Aktuelle Nachrichten zu Naturkatastrophen – Hier findest du umfassende Berichte über Naturkatastrophen wie Dürren, Epidemien, Flares, Hangrutschungen, Hochwasser, Hurrikane, Überflutungen, Stürme, Sonneneruptionen, Tornados, Tsunamis und Waldbrände. Wir informieren außerdem über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Entstehung und Intensität von Naturkatastrophen. Erdbeben und Vulkanausbrüche werden in eigenen Kategorien behandelt. Oft ist der Übergang von einem natürlichen Ereignis zu einer Naturkatastrophe fließend: Eine Naturkatastrophe entsteht, wenn Menschenleben oder das Eigentum durch Naturphänomene gefährdet oder zerstört werden.
Camperin infizierte sich am Lake Tahoe mit Beulenpest – Durch Flohstich infiziert
Der Lake Tahoe ist ein idyllischer Bergsee in der US-amerikanischen Sierra Nevada und liegt in den beiden Bundesstaaten Nevada und Kalifornien. Er ist aufgrund seines kristallklaren Wassers und seiner bewaldeten Ufer mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur besonders bei einheimischen Urlaubern sehr beliebt, doch das Idyll täuscht: Bei in den Wäldern heimischen Nagetieren grassiert die Pest, die auch auf Menschen übertragbar ist. So wurde jetzt bekannt, dass sich eine amerikanische Camperin über einen Flohstich mit der oft tödlich verlaufenden Krankheit infiziert hat. Glücklicherweise wurde die Pest bei ihr in einem frühen Stadium diagnostiziert, so dass sie gut auf die Behandlung mit Antibiotika anspricht und sich zuhause von der Krankheit erholt.
Auch heute noch verläuft eine unbehandelte Pestinfektion in 60 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Erste Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Die letzte Pestinfektion am Lake Tahoe bei einem Menschen gab es im Jahr 2020. Frühzeitig mit Antibiotika behandelt liegt die Sterblichkeit bei unter 10 Prozent.
Jahr der traurigen Superlative in Bezug auf Waldbrände – Portugal und Spanien besonders hart betroffen
Bereits jetzt zeichnet sich ab: 2025 wird das Jahr der Superlative in Bezug auf europäische Waldbrände. Insbesondere in Südeuropa lodern zahlreiche Feuer in einem Gürtel, der sich von Portugal bis in die türkische Schwarzmeerregion erstreckt. Die Brände werden durch anhaltende Trockenheit bei hohen Temperaturen und starken Winden begünstigt. Die Mehrzahl der Feuer geht auf Brandstiftung zurück.
Bis jetzt wurde in diesem Jahr auf einer Fläche von 1.015.024 Hektar Vegetation verbrannt. Das übertrifft die bisherige Rekordfläche von 988.544 Hektar aus dem Jahr 2017 deutlich und das einen Monat bevor die eigentliche Waldbrandsaison endet.
In den letzten Tagen stand vor allem Portugal im Fokus der Berichterstattung, denn hier starben bislang 4 Menschen in der Flammenhölle. Zuletzt traf es einen Feuerwehrmann, der bei seiner Pflichterfüllung sein Leben verlor.
Der 45-Jährige erlitt bereits am Dienstag nahe der Kleinstadt Sabugal schwere Verletzungen, an denen er am Samstag in einem Krankenhaus in Porto erlag. 75 Prozent seiner Haut waren verbrannt.
In Portugal verwüsteten die Flammen rund 278.000 Hektar Land. Der schwerste Waldbrand wütet bei Arganil im Landeszentrum. Alleine dort sind bis zu 1400 Brandbekämpfer im Einsatz. Inzwischen konnten die meisten Brandherde eingedämmt werden.
Auch in Spanien starben bis jetzt 4 Menschen infolge der Waldbrände, die hier eine Fläche von 400.000 Hektar erfassten. Das ist ein Rekordwert seit Aufzeichnungsbeginn. Da die Hitzewelle inzwischen abflaute und Regen angekündigt wurde, ist man optimistisch, das Schlimmste für dieses Jahr überstanden zu haben.
Auch aus Griechenland und der Türkei gibt es traurige Rekordwerte zu melden, denn hier wurden die bislang höchsten Emissionswerte schädlicher Gase infolge der Waldbrände gemessen.
