Deutschland: Sturm Joshua verursacht Störungen

Sturm „Joshua“ fegt über den Norden Deutschlands – Orkanböen, Verkehrschaos und ein vorzeitiges Ende für die AIDA-Reise

Schon in der Nacht zum Freitag erreichten die ersten Ausläufer des Tiefs Schleswig-Holstein und brachten kräftige Windböen, Regenschauer und Verkehrsbehinderungen mit sich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor orkanartigen Böen entlang der Nordseeküste und Sturmböen im Binnenland. Besonders betroffen ist der Bahn- und Fährverkehr, wo es vielerorts zu Ausfällen und Verspätungen kommt.

Entstanden ist das Tief über dem östlichen Atlantik, wo sich Anfang der Woche eine kräftige Wellenstörung zu einem Sturmtief entwickelte. Über den Ärmelkanal zog „Joshua“ weiter in Richtung Nordsee und intensivierte sich dort rasch, als der Kerndruck auf rund 975 Hektopascal sank. An der Nordseeküste werden seither Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde gemessen, in exponierten Lagen sogar Spitzen bis 130 km/h. Meteorologen sprechen von einem der heftigsten Herbststürme der Saison.

Die starken Winde sorgten für zahlreiche umgestürzte Bäume. Der sogenannte Windbruch tritt im Frühherbst besonders häufig auf, wenn die Bäume noch Blätter tragen, in denen sich der Wind wie in einem Segel fängt. Im Winter halten sie meist höhere Windgeschwindigkeiten aus, bevor sie brechen oder entwurzelt werden. In der Nacht kam es daher zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen infolge von Windbruch, bei denen mehrere Autos beschädigt wurden. Auch Oberleitungen auf Bahnstrecken blieben nicht verschont.

Auch international sorgte „Joshua“ für Aufsehen: In Frankreich und den Niederlanden wurden Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h registriert. Umgestürzte Bäume, Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen prägten dort ebenfalls das Bild.

In Deutschland rief der DWD Küstenbewohner zur Vorsicht auf – an der Nordseeküste drohen erhöhte Wasserstände und teils sturmflutartige Bedingungen. Die Feuerwehr war vielerorts im Dauereinsatz, vor allem im westlichen Schleswig-Holstein.

Sogar die Kreuzfahrtbranche blieb vom Sturm nicht verschont: Die AIDA-Perla beendete ihre Norwegenreise vorzeitig und kehrte bereits am Donnerstag nach Hamburg zurück. Ursprünglich geplante Stopps in Alesund und Haugesund wurden gestrichen. Stattdessen legte das Schiff sicher im Hafen von Bergen an. Laut AIDA Cruises handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, da die Sicherheit der Gäste und der Crew oberste Priorität habe.

Wie stark „Joshua“ den Norden noch treffen wird, hängt von seiner weiteren Entwicklung über der Nordsee ab. Klar ist jedoch schon jetzt: Der Herbst zeigt sich von seiner rauen Seite – und dem Norden steht ein stürmisches Wochenende bevor.

Karibik: Tropensturm Melissa stellt Bedrohung dar

Tropensturm Melissa bedroht die Karibik und könnte sich zu schwerem Hurrikan entwickeln – Katastrophe droht

Der tropische Sturm Melissa zieht langsam durch die Karibik und bedroht mehrere Inselstaaten mit lebensgefährlichen Winden, Sturmfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen. Behörden rufen die Bewohner besonders gefährdeter Gebiete dringend dazu auf, höher gelegene Orte aufzusuchen und Schutz zu suchen.

Im Osten Jamaikas könnten bis zu 300 mm Regen fallen. Ähnliche Regenmengen werden bis Samstag für Süd-Haiti und den Süden der Dominikanischen Republik erwartet. Je nach Entwicklung des Tiefdruckgebiets könnten in der nächsten Woche örtlich sogar noch stärkere Niederschläge auftreten. Auch für West-Jamaika, Süd-Hispaniola, Aruba und Puerto Rico sind kräftige Regenfälle prognostiziert.

Laut dem US-amerikanischen National Hurricane Center (NHC) in Miami erreichte Melissa am späten Mittwochabend anhaltende Windgeschwindigkeiten von 85 km/h und bewegte sich mit nur 4 km/h nach Westen. Das Zentrum des langsam ziehenden Sturms lag gestern etwa 535 km südsüdwestlich von Port-au-Prince, Haiti, und rund 475 km südsüdöstlich von Kingston, Jamaika.

