Spanien: Überflutungen in Valencia und Tarragona

Heftige Unwetter in Südostspanien: Rote Alarmstufe in Valencia und Tarragona

In den letzten 24 Stunden ist es erneut zu extreme Regenfälle im Südosten Spaniens gekommen, die zu schweren Überschwemmungen und zahlreichen Schäden geführt haben. Betroffen sind vor allem der Süden der Provinz Valencia sowie Teile von Tarragona. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnte frühzeitig vor der außergewöhnlich starken Niederschlagslage und rief in mehreren Regionen die höchste Warnstufe „Rot“ für Unwetter aus.

Die Wetterlage wird durch eine sogenannte DANA (Depresión Aislada en Niveles Altos) verursacht, ein isoliertes Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten, das in Spanien häufig zu extremen Regenfällen im Herbst führt. Die aktuelle DANA, getauft auf den Namen „Alice“, sorgt für massive Luftfeuchtigkeit aus dem Mittelmeer, die auf die Gebirgszüge Valencias und Kataloniens trifft. In der Folge kam es zu starken Niederschlägen mit teilweise über 400 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden, insbesondere in der Region Terres de l’Ebre in Tarragona.

Die Folgen der Unwetter sind schwerwiegend: Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, eine Person davon schwer. Straßen verwandelten sich in reißende Ströme und Unterführungen standen unter Wasser. Gleise im Raum Valencia wurden überflutet, und der Zugverkehr zwischen Gandia und Xeraco musste eingestellt werden. In Tarragona gingen bei den Rettungsdiensten über 400 Notrufe ein.

Die Landwirtschaft leidet ebenfalls stark: Bauernverbände berichten von erheblichen Schäden an Olivenhainen, Zitrusplantagen und Gemüsefeldern, insbesondere in der Provinz Tarragona, wo die Erntezeit in vollem Gange ist. Katastrophenschutzbehörden haben in Valencia die Situación 1 des Hochwasserplans aktiviert, und Bürger erhielten über das Es-Alert-System Warnungen, Flussquerungen zu meiden und sich von Überschwemmungszonen fernzuhalten.

Meteorologen betonen, dass die außergewöhnliche Intensität der Niederschläge typisch für DANA-Ereignisse ist, die im Herbst auftreten, wenn warme, feuchte Luft aus dem Mittelmeer auf kältere Luftmassen im Landesinneren trifft. Solche Wetterlagen können binnen Stunden zu lebensgefährlichen Überflutungen führen, weshalb Behörden und Bevölkerung eng zusammenarbeiten müssen.

Mexiko: Tödliche Überschwemmungen und Erdrutsche

Tödliche Überschwemmungen und Erdrutsche in Mexiko infolge zweier Tropenstürme

Heftige Regenfälle im Südosten Mexikos haben in den vergangenen Tagen zu massiven Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, bei denen nach Behördenangaben mindestens 41 Menschen ums Leben kamen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Veracruz, Puebla und Hidalgo. Tausende Soldaten und Einsatzkräfte sind im Katastropheneinsatz, um verschüttete Straßen zu räumen, Evakuierungen durchzuführen und nach Vermissten zu suchen.

Ausgelöst wurden die Unwetter durch die beiden pazifischen Tropenstürme Priscilla und Raymond. Obwohl beide Systeme vor Erreichen des Festlands an Stärke verloren, transportierten sie gewaltige Mengen feuchter Luft in Richtung Osten. Diese trafen auf warme, feuchte Luftmassen aus dem Golf von Mexiko und sorgten über Tage hinweg für intensive Niederschläge. In Veracruz fielen zwischen dem 6. und 9. Oktober rund 540 Millimeter Regen, was mehr ist als sonst in einem durchschnittlichen Oktobermonat niedergeht.

Die geografische Lage der von den Überflutungen am schlimmsten betroffenen Region in Mexiko verstärkte die Auswirkungen der Niederschläge: Die Sierra Madre Oriental, eine Gebirgskette, die parallel zur Golfküste verläuft, zwingt feuchte Luftmassen zum Aufsteigen. Beim Abkühlen kondensiert die Feuchtigkeit und fällt als Starkregen – ein Phänomen, das Meteorologen als orographische Verstärkung bezeichnen. In den engen Tälern und an den steilen Hängen führten die Regenmassen zu zahlreichen Erdrutschen, die ganze Dörfer von der Außenwelt abschnitten.