In der türkischen Region Izmir wurden seit Juni mehr als 50000 Menschen evakuiert, da ihre Heime von Flammen bedroht waren. Auf der griechischen Insel Kreta waren es 5000.
Die Folgen des anthropogenen Klimawandels begünstigen die Waldbrände. Und natürlich befeuern auch die Waldbrände selbst ihrerseits das Voranschreiten des Klimawandels, indem einerseits viel Kohlendioxid freigesetzt wird und andererseits CO₂-absorbierende Grünflächen verschwinden. Ein Teufelskreis.
Katastrophale Sturzflut im Himalaya-Dorf Dharali in Indien – Tote und Vermisste
Ein ungewöhnliches Starkregenereignis löste im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand eine Sturzflut aus, die das Himalaya-Dorf Dharali verwüstete. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, mehr als 50 werden vermisst. Die Fluten rissen ganze Häuser mit sich und verwandelten die Region innerhalb von Minuten in eine Schlamm- und Trümmerlandschaft. Experten machen nicht nur den Klimawandel für die Katastrophe verantwortlich, sondern auch die besondere Topografie des Himalaya-Hinterlandes.
Dharali liegt im Distrikt Uttarkashi, etwa 2.500 Meter über dem Meeresspiegel, in unmittelbarer Nähe des Flusses Kheer Ganga. Die Region ist Teil des Garhwal-Himalayas, einem geologisch jungen Gebirge mit steilen Hängen, tief eingeschnittenen Tälern und instabilen Gesteinsformationen. Diese geomorphologischen Merkmale machen das Gebiet besonders anfällig für Erdrutsche, Sturzfluten und Hangrutschungen – insbesondere während der Monsunzeit von Juni bis September.
Die Sturzflut wurde am Dienstagmorgen durch einen sogenannten Cloudburst ausgelöst. Hierbei handelt es sich um einen extrem kleinräumigen, aber intensiven Regenfall, der in diesem Fall innerhalb kurzer Zeit 210 Millimeter Niederschlag freisetzte. Das Wasser sammelte sich an den steilen Berghängen und stürzte mit gewaltiger Kraft talwärts.
Augenzeugen berichteten von einer schwarzen Wand aus Wasser und Geröll, die über Dharali hereinbrach. Zahlreiche Gebäude, darunter Hotels und Wohnhäuser, wurden zerstört. Videos dokumentierten das Ereignis. In Anbetracht des gewaltigen Impakts der Fluten sind weitaus höhere Opferzahlen als zunächst angegeben zu befürchten.
Die State Disaster Response Force (SDRF), die Nationale Katastrophenschutztruppe (NDRF) und Einheiten der indischen Armee sind im Einsatz. Bislang konnten etwa 15 bis 20 Menschen aus den Trümmern gerettet werden. Drei Hubschrauber wurden für Luftrettungen angefordert, doch das unwegsame Gelände erschwert den Zugang zur Katastrophenregion.
Gegenüber den Medien erklärte der Geologe Dr. Anil Thapa, dass der Ort Dharali in einer besonderen Region des Himalayas liegt, die nicht nur geologisch instabil ist, sondern durch unkontrollierte Baumaßnahmen zusätzlich destabilisiert wurde. Das schafft ein hohes Katastrophen-Potenzial bei extremen Wetterereignissen.
Derartige Katastrophen häufen sich in den letzten Jahren. 2013 forderte ein ähnlicher Wolkenbruch in Kedarnath über 6.000 Todesopfer. Wissenschaftler warnen davor, dass sich diese Katastrophen im Zuge des Klimawandels weiter intensivieren könnten.
Vier Tote und Tausende Evakuierte in Taiwan – tropische Stürme als Auslöser
In Südtaiwan haben sintflutartige Regenfälle in der vergangenen Woche zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, drei weitere gelten als vermisst, und 77 wurden verletzt. Fast 6.000 Menschen mussten evakuiert werden, zahlreiche Straßen und Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt. Besonders betroffen waren die Regionen Kaohsiung, Pingtung und die Stadt Tainan.
In den sozialen Medien veröffentlichte Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Überflutungen und zeigten Straßen die sich in reißende Ströme verwandelten und Autos wegspülten, die sich unter Brücken verkeilten, sowie Menschen, die hüfthoch durch schlammiges Wasser wateten. Gebäude stürzten ein oder wurden stark beschädigt.