Aufgrund der hohen Oberflächen-Wassertemperaturen von 30 Grad und der langsamen Drift des tropischen Tiefdruckgebiets hat Melissa reichlich Gelegenheit, Energie aufzunehmen und zu einem starken Hurrikan heranzuwachsen:  Das NHC warnte, dass sich Melissa in den kommenden Tagen allmählich verstärken könnte und bis Freitag zu einem Hurrikan sowie bis zum späten Wochenende zu einem schweren Hurrikan der Kategorie 4 entwickeln könnte. Bereits jetzt führten starke Regenfälle in der Dominikanischen Republik zu Verkehrsbehinderungen und anderen Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Für den Südwesten Haitis gilt derzeit eine Hurrikan-Warnung, für Jamaika eine Tropensturm-Warnung. Obwohl die genaue Zugbahn noch unsicher ist, könnte Melissa später über Kuba und die Bahamas ziehen, bevor der Sturm in den Atlantik weiterzieht. Für die Vereinigten Staaten stellt der Sturm bislang keine unmittelbare Gefahr dar.

Steigender Meeresspiegel und Politik im Losverfahren

Weltmeere im Wandel: Erwärmung, Korallensterben und steigender Meeresspiegel

Der Pazifische Ozean, das größte zusammenhängende Gewässer der Erde, erwärmt sich zunehmend. Besonders betroffen sind die tropischen und subtropischen Regionen, wo die Oberflächentemperaturen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen sind. Bereits geringe Anstiege von 1–2 °C über dem saisonalen Maximum können Korallenriffe massiv stressen. Das Ergebnis: Korallenbleiche. Korallen leben in enger Symbiose mit Algen, die ihnen Nährstoffe liefern. Bei zu warmem Wasser stoßen die Korallen die Algen ab und verlieren ihre Farbe. Bleiche bedeutet nicht sofort den Tod, macht die Korallen aber deutlich anfälliger: Wachstum, Fortpflanzung und Überlebensrate sinken stark. Ganze marine Ökosysteme stehen vor dem Kollaps und dem Massensterben.

Maritimer Klimawandel by Bing

Parallel steigt der Meeresspiegel, getrieben sowohl durch die erwärmungsbedingte Ausdehnung des Ozeanwassers als auch durch das Abschmelzen von Gletschern und Eisschilden. Schon kleine Meeresspiegelanstiege verstärken die Küstenerosion, überschwemmen Niedriglandinseln und belasten menschliche Siedlungen in Flussmündungen. Zudem kommen globale Meeresströmungen durcheinander was bisher unabsehbare Folgen für das Klima hat.

Die Ursachen für diese Veränderungen sind klar: globale Erwärmung durch Treibhausgase, regionale Meereshitzewellen und Landnutzungsänderungen und Grundwasserentnahme, die Küstenabsenkungen fördern. Auch tektonische Prozesse können lokal Meeresspiegel und Küstenveränderungen beeinflussen.

Ohne drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen und Schutzmaßnahmen für Küsten- und Meeresökosysteme drohen massive Verluste: viele Korallenriffe könnten verschwinden, Lebensräume für Fische und Küstengemeinden würden stark beeinträchtigt, und der Meeresspiegelanstieg verschärft die Gefahren für Millionen Menschen weltweit.

Gott würfelt nicht – Politiker schon

Zeit für Gegenmaßnahmen bleibt kaum und selbst in den Ländern, in denen der politische Wille vorhanden ist, etwas zu ändern, fehlt der finanzielle Spielraum für wirkungsvolle Sofortmaßnahmen. Wie die Energiekrise von 2022/23 zeigt, können etwa Preissteigerungen zum finanziellen Kollaps zahlreicher Haushalte der Unter- und Mittelschicht führen und die Wirtschaftsfähigkeit des gesamten Landes enorm schwächen.