Besonders dramatisch war die Lage in der Industriestadt Poza Rica, wo der Cazones-Fluss über die Ufer trat und mehrere Viertel bis zu vier Meter hoch unter Wasser setzte. Viele Häuser wurden zerstört, Straßen unpassierbar, Strom- und Telefonleitungen unterbrochen. Landesweit waren rund 320.000 Menschen von Stromausfällen betroffen.

Neben der Topografie trugen auch menschliche Faktoren zur Schwere der Katastrophe bei. In vielen Regionen wurden Hänge gerodet. Dadurch verlieren die Böden ihre Stabilität und können den massiven Wassermengen nicht standhalten. Auch die dichte Bebauung in den Flussniederungen erhöht das Risiko von Sturzfluten signifikant.

Klimaforscher warnen, dass solche Extremwetterereignisse in Mexiko künftig häufiger auftreten könnten. Steigende Meerestemperaturen im Pazifik und Atlantik begünstigen die Bildung tropischer Stürme, während veränderte Luftströmungen dafür sorgen, dass sie sich langsamer bewegen und länger über einer Region verharren. Das erhöht die Regenmengen und damit das Zerstörungspotenzial.

Spanien: Unwetter suchte Balearen heim

Unwetter auf den Balearen führte zu Überflutungen und Stromausfällen – Flughafen von Ibiza gesperrt

Der Jahrhundertsturm „Alice“, der infolge einer DANA-Depression entstand und seit Tagen im spanischen Mittelmeerraum wütet, hat gestern die Balearen und vor allem Ibiza mit voller Wucht getroffen. Heftige Regenfälle, überflutete Straßen, Strom- und Flugausfälle und massive Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben zwangen die Behörden, weitreichende Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Auf Ersuchen der Balearenregierung entsandte das spanische Verteidigungsministerium am Samstagabend die Militärische Notfalleinheit (UME) auf die Insel Ibiza, um bei den Aufräumarbeiten und dem Schutz der Bevölkerung zu helfen. 

Überflutung Ibiza

Die Katastrophenschutzbehörde aktivierte das Warnsystem „Es-Alert“ und verschickte Notfallmeldungen an alle Mobiltelefone auf Mallorca, Ibiza und Formentera. Darin wurden die Bewohner aufgefordert, Sturzbäche, Flüsse und überschwemmte Gebiete zu meiden sowie tiefliegende Bereiche und Keller nicht zu betreten. Wer sich bereits in gefährdeten Zonen aufhielt, sollte sich in höhere Stockwerke begeben. Die staatliche Wetterbehörde Aemet warnte vor Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in nur einer Stunde – und bis zu 100 Litern innerhalb von vier Stunden.

Auf Ibiza sorgte der Regen für Chaos: Der Flughafen stellte den Flugbetrieb ein, wovon zum Start der Herbstferien in mehreren Bundesländern auch deutsche Urlauber betroffen waren. Die Flughafenstraße blieb über Stunden gesperrt, weswegen Reisende im Flughafen festsaßen. Teile der Umgehungsstraßen EI-10 und EI-20 waren nur eingeschränkt befahrbar. Der öffentliche Nahverkehr wurde in mehreren Zonen eingestellt, der zentrale Busbahnhof CETIS war nicht erreichbar. Der Stadtrat von Ibiza entsandte ein Sonderteam aus zwanzig Polizisten und Katastrophenschutzkräften, um überflutete Bereiche abzusichern und den Verkehr zu regeln.

Trotz der dramatischen Wetterlage wurden keine Verletzten gemeldet. Allerdings kam es zu zahlreichen Stromausfällen auf den Inseln. Am schlimmsten traf es Formentera, wo nach einem Blitzeinschlag 576 Haushalte betroffen waren. Während die kleineren Störungen auf Ibiza und Mallorca schnell behoben werden konnten, dauern die Reparaturarbeiten auf den übrigen Inseln an.

Die Präsidentin der Balearen, Marga Prohens, koordinierte die Maßnahmen gemeinsam mit der Katastrophenschutzleitung und kündigte eine erneute Sitzung des Krisenstabs für Sonntagmorgen an. Die orangefarbene Wetterwarnung blieb für alle Inseln bis in die Abendstunden bestehen.

