Wiederaufnahme der Eruption am 8. April zeigt der Vulkan – ähnlich wie in der vorherigen Phase – wieder eine Deflation. Es wird mehr Lava eruptiert, als Magma aus der Tiefe in flache Reservoirs aufsteigt.