Im Bestreben der Mächtigen, die breite Masse der Bevölkerung finanziell klein und damit kontrollierbar zu halten, ist unser gesamtes Sozialsystem derart auf Kante austariert, dass wenig Spielraum für Maßnahmen bleibt. Das alles vor dem Hintergrund einer Politik, die zwar viel verspricht, aber der jegliche Weitsicht und Vernunft fehlen. Nur, was kann man von einer politischen Elite erwarten, die ernsthaft darüber diskutiert, verfassungsnonkonform das Los entscheiden zu lassen, welcher junge Mann künftig zum Wehrdienst verpflichtet wird, weil man zu sparsam ist, Berufssoldaten einen anständigen Sold zu zahlen und für vernünftige Arbeitsbedingungen zu sorgen? Der wirtschaftliche Schaden, der durch die Verpflichtung junger Menschen entsteht, die dadurch verzögert ins Berufsleben starten – abgesehen von der Ungerechtigkeit den betroffenen „Glückspilzen“ gegenüber – wird ähnlich hoch sein, wie Berufssoldaten anständig zu bezahlen und somit genug Freiwillige zu finden.

Verpflichtung zur Elektromobilität und Wärmepumpe, CO₂-Emissionshandel, Verteuerung von Flügen in Deutschland und Europa mögen alles schöne Absichten sein, werden aber bei weitem nicht ausreichen, das Klima auf globaler Ebene zu retten, dafür aber zu einer weiteren finanziellen Schwächung der Privathaushalte führen, was letztendlich den wirtschaftlichen Abschwung beschleunigen wird. Auf Bildung, der Änderung sozialer Strukturen und Wertesysteme sowie stabile globale Allianzen setzt hingegen niemand.

Frankreich: Tödlicher Tornado wütete bei Paris

Tornado bei Paris richtete Zerstörungen an – ein Todesopfer und mehrere Verletzte

Gestern Abend fegte ein zerstörerischer Tornado durch mehrere Gemeinden im Département Val-d’Oise nördlich von Paris. Die Naturgewalt richtete Zerstörungen an, forderte mindestens ein Todesopfer und verletzte vier Personen schwer. Zudem kam es zu Stromausfällen und Verkehrsbeeinträchtigungen.

Der Tornado ließ in Ermont binnen Sekunden drei Baukräne einstürzen, wobei ein 23-jähriger Bauarbeiter ums Leben kam und vier weitere Menschen schwer verletzt wurden. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt und Straßen waren mit Trümmern übersät. Einsatzkräfte waren bis in die Nacht hinein im Einsatz.

Geografisch liegt das betroffene Gebiet in der Île-de-France, nur wenige Dutzend Kilometer vom Pariser Stadtzentrum entfernt. Betroffen waren neben Ermont auch Eaubonne, Franconville sowie angrenzende Orte. Schäden wurden entlang eines schmalen Korridors gemeldet. Kommunale Krisenzentren und Notunterkünfte wurden eingerichtet, das Krankenhaus Simone-Veil in Eaubonne aktivierte seinen Plan-Blanc zur Aufnahme Verletzter.

Meteorologisch war das Ereignis ungewöhnlich, aber erklärbar: Fachberichte und Analysen sprechen von einer schnell entstehenden, energiereichen Windböe aus einer kräftigen Gewitterzelle mit hoher Windscherung. Solche „High-shear, low-CAPE“-Situationen (starke Windscherung bei vergleichsweise geringer thermischer Energie) können trotz mäßiger Temperaturen schnell rotierende Aufwinde begünstigen und damit Tornadoentstehung ermöglichen. Meteorologen ordnen den Tornado als seltenes, aber nicht einzigartiges Ereignis ein.

Obwohl Frankreich jährlich mehrere Dutzend Tornados registriert, sind tödliche Ereignisse sehr selten. Zuletzt gab es im Norden Frankreichs im Jahr 2008 einen Tornado, der starke Zerstörungen anrichtete und Menschenleben forderte. Fachleute betonen, dass moderne Kommunikation und Videoaufnahmen die Dokumentation solcher Phänomene heute deutlich erhöhen. Die Behörden leiteten Ermittlungen zur genauen Schadensursache und zur Einordnung der Tornado-Intensität ein. Weitere Wetterwarnungen blieben in Folge des Sturms bestehen.

Spanien: Weitere Unwetter in Urlaubsgebieten

Heftige Unwetter in Spanien: Starkregen, Überschwemmungen und die Rolle des Klimawandels

Spanien wird derzeit von einer Serie heftiger Unwetter heimgesucht. Besonders stark betroffen sind Andalusien, Valencia und Katalonien. In Städten wie Íllora (Provinz Granada) führten heftige Regenfälle erneut zu Überschwemmungen von Straßen, überfluteten Häusern und gesperrten Verkehrswegen. Die andalusische Notrufzentrale rief Autofahrer zur Vorsicht auf und warnte vor der Durchquerung überfluteter Gebiete. Trotz der intensiven Regenfälle wurden bislang keine Verletzten gemeldet.