„Alice“ kam nur wenige Tage nach dem Sturm „Gabrielle“, der auf Ibiza Rekordregenmengen von 254 Litern pro Quadratmeter hinterlassen hatte. „Die Stürme zeigten, wie anfällig die Balearen für Starkregen und Überschwemmungen sind – und wie wichtig eine gut koordinierte Notfallreaktion in Zeiten zunehmender Wetterextreme geworden ist.

Spanien: Erneut schwere Unwetter am Mittelmeer

Unwetter infolge von DANA-Tief Alice sorgen für Überflutungen in Alicante und Muria

Das isolierte DANA-Höhentief „Alice“ hat seit vorgestern in mehreren Regionen im Südosten Spaniens massive Regenfälle und weitreichende Überschwemmungen ausgelöst. Besonders betroffen sind die beliebten Urlaubsregionen um Alicante und Murcia, wo die spanische Wetterbehörde AEMET die Alarmstufe Rot aktivierte.

In den letzten Tagen kam es zu heftigen Gewittern mit stundenlangen Starkregen und dem Einschlag von Blitzen. Nach Angaben der AEMET fielen innerhalb von nur 12 Stunden in den Unwetterregionen bis zu 180 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind Mengen, die sonst einem gesamten Monat entsprechen. In einigen Küstengebieten, etwa rund um das Kap La Nao, könnten die Gesamtniederschläge 250 bis 300 l/m² überschreiten. Auch im Hinterland von Alicante wurden innerhalb weniger Stunden mehr als 50 l/m² registriert.

Meteorologen führen die Intensität des Ereignisses auf die Kombination kalter Höhenluft mit feuchtwarmer Mittelmeerluft zurück, die über dem westlichen Mittelmeer ein nahezu stationäres Tiefdrucksystem bildete. Dadurch entstehen sogenannte Konvektionszonen, die extrem lokale, aber sehr ergiebige Niederschläge auslösen.

Die Auswirkungen sind gravierend: In der Region Murcia mussten laut der Notrufzentrale mehr als 160 Einsätze gefahren werden: Menschen, die von den Wassermassen in Autos oder ihren Wohnungen eingeschlossen waren, bedurften schneller Hilfe. In Cartagena und Los Alcázares kam es zu Evakuierungen, nachdem mehrere zuletzt ausgetrocknete Flussläufe (Rambla) über die Ufer traten. Ein Lieferwagen wurde in der Rambla de Beniaján von den Fluten mitgerissen.

Die militärische Notfalleinheit wurde in der Nacht entsandt, um überflutete Gebiete zu sichern und Pumpmaßnahmen durchzuführen. Wichtige Überlandstraßen mussten gesperrt werden.

Auch auf den Balearen sorgt DANA „Alice“ für Unruhe: Auf Ibiza und Formentera gelten Unwetterwarnungen der Stufe Orange, mit erwarteten Regenmengen von bis zu 100 l/m² in zwölf Stunden und kräftigen Gewittern.

Die AEMET warnt davor, dass die Lage bis Montag instabil bleibt. Besonders gefährdet seien Tiefebenen und Küstenzonen, wo Sturzfluten jederzeit möglich sind. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, Wasserläufe zu meiden, Reisen einzuschränken und sich über offizielle Kanäle über die aktuelle Lage zu informieren. Und das, wo bei uns die Herbstferien begonnen haben und sich viele Reisende auf den Weg nach Spanien machen. Bleibt wachsam und vorsichtig!

DANA- Wetterlagen sind für den Herbst im westlichen Mittelmeerraum typisch, treten in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels aber immer häufiger auf und bringen auch größere Regenmengen mit sich, als es früher der Fall war. Zudem entdeckten Klimaforscher nun einen weiteren Effekt, der sich beschleunigend auf den Wandel auswirkt: Durch die warmen Meere lösen sich tiefe Regenwolken in einigen Erdregionen immer schneller auf, wodurch sich der Rückstrahleffekt der Wolken verringert. In der Höhe bilden sich dagegen dünne Schleierwolken, die Wärmestrahlung in der Atmosphäre einschließen. Dadurch kommt es zu einer weiteren Beschleunigung der Erderwärmung.