In Maolin, einem abgelegenen Bergbezirk, fielen seit dem 28. Juli mehr als 2800 Millimeter Niederschlag – mehr als der durchschnittliche Jahreswert von etwa 2100 Millimetern. Damit erlebte Taiwan den regenreichsten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1939.
Die Wettersituation wurde maßgeblich vom Taifun Co-May beeinflusst, der sich Anfang August östlich an Taiwan vorbeibewegte. Dabei verstärkte er die südwestlichen Strömungen und verlagerte sie ungewöhnlich weit nach Norden, was die Niederschlagsintensität erheblich steigerte. Bereits im Juli hatte Taifun Danas große Schäden im Süden der Insel angerichtet und über 3.000 Strommasten zerstört – der schwerste Schaden am Stromnetz seit Jahrzehnten. Die darauffolgenden, fast durchgehend anhaltenden Regenfälle haben die Lage zusätzlich verschärft.
Die taiwanische Regierung reagierte mit Notfallmaßnahmen. Premierminister Cho Jung-tai kündigte während eines Besuchs in Tainan einen Sonderhaushalt für Hilfsmaßnahmen an. Rettungskräfte versuchen weiterhin, blockierte Straßen freizuräumen und abgelegene Bergdörfer mit Hilfsgütern zu versorgen. Noch immer können über 2.000 Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Obwohl sich die Wetterlage in den kommenden Tagen voraussichtlich beruhigt, bestehen weiterhin lokale Gefahren durch Erdrutsche infolge instabile Hänge und aufgeweichte Böden. Wissenschaftler warnen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel extreme Wetterlagen wie diese künftig häufiger und intensiver auftreten lassen könnte – mit schwerwiegenden Folgen für dicht besiedelte und landschaftlich sensible Regionen wie Südtaiwan.
Durch die teils massive Erhöhung der weltweiten Ozeantemperaturen kommt es zu einer verstärkten Verdunstung, wodurch sich in der Atmosphäre mehr Wasser befindet. Da auch die Luft immer wärmer wird, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu immer stärkeren Stürmen mit Starkregen führt. Tatsächlich stehen wir noch am Anfang des Aufheizungsprozesses, dessen tatsächliche Langfristfolgen nicht absehbar sind.
Starke Waldbrände lodern in der Türkei – mindestens 17 Todesopfer
Die Türkei steht auch in diesem Sommer erneut im Zentrum einer schweren Waldbrandkrise, von der aber auch andere Länder der östlichen Mittelmeerregion betroffen sind. Inmitten einer der bislang intensivsten Hitzewellen des Jahres kämpfen Einsatzkräfte landesweit gegen 112 Brände, die 17 Städte bedrohen. Besonders betroffen sind die Provinzen Bursa, Karabük, Antalya und Izmir. Gerade die letztgenannten Regionen sind bei deutschen Urlaubern sehr beliebt. Starke Winde, ausgedörrte Vegetation und anhaltende Trockenheit fördern die rasche Ausbreitung der Feuer, die mindestens 17 Menschenleben nahmen. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Einsatzkräfte, die im Kampf gegen das Flammenmeer unterwegs waren.
In der Umgebung der westtürkischen Stadt Bursa brachen am vergangenen Wochenende mehrere Brände aus. Ein Feuer nordöstlich der Stadt konnte eingedämmt werden, südlich davon sind die Flammen weiterhin aktiv. Die Brände forderten bisher mehrere Opfer: Drei freiwillige Feuerwehrleute starben, als ihr Löschfahrzeug auf einem Waldweg verunglückte. Ein weiterer Helfer erlitt während der Löscharbeiten einen tödlichen Herzinfarkt. Insgesamt sind allein in der Türkei in den vergangenen Wochen mindestens 17 Menschen durch Waldbrände ums Leben gekommen, darunter mehrere freiwillige Einsatzkräfte und Forstarbeiter.
Ein weiterer Großbrand wütete in der bergigen Provinz Karabük im Norden des Landes. Dort brennt es seit mehreren Tagen: mehr als ein Dutzend Dörfer mussten evakuiert werden. Auch in den südlichen Provinzen Mersin und Antalya wurden tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Im Westen der Türkei, nahe der Hafenstadt Izmir, brach am Montag ein neuer Brand in Waldgebieten aus. Elf Löschflugzeuge wurden dort gemeinsam mit Bodentruppen und freiwilligen Helfern eingesetzt.