Die Häufung solcher Extremwetterereignisse in Spanien ist kein Zufall. Eine der Hauptursachen liegt in der Erwärmung des Mittelmeers, das derzeit deutlich schneller aufheizt als der globale Durchschnitt. Warme Meeresoberflächen liefern der Atmosphäre zusätzliche Feuchtigkeit und Energie. Treffen diese feucht-warmen Luftmassen auf kältere Luft aus dem Norden, entstehen intensive Gewitterzellen und Starkregenereignisse. Diese meteorologische Konstellation ist besonders typisch für sogenannte „Gota Fría“ oder DANA“-Ereignisse – isolierte Tiefdruckgebiete in höheren Luftschichten, die zu extremen Niederschlägen führen, wie es in den letzten Tagen häufig vorkam. Dabei sind nicht nur Orte an der Küste betroffen, sondern auch Gebiete am Rand von Höhenlagen. Hier kommt es aufgrund von Sturzflute aus den Bergen zu besonders dramatischen Bilder, wie gestern in Íllora am Rand der Sierra Nevada.

Auch blockierende Wetterlagen tragen dazu bei, dass Gewitter länger an einem Ort verweilen, anstatt weiterzuziehen. Die Kombination aus warmem Mittelmeerwasser, feuchten Südwinden und stationären Tiefs sorgt für explosive Niederschläge in kurzer Zeit. Städte und Regionen mit versiegelten Böden oder enger Bebauung sind besonders anfällig, da das Wasser nicht schnell genug abfließen kann und sich schnell Überschwemmungen bilden.

Meteorologen sehen im menschenverursachten Klimawandel einen Verstärker dieser Extremereignisse. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, wodurch Starkregen intensiver wird. Gleichzeitig verschieben sich die Regenzeiten, sodass extreme Niederschläge häufiger auch außerhalb der klassischen Herbstsaison auftreten. Reisende sollten sich daher sehr wohl überlegen, ob sie ihre Herbstferien am Mittelmeer verbringen möchten, wobei aktuell das westliche Mittelmeer von den Extremwetterereignissen stärker betroffen ist als das östliche.

Die extremen Unwetterereignisse beschränken sich nicht auf Spanien und den Mittelmeerraum: Entsprechende Meldungen liegen auch aus vielen anderen Staaten vor. In den letzten Stunden gab es z.B. Überflutungen mit Hagel in Bolivien.

Da nach wie vor eine globale Strategie zur Bekämpfung der Erderwärmung fehlt und es Jahrzehnte dauert, bis eine solche Wirkung zeigt, ist eine Verbesserung der Situation nicht in Sicht.

Mexiko: Opferzahlen nach Unwettern gestiegen

Nach schwere Unwettern in Mexiko – Hunderte Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten

In Zentral- und Ostmexiko haben tagelange Regenfälle eine verheerende Katastrophe ausgelöst, über die Vnet bereits berichtete. Doch das volle Ausmaß der Katastrophe wird erst nach und nach sichtbar: Infolge der massiven Überschwemmungen wurden Erdrutsche verursacht, die über 300 Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten haben. Nach Angaben der Regierung kamen mindestens 70 Menschen ums Leben, Dutzende gelten weiterhin als vermisst.

Mexiko Unwetter

Die ungewöhnlich heftigen Niederschläge trafen auf bereits durchnässte Böden am Ende einer außergewöhnlich langen Regenzeit. Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden zerstört, und ganze Bergdörfer sind nur noch per Hubschrauber erreichbar. Präsidentin Claudia Sheinbaum sprach von einer „nationalen Notlage“ und kündigte an, alle verfügbaren Kräfte zur Unterstützung der Bevölkerung zu mobilisieren.

Besonders schwer betroffen sind die Bundesstaaten Veracruz, Hidalgo und Puebla. In Hidalgo wurden rund 100.000 Häuser durch Schlammlawinen und Überflutungen beschädigt, während in Veracruz innerhalb von nur vier Tagen bis zu 600 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Gouverneurin Rocío Nahle berichtete, dass dort mehr als 300.000 Menschen betroffen seien.

In der Stadt Poza Rica stieg das Wasser des Flusses Cazones stellenweise bis zu vier Meter hoch. „Viele Nachbarn konnten nicht mehr fliehen“, sagte Anwohner Roberto Olvera. Nach dem Rückgang der Fluten blieb eine ölige Schicht zurück – vermutlich Rückstände aus nahegelegenen Öl- und Gasanlagen.