Guatemala: Tornado wütete in der Hauptstadt

Unwetter in Guatemala: Tornado überrascht Hauptstadtbewohner

Am Donnerstag, dem 9. Oktober 2025, überraschte ein in Guatemala selten auftretender Tornado die Bewohner der Hauptstadtregion. Zeugen berichteten von einem kurzen, aber intensiven Wirbelsturm, der in den Distrikten 11 und 12 sichtbar war und Schäden verursachte. Der Tornado entwurzelte Bäume, deckte Dächer ab und beschädigte Stromleitungen. Glücklicherweise wurden keine Verletzten gemeldet.

Es handelte sich um einen vergleichsweise schwachen Tornado der Kategorie EF1 auf der erweiterten Fujita-Skala. Wirbelstürme dieser Kategorie haben in ihrem Inneren Windgeschwindigkeiten zwischen 138 und 178 km/h. Die stärksten Stürme der F5-Kategorie bringen es auf Windgeschwindigkeiten von mehr als 322 km/h.

Dieser Tornado ist Teil einer Reihe von Extremwetterereignissen, die Guatemala im Oktober 2025 heimsuchten. Bereits am 1. Oktober führten starke Regenfälle in Mazatenango zu Überschwemmungen, die starke Schäden verursachten. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Regionen des Landes, darunter Salamá, schwere Regenfälle und Überschwemmungen registriert, die zu Evakuierungen führten.

Die Katastrophenschutzbehörde CONRED berichtete zudem über mehrere Erdrutsche und Felsstürze, die sich im Zusammenhang mit Unwettern während der Regenzeit ereigneten.  Diese ist dieses Jahr besonders stark ausgefallen und noch nicht zu Ende. Normalerweise dauert die Regenzeit von Mai bis Oktober. Seit einigen Jahren wird ein Trend zur Verlängerung der Regenzeit bis in den November hinein beobachtet.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich vor weiteren Unwettern in Acht zu nehmen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die ungewöhnliche Häufung von Extremwetterereignissen im Oktober 2025 wirft Fragen zur Rolle des Klimawandels in der Region auf und verdeutlicht die Notwendigkeit verstärkter Vorbereitungs- und Schutzmaßnahmen.

Die guatemaltekischen Behörden arbeiten weiterhin daran, die Schäden zu beheben und die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Die Bevölkerung wird gebeten, offizielle Warnungen und Empfehlungen zu beachten, um sich vor weiteren Gefahren zu schützen.

Vietnam: Starke Überflutungen in der Hauptstadt Hanoi

Schwere Überflutungen in Nordvietnam: Rekordfluten setzen Städte unter Wasser

Nur eine Woche nachdem Taifun Bualoi Vietnam heimgesucht hat und 56 Menschenleben kostete, wurde das Land erneut von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, die diesmal vom Taifun Matmo ausgelöst wurden. Da der Boden vom vorangegangenen Taifun noch mit Wasser durchtränkt war, summierten sich die Wassermassen und es entstanden die schlimmsten Überflutungen seit Jahrzehnten.  Besonders betroffen sind die Hauptstadt Hanoi sowie die nördlichen Provinzen Thai Nguyen, Lang Son und Cao Bang. Tausende Menschen saßen in ihren Häusern fest, während andere gezwungen waren, vor den steigenden Fluten zu fliehen. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens acht Menschen ums Leben, fünf werden noch vermisst.

In der Stadt Thai Nguyen, rund 80 Kilometer nördlich von Hanoi, reichte das Hochwasser bis zu den Dächern von Autos und Gebäuden. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser, der Verkehr und das öffentliche Leben kamen zum Erliegen, und in mehreren Vierteln brach die Stromversorgung zusammen. Schulen mussten schließen, während Flüge von und zum internationalen Flughafen Noi Bai gestrichen wurden.

Staatliche Medien berichteten, dass Vietnam an mehreren Flüssen im Norden die höchsten Pegelstände seit fast 40 Jahren verzeichnete. Die Flüsse Bang, Thuong und Trung erreichten zwischen dem 7. und 8. Oktober Rekordwerte, während der Cau-Fluss in Thai Nguyen über einen Meter höher stieg als der bisherige Höchststand. Besonders kritisch war die Lage in der Grenzregion zu China, wo der Trung-Fluss fast zwei Meter über dem früheren Rekordpegel lag.