In den sozialen Medien veröffentlichten Bilder zeigen nicht nur die Feuer selbst, sondern auch die massiven Rauchschwaden, die über das Land zeihen und auch von den Stränden keinen Halt machen.
Klimatische und geografische Faktoren verschärfen die Lage
Die Ausbreitung der Brände wird maßgeblich durch die aktuellen Witterungsbedingungen begünstigt. Der Mittelmeerraum, einschließlich der Türkei, erlebt derzeit eine außergewöhnlich starke Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad Celsius. In Kombination mit starker Sonneneinstrahlung, geringer Luftfeuchtigkeit und ausbleibendem Niederschlag entsteht eine explosive Mischung für die Entstehung und Ausbreitung von Vegetationsbränden.
Hinzu kommt die geografische Lage vieler betroffener Regionen: Besonders in den waldreichen Mittel- und Hochlagen West- und Nordanatoliens, wo dichte Kiefernwälder auf steilem Gelände dominieren, können sich Brände schnell entlang von Berghängen ausbreiten und sind von Einsatzkräften nur schwer zu erreichen. In den trockenen Sommermonaten ist die Vegetation dort oft so stark ausgedörrt, dass schon kleinste Funken – etwa durch menschliche Nachlässigkeit oder Blitzschläge – großflächige Brände auslösen können.
Auch die Nähe vieler Wälder zu Siedlungen, touristischen Gebieten und landwirtschaftlich genutzten Flächen erschwert die Lage zusätzlich. Laut Behörden wurden allein in der Türkei fast 100 Personen wegen des Verdachts auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung strafrechtlich verfolgt.
Regionale Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Bränden
Die Türkei beteiligt sich auch an grenzüberschreitenden Löscheinsätzen. So entsandte sie am Montag ein 22-köpfiges Feuerwehrteam samt Fahrzeugen nach Bulgarien, um dort bei einem Großbrand in Grenznähe zu helfen. Auch in Griechenland, Albanien und anderen Balkanländern lodern zur gleichen Zeit zahlreiche Feuer.
Wetterprognosen lassen vorerst keine Entspannung erwarten. Meteorologen sagen weiterhin hohe Temperaturen und Trockenheit voraus. Die türkischen Behörden befürchten, dass sich die Waldbrandsituation in den kommenden Tagen noch verschärfen könnte. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, offenem Feuer im Freien zu vermeiden, keine Zigaretten achtlos zu entsorgen und Evakuierungsanordnungen zu befolgen.
Starke Überflutungen im Nordosten Rumäniens: Sieben Tote, Hunderte evakuiert
Nach tagelangem Starkregen im Sommer wurde der Nordosten Rumäniens Ende Juli von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Besonders betroffen waren die Kreise Suceava und Neamț, wo mehrere Flüsse und Bäche über die Ufer traten, ganze Dörfer unter Wasser standen und mehrere Menschen ihr Leben verloren.
Nach Angaben der rumänischen Katastrophenschutzbehörde wurden allein im Kreis Suceava mehr als 680 Häuser beschädigt, im Kreis Neamț weitere 170. Die Fluten zerstörten 41 Gebäude vollständig. Fast 900 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, manche wurden mit Hubschraubern direkt von Hausdächern evakuiert. Insgesamt kamen sieben Menschen durch die Fluten ums Leben, zahlreiche Ortschaften waren tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.
Neben den humanitären Herausforderungen stellen die Überschwemmungen auch ein infrastrukturelles Problem dar: Straßen, Brücken und Stromleitungen wurden beschädigt oder zerstört. Zudem drohen langfristige Schäden an landwirtschaftlichen Flächen und Wasserversorgungssystemen.
Die rumänische Regierung genehmigte finanzielle Hilfen für die betroffenen Familien. Je nach Ausmaß der Schäden erhalten sie zwischen 3.000 und 6.000 Euro Unterstützung.
Die in den sozialen Medien geteilten Bilder erinnern mich an die Ahr-Tal-Katastrophe, wo es ähnliche geografische Bedingungen gab.