Während Tausende Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige nach Vermissten suchen, fliegen Hubschrauber Hilfsgüter in die isolierten Regionen. Gesundheitsteams begannen mit der Begasung der Gebiete, um einen Ausbruch von Dengue-Fieber zu verhindern.

Sheinbaum versprach schnelle Hilfe und betonte, die Regierung werde „in dieser Krise keine Kosten scheuen“, um die betroffenen Regionen zu versorgen und den Wiederaufbau einzuleiten.

Sizilien: Unwetter löst in Messina Überflutungen aus

Unwetter auf Sizilien: Regen, Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen zwischen Catania und Messina

Gestern berichtete ich über die Rote Unwetterwarnung, die für weite teile Siziliens galt. Tatsächlich kam es zu starken Gewittern mit Unwettercharakter, die in Messina und Umgebung tiefliegende Straßen und Keller Fluteten und Erdrutsche und Schlammlawinen verursachten. Betroffen waren auch Taormina und der Großraum Catania, wo es zu Verkehrsbehinderungen kam.

Die Autobahn SS114 bei Sant’Alessio Siculo musste wegen den Überschwemmungen und der Ablagerung von Schlamm gesperrt werden. Spezialteams leiteten das Wasser ab und räumten die Straßen vom Schutt. Ähnliche Probleme gab es auf der SP16 nach Forza d’Agrò, wo Geröll und Steine den Verkehr blockierten, sowie auf der SP12 zwischen Sant’Alessio Siculo und Scifì. Auch zwischen Taormina und Trappitello kam es zu überfluteten Straßen und blockierten Kanalisationsabflüssen.

In Marsala standen auf der Via Mazara in Hafennähe und in der Unterführung des Corso Gramsci mehrere Autos im Wasser. Auf der Strada Statale 189 della Valle del Platani zwischen Lercara Friddi und Agrigent führten schwere Regenfälle zu Überschwemmungen, Schlamm und Geröll, sodass der Verkehr vorübergehend unterbrochen werden musste.

Zahlreiche Einsatzkräfte sind im Einsatz, um die Infrastruktur wiederherzustellen und Strom- sowie Wasserversorgung zu sichern. Für den 16. Oktober gilt weiterhin eine gelbe Wetterwarnung in zahlreichen Regionen Siziliens, darunter die Ionische Küste, Tyrrhenische Küste, Ägadische und Pelagische Inseln sowie das Simeto-Flussbecken.

Erfahrungsgemäß spülen starke Unwetter am Ätna Lapilli, Lavabrocken und Unrat auf die Straßen, so dass es hier auch zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Meldungen über besondere Ereignisse liegen mir aber nicht vor.

Die Bevölkerung wird dringend gebeten, vorsichtig zu sein, Fahrten auf überschwemmten Straßen zu vermeiden und den aktuellen Wetterwarnungen zu folgen. Die Unwetterlage auf Sizilien bleibt angespannt, und weitere Regenfälle könnten die Situation verschärfen.

USA: Überflutungen in Arizona

Heftige Unwetter über Arizona: Reste eines tropischen Tiefdrucksystem lösen historische Regenfälle aus

Arizona erlebt derzeit eine der schwersten Unwetterphasen der letzten Jahrzehnte. In mehreren Landesteilen führten Gewitter mit sintflutartige Regenfällen zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Stromausfällen. Besonders betroffen sind die Regionen um Phoenix, Tempe und Eloy, wo Einsatzkräfte zahlreiche Menschen aus überfluteten Fahrzeugen und Häusern retten mussten.

Die Ursache der Unwetter liegt in einer außergewöhnlichen Wetterlage: Feuchte Luftmassen aus den Überresten des Tropensturms Priscilla, der zuvor über der Pazifikküste Mexikos wütete, wurden nach Norden in den Südwesten der USA gelenkt. Dort trafen sie auf ein stark ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über Kalifornien und Nevada. Durch die aufsteigenden, warmen Tropenluftmassen bildeten sich heftige Gewitterzellen, die enorme Niederschlagsmengen mit sich brachten – lokal fielen binnen weniger Stunden mehr als 100 Millimeter Regen.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen dokumentieren die Katastrophe und zeigen, wie sich braune Wassermassen ihren Weg durch Ortschaften bahnen und Straßen in schnell strömende Flüsse verwandeln.