Das vietnamesische Militär mobilisierte rund 30.000 Einsatzkräfte, Tausende Boote und mehrere Hubschrauber, um Hilfsgüter wie Trinkwasser, Lebensmittel und Schwimmwesten in die überfluteten Gebiete zu bringen. Mehr als 200 Familien mussten evakuiert werden, nachdem ein Damm des Wasserkraftwerks Bac Khe 1 in der Provinz Lang Son gebrochen war. Der Einsturz verursachte Schäden in Millionenhöhe und überflutete angrenzende Gemeinden.

Bereits die Flutkatastrophe der letzten Woche richtete enorme Schäden an, die mit mehr als 700 Millionen US-Dollar veranschlagt werden.

Klimaforscher führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Extremereignisse auf den menschengemachten Klimawandel zurück, der Taifune in Südostasien immer zerstörerischer werden lässt. Die Taifun-Saison in Vietnam fällt dieses Jahr besonders stark aus und Meteorologen gehen davon aus, dass sie sich bis in den Januar hineinziehen könnte. Normalerweise beginnt sie im Mai und endet im November.

Hamburg: Sirenenalarm versetzt Anwohner in Schrecken

Sirenen-Fehlalarm in Hamburg: Bedienfehler löst stadtweiten Alarm aus und versetzt Anwohner in Schrecken

Ein technischer Fehlgriff hat am Sonntagabend in Hamburg für große Verunsicherung bei der Bevölkerung gesorgt: Gegen 21.35 Uhr und erneut um 21.40 Uhr ertönten in großen Teilen der Stadt die Warnsirenen. Wie heute bekannt wurde, handelte es sich um einen Bedienfehler. Eigentlich sollte nur eine einzelne Sirene im Stadtteil Overwerder getestet werden.

Die ungeplante Alarmierung traf viele Menschen unvorbereitet und versetzte nicht wenige Menschen in Panik. Fernsehinterviews verdeutlichten heute den Schrecken und auch die Hilflosigkeit, mit denen sich viele Bürger konfrontiert sahen. Innerhalb von nur 30 Minuten gingen bei der Polizei mehr als 500 Notrufe ein, bei der Feuerwehr rund 250. Beide Leitstellen konnten den regulären Betrieb zeitweise nicht mehr aufrechterhalten. Zahlreiche Menschen wandten sich zudem an Medien, um zu erfahren, was geschehen war.

Für zusätzliche Verwirrung sorgte, dass keine begleitende Warnmeldung über die offiziellen Kanäle – etwa Warn-Apps oder Rundfunkdurchsagen – verbreitet wurde. Auch die Polizei informierte erst mit zeitlicher Verzögerung über X (ehemals Twitter) über den Fehlalarm.

Der Zwischenfall zeigt, wie stark die Bevölkerung auf akustische Warnsignale reagiert – und wie wichtig klare Kommunikationswege in Krisensituationen sind. Hamburgs Innenbehörde kündigte an, die Abläufe im Warnsystem zu überprüfen und Verbesserungen bei der Alarmkette und Informationsweitergabe zu prüfen.

Seit langem beklage ich die schlechte Kommunikation und das Fehlen digitaler Strukturen und Informationssysteme. Hinzu kommt die grottenschlechte bzw. nicht vorhandene Vernetzung der Behörden und die absolute Ahnungslosigkeit der Bevölkerung, die nicht einmal so gut informiert ist, dass sie die Bedeutung der verschiedenen Sirenentonabfolgen kennt.

Der Vorfall reiht sich ein in eine lange politische und behördliche Versagensliste, die bei Fehlalarmen und großen Lücken im Zivilschutzsystem anfängt, sich über diverse Terroranschläge fortsetzt und in einer komplett heruntergewirtschafteten Verteidigungsstruktur der Bundeswehr ihren Höhepunkt findet.

Wehrhafte und militarisierte Zivilgesellschaft notwendig

Um den vielfachen Bedrohungslagen gerecht zu werden, bedarf es neuer Lösungsansätze. Nach dem Abschaffen der Wehrpflicht und dem schnellen Rückbau der entsprechenden Strukturen einschließlich dem Abriss zahlreicher Kasernen (die man als Flüchtlingsunterkünfte und Notkrankenhäuser während der Coronazeit gut hätte gebrauchen können) machte es in meinen Augen wenig Sinn, nun wieder Kasernen aufzubauen und zur antiquierten Wehrpflicht früherer Tage zurückzukehren. Das Pistorius-Modell der „freiwilligen Wehrpflicht“ halte ich für ungerecht. Warum sollten bei zu wenigen Freiwilligen einige besonders geeignete junge Menschen verpflichtet werden können, während andere unbetroffen bleiben? Sinnvoller wäre es, einen allgemeinen Wehrdienst einzuführen, aber mit kleinen Trainingszeiten in den Städten, an denen Männer und Frauen gleichermaßen eine militärische oder zivilschutztechnische Grundausbildung als Heimschläfer absolvieren können, ohne diesen entwürdigenden Drill zu erfahren, den es noch zu meiner Zeit gab. So könnte letztendlich eine wehrhafte Gesellschaft entstehen, doch letztendlich will man das nicht, da wehrhafte Menschen nicht so einfach zu kontrollieren sind.

Schwere Unwetter in der Himalaya Region setzten Bergsteiger fest

Unwetter im Himalaya: Regenfluten in Indien und Nepal, Schneesturm am Mount Everest

Schwere, monsunbedingte Unwetter mit Starkregen haben in den vergangenen Tagen Teile des Himalaya getroffen. In Nordostindien und Nepal forderten Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 64 Todesopfer, während auf der tibetischen Seite des Mount Everest ein Schneesturm rund tausend Menschen einschloss. Meteorologen sehen in den Ereignissen zwei Ausprägungen desselben Wettersystems infolge eines außergewöhnlich späten und intensiven Monsuns.
Im indischen Bundesstaat Westbengalen kamen im Teeanbaugebiet Darjeeling nach Behördenangaben mindestens 20 Menschen ums Leben, als Sturzfluten und Erdrutsche Häuser und Straßen mit sich rissen. Brücken wurden zerstört, der Verkehr in mehreren Bergtälern unterbrochen.

Auch das Nachbarland Nepal wurde schwer getroffen. Seit Freitag regnet es dort ununterbrochen. Besonders starke Regenfälle gingen im östlichen Distrikt Ilam nieder, wo 37 Menschen bei Erdrutschen starben. Insgesamt kamen im Land mindestens 44 Menschen ums Leben, mehrere gelten als vermisst. Rettungsteams haben die betroffenen Gebiete erreicht, doch viele Straßen sind blockiert. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, darunter der mächtige Koshi, dessen Wasserstände weit über der Gefahrenmarke liegen. Alle 56 Schleusentore des Koshi-Staudamms mussten geöffnet werden, um den Druck zu mindern.

Selbst die Hauptstadt Kathmandu blieb nicht verschont: überflutete Straßen und Stromausfälle prägten am Wochenende das Bild der sonst geschäftigen Metropole.

Nur wenige hundert Kilometer nördlich, jenseits der Grenze, zeigte sich das Unwetter in anderer Gestalt. Auf 4.900 Metern Höhe am Mount Everest löste dieselbe feuchte Luftmasse, die im Süden Regen brachte, einen massiven Schneesturm aus. Rund tausend Bergsteiger und Touristen wurden in ihren Lagern auf der tibetischen Seite eingeschlossen, teils in beschädigten Zelten und bei eisigen Temperaturen. Zufahrtsstraßen sind verschneit, der Zugang zu den Basiscamps derzeit blockiert. Anwohner und Rettungskräfte versuchen die Wege zu Räumen und zu den abgeschnittenen Bergsteigern zu gelangen.

Meteorologen führen die extremen Bedingungen auf ein spätes Monsuntief zurück, das ungewöhnlich weit nach Norden zog und dort auf kalte Höhenluft traf. Während in tieferen Lagen der Regen zu Erdrutschen führte, verwandelte sich die Feuchtigkeit in großer Höhe in Schnee – mit fatalen Folgen für Expeditionen am „Dach der Welt“.

Die Kombination aus verspätetem Monsun und überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächen im Golf von Bengalen habe den Sturm zusätzlich verstärkt. Der Himalaya, so zeigen die aktuellen Ereignisse, bleibt ein empfindlicher Schauplatz der Klimadynamik.