In Tempe führte ein sogenannter „Microburst“, ein Fallwindereignis innerhalb eines Gewitters, zu massiven Schäden. Orkanartige Böen entwurzelten Bäume, deckten Dächer ab und machten über 130 Menschen obdachlos. Tausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Auch in Eloy kam es zu dramatischen Szenen: Dort mussten ein Mann und ein Kind vom Dach ihres in den Fluten eingeschlossenen Autos gerettet werden.

Meteorologen sprechen von einer „außergewöhnlichen Feuchtigkeitszufuhr“ für den Oktober – ein Monat, der in Arizona üblicherweise trocken verläuft. Verstärkt wurde das Ereignis durch ungewöhnlich warme Wassertemperaturen im Pazifik. Fachleute warnen, dass solche Konstellationen künftig häufiger auftreten könnten, da sich mit dem Klimawandel auch die Muster des nordamerikanischen Monsuns und des Jetstreams verändern.

Während der Regen in den kommenden Tagen allmählich nachlässt, bleibt die Gefahr von Nachfluten und Erdrutschen in Teilen Arizonas weiterhin bestehen.

Alaska von Taifun Halong getroffen

Ein Taifun im hohen Norden – Wie der Klimawandel Alaskas Küsten verwundbarer macht

Der Taifun Halong fegte in den letzten Tagen über die Westküste Alaskas hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung: Die orkanartigen Winde verursachten meterhohe Sturmfluten und der Taifun hatte sintflutartige Regenfälle im Gepäck. Sturm und Regen trafen abgelegene Dörfer wie Kipnuk, Kwigillingok und Nome mit voller Wucht. Häuser wurden von ihren Fundamenten gerissen, Straßen weggespült, Kommunikationssysteme sowie Strom- und Wasserversorgung brachen zusammen. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, mehrere galten zeitweise als vermisst. Über 50 Bewohner mussten gerettet werden – einige von den Dächern ihrer überfluteten Häuser.

Der Sturm fegte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h über die Küste Alaskas hinweg. Die Sturmflut erreichte einen Pegel von mehr als 180 Zentimeter über dem Normalstand. Ganze Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, während Rettungsteams versuchen, die von der Sturmflut Eingeschlossenen zu erreichen.

Taifune gelten eigentlich als Phänomen tropischer Breiten. Sie entstehen über warmem Meerwasser, wo sie durch aufsteigende, feuchtwarme Luft gespeist werden. Dass ein solcher Sturm Tausende Kilometer nach Norden zieht und Alaska erreicht, ist ungewöhnlich – aber kein Zufall. Meteorologen führen das Ereignis auf eine Kombination aus einer außergewöhnlichen Wetterlage und langfristigen klimatischen Veränderungen zurück.

Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Jetstream. Hierbei handelt es sich um ein starkes Windband in großer Höhe, das normalerweise die Grenze zwischen kalter Polarluft und warmer Tropenluft markiert. Aktuell mäandriert er stark und verläuft ungewöhnlich weit nach Norden. Eine solche wellenförmige Struktur ist ein Zeichen seiner Schwächung: Der Temperaturunterschied zwischen Arktis und Tropen, der den Jetstream antreibt, nimmt durch die arktische Erwärmung ab. Die Folge sind langsamere, instabilere Strömungen, die Sturmsysteme auf untypische Bahnen lenken oder sie länger über einer Region festhalten.

Diese geschwächte Strömung zog den Taifun Halong weit nach Norden – hinein in den Bereich der Beringsee, deren Wasser in diesem Herbst außergewöhnlich warm ist. Dort wandelte sich der Sturm in ein außertropisches Tief um, behielt aber genug Energie, um an der Küste Alaskas orkanartige Winde und Rekordfluten zu verursachen.

Klimaforscher sehen in Ereignissen wie Halong ein Warnsignal. Die Arktis erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, die Meere im Nordpazifik speichern zunehmend Wärme, und die atmosphärischen Strömungen verlieren an Stabilität. Diese Veränderungen könnten in Zukunft dazu führen, dass tropische Stürme häufiger in nördliche Breiten vordringen – mit Folgen für Regionen, die bisher kaum auf solche Extremereignisse vorbereitet sind.

„Wir erleben hier etwas, das früher undenkbar war“, sagte ein Sprecher der US-Küstenwache. „Alaska steht an der Frontlinie des Klimawandels.“