Deutschland: Sturmtief bring Regen und Temperatursturz

Sturmtief „Detlef“ fegt über Deutschland und richtete bereits Schäden in Irland und Großbritannien an

Deutschland wurde von den Ausläufern des atlantischen Sturmtiefs „Detlef“ erfasst, das eine Bombogenese durchlaufen hat, und gelangte damit unter Tiefdruckeinfluss, der starke Winde und große Regenmengen mit sich bringt. Zudem fahren die Temperaturen Achterbahn: Als ich gerade Brötchen holen war, überraschte mich die feuchtwarme Luft, doch in den nächsten Tagen sollen die Temperaturen abstürzen. In einigen Regionen könnte es sogar zu Nachtfrost kommen.

Bereits in der Nacht zu Samstag zogen kräftige Regenfälle und Sturmböen über den Norden des Landes hinweg. Besonders betroffen waren die Küstenregionen, wo der Deutsche Wetterdienst (DWD) orkanartige Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde meldete. Auf den Nordseeinseln erreichte der Wind stellenweise Windstärke 11, während im Binnenland Geschwindigkeiten von 60 bis 80 Kilometern pro Stunde registriert wurden. Auch an der Ostsee verschärfte sich die Lage, etwa auf Rügen mit Böen bis zu 90 Kilometern pro Stunde.

Neben den starken Winden sorgte das Tief auch für ergiebigen Dauerregen. In Staulagen der Mittelgebirge kamen binnen kurzer Zeit mehr als 30 Liter pro Quadratmeter zusammen, was die Pegel kleinerer Flüsse ansteigen ließ. Im Raum Hannover, Hamburg und Bremen meldeten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume, blockierter Straßen und überfluteter Unterführungen. In den Alpen wurden auf den Gipfeln Böen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Bahnverkehr war regional eingeschränkt, vereinzelt kam es zu Verspätungen und Streckensperrungen.

Während Deutschland sich auf ein stürmisches und regnerisches erstes Oktoberwochenende einstellt, haben Irland und Großbritannien die volle Wucht des Sturms bereits hinter sich. Dort war das Tief als „Storm Amy“ benannt worden und erreichte Orkanstärke. Von einem Orkan spricht man, wenn ein Sturm Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 km/h erreicht. Besonders Irland war stark betroffen: Im Westen und Nordwesten des Landes waren rund 184.000 Haushalte zeitweise ohne Strom. Umgestürzte Bäume und beschädigte Leitungen unterbrachen die Versorgung, mehrere Schulen blieben geschlossen. Am Flughafen Dublin mussten zahlreiche Flüge gestrichen werden, zudem kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. In Küstenregionen rollten meterhohe Wellen heran, die Überschwemmungen und zusätzliche Schäden verursachten. In County Donegal kam ein Mann ums Leben, als er vom Sturm überrascht wurde.

Auch Nordirland und Teile Schottlands litten unter den extremen Bedingungen. Der britische Wetterdienst hatte Amber-Warnungen ausgegeben, insbesondere für Nordengland, Nordwales und den Westen Schottlands. Dort wurden Spitzenwindgeschwindigkeiten von 182 Km/h gemessen. In exponierten Küstenlagen wurden Böen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde registriert. Etwa 50.000 Haushalte waren in Großbritannien zeitweise ohne Strom. Der Fährverkehr wurde eingeschränkt, und im Bahnverkehr kam es zu Ausfällen.

Meteorologen führen die außergewöhnliche Intensität des Tiefdrucksystems auf eine sogenannte Bombogenese zurück. Damit wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem der Luftdruck im Kern eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Diese „explosive Zyklogenese“ sorgt dafür, dass sich ein Sturm ungewöhnlich schnell verstärkt und extreme Windgeschwindigkeiten erreicht. Bei „Storm Amy“ lag der Druckabfall sogar bei rund 36 Hektopascal. Es wurde ein Luftdruck von nur noch 947.9 hPa erreicht – der tiefste Wert, der jemals in einem Oktober über britisches Festland gemessen wurde. Bombogenesen treten besonders häufig über dem offenen Atlantik auf, wo kalte Luftmassen aus dem Norden auf feuchtwarme Luft aus südlicheren Regionen treffen. Ex-Hurrikan „Humberto“ lieferte zudem zusätzliche Energie, die die Bildung des Tiefs beschleunigte.