Die betroffene Region liegt im Übergangsbereich zwischen den Ostkarpaten und dem östlichen Hügelland Moldawiens. Die Landschaft ist geprägt von engen Flusstälern, steilen Hängen und vielen kleineren Nebenflüssen, die in größere Gewässer wie die Bistrița und den Siret münden. Diese geografischen Bedingungen begünstigen bei Starkregen schnelle Wasserabflüsse von den Berghängen in die Gewässer, was zu Sturzfluten führt. In Kombination mit abgeholzten Hängen, unregulierter Bebauung in Überflutungszonen und unzureichender Infrastruktur zur Wasserableitung steigt das Hochwasserrisiko deutlich. Dazu addieren sich die Folgen des Klimawandels, die immer häufiger zu Extremwetterlagen führen.
Die Ereignisse verdeutlichen erneut die Verwundbarkeit vieler Regionen Rumäniens gegenüber Extremwetter. Ohne umfassende Maßnahmen in den Bereichen Hochwasserschutz, Forstwirtschaft und Raumplanung könnten sich ähnliche Katastrophen in Zukunft häufen.
Dramatische Wasserknappheit in Teheran – Schließung und Verlegung der Hauptstadt im Gespräch
Teheran, 29.07.2025 – Die Islamische Republik Iran ist im Grunde genommen ein Staat, reich an wertvollen Kulturgütern und vielen wichtigen Ressourcen wie Erdöl und Gas, aber auch mit zahlreichen menschengemachten Problemen: Neben der katastrophalen Herrschaft der religiösen Fanatiker der Ayatollahs ist eines der drängendsten Probleme die Wasserkrise. Sie eskalierte in den letzten Wochen so sehr, dass die Regierung über Schließung und Verlegung Teherans nachdenkt.
Trockenrisse
Verursacht durch eine der schwersten Dürreperioden in der Geschichte des Iran droht der Hauptstadt Teheran das Wasser auszugehen. Die Regierung zieht drastische Maßnahmen in Betracht: Eine temporäre Schließung der Hauptstadt steht ebenso im Raum wie eine langfristige Verlegung der Metropole mit ihren über 15 Millionen Einwohnern. Bereits jetzt sind viele Menschen von der Versorgung mit Trinkwasser von Tanklastwagen abhängig, da die Leitungen trocken bleiben.
Teheran liegt am Südrand des Elburs-Gebirges, das sich als natürlicher Klimateiler zwischen der fruchtbaren Kaspischen Tiefebene und dem ariden Hochland des Iran erhebt. Aufgrund seiner Höhenlage von rund 1.200 Metern über dem Meeresspiegel ist die Stadt von einem trockenen, kontinentalen Klima geprägt – mit heißen Sommern, geringen Niederschlägen und einer steigenden Abhängigkeit von Schmelzwasser aus den umliegenden Bergen. Doch dieses Wasser bleibt aufgrund Schneemangels und Rückzugs der Gletscher im Hochalpin des Elburs- und Zagros-Gebirges zunehmend aus.
Laut dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung war das erste Halbjahr 2025 das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1893. In vielen Landesteilen sind Seen ausgetrocknet, Stauseen nahezu leer, manche Talsperren vollständig versiegt.
Die aktuelle Wasserkrise ist aber nicht nur das Ergebnis klimatischer Veränderungen, sondern auch von unkontrollierter Übernutzung von Grundwasser und anderer Wasserspeicher: unkontrollierter Wasserverbrauch in Landwirtschaft und Industrie sowie fehlende Nachhaltigkeitskonzepte haben die Wasserressourcen des Landes überstrapaziert. Hinzu kommen jahrzehntelange Vernachlässigung von Umweltschutzmaßnahmen und die veraltete Infrastruktur. Die Schließung zahlreicher Fabriken sowie massive Entlassungen verschärfen die soziale und wirtschaftliche Lage zusätzlich.
Zwangsschließung und Notfallmaßnahmen aufgrund der Wasserknappheit
Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani kündigte an, dass eine einwöchige Schließung der Hauptstadt ernsthaft geprüft werde. Behörden, Schulen und Universitäten könnten demnach vorübergehend geschlossen werden, um den Wasserverbrauch zu senken. Zudem schlägt das iranische Parlament eine Verkürzung der Arbeitswoche auf vier Tage vor – sowie eine Rückkehr zum Homeoffice-Modell, wie es während der Corona-Pandemie praktiziert wurde.
Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Situation als mögliche Naturkatastrophe. In einer öffentlichen Erklärung ließ er offen, ob Teheran noch der geeignete Standort für eine Hauptstadt sei. Eine Verlegung an einen wasserreicheren Ort könne in Zukunft notwendig werden, so der Präsident.
Die Krise hat bereits spürbare Folgen: In mehr als 50 Städten kam es zuletzt zu stundenlangen Wasserabschaltungen. Viele Bewohner Teherans haben die Stadt verlassen und suchen Zuflucht in den nördlichen Provinzen am Kaspischen Meer, wo die Wasserversorgung noch stabil ist.
Ein nationales Problem – mit globaler Dimension
Die Wasserkrise im Iran zeigt auf dramatische Weise, wie verwundbar Megastädte im Zeitalter des Klimawandels sind – insbesondere, wenn sie in ohnehin wasserarmen Regionen liegen. Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen, strukturelle Reformen und internationale Unterstützung könnte Teheran zum Symbol einer Entwicklung werden, die viele Länder in Zukunft treffen könnte.
Waldbrand auf Sardinien richtete Beinahe-Katastrophe an – gut 200 Badegäste fliehen vor Feuerinferno
Während bei uns der Sommer buchstäblich ins Wasser fällt, leidet der Süden Europas unter Hitze und Trockenheit. Eine ungute Mischung, die immer wieder zu Waldbränden führt. So geschehen gestern auf Sardinien, wo ein starker Waldbrand am Küstenabschnitt Punta Molentis auf den Strand zuhielt. Dort wurden etwa 200 Badegäste am Strand durch ein Flammenmeer von ihren geparkten Fahrzeugen und Fluchtwegen abgeschnitten, wodurch sie am Strand in Bedrängnis kamen. Eine kleine Flottille rettete die Menschen.
Schiffe der Küstenwache und der Finanzpolizei sowie private Boote eilten zum Strand bei Villasimius im Süden Sardiniens zur Rettung der Badegäste heran. Die Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden, was allerdings nicht für ihre Fahrzeuge galt: Rund 40 Autos brannten komplett aus, wodurch ein hoher Sachschaden entstand.
Das Feuer war am Nachmittag ausgebrochen und breitete sich dank starker Mistralwinde rasend schnell aus und griff auf den Parkplatz über. Starke Rauchentwicklung trieb dichte Schwaden über die Bucht und stellte eine zusätzliche Gefahr für Badegäste und Anwohner der Region dar.
Es spielten sich teils dramatische Szenen ab, als die Badegäste zunächst noch versuchten, zu ihren Fahrzeugen zu gelangen, um mit ihnen die Flucht zu versuchen. Tote oder ernsthaft Verletzte gab es aber offenbar nicht.
Nach Angaben der Feuerwehr brannten rund 40 Autos vollständig aus. Insgesamt steckten etwa 200 Fahrzeuge auf dem Gelände fest. Ein Kiosk wurde komplett zerstört. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Forstkorps und des Zivilschutzes kämpften mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Bodenmannschaften gegen die Flammen. Auch ein Flugzeug der italienischen Luftwaffe kam zum Einsatz.
Obwohl keine Menschen körperlich zu Schaden kamen, sprechen Umweltorganisationen von einer Naturkatastrophe: Die Wälder von Punta Molentis galten als ein Naturparadies, das jetzt nicht mehr existiert. Der Küstenabschnitt ist bislang insbesondere bei Touristen aus Deutschland sehr beliebt gewesen.
Nicht nur entlang von Punta Molentis brannte es: Am Sonntag wurden auf Sardinien 26 Brände registriert. Auch in anderen Regionen Süditaliens gab und gibt es Waldbrände, darunter auch auf Sizilien.
Die Hitze im Süden und das regnerische Wetter in Deutschland sind zwei Seiten der gleichen Wetterlage: Hochdruckgebiete im Norden und Süden haben ein Tiefdrucksystem eingekesselt, das sich über Deutschland befindet. Die Wettersysteme blockieren sich gegenseitig und sind somit ortstabil.
Hitzerekord in der Türkei – Waldbrände in der östlichen Mittelmeerregion außer Kontrolle
In der Türkei wurde ein neuer Allzeit-Hitzerekord aufgestellt: In der südostanatolischen Stadt Silopi nahe den Grenzen zu Syrien und dem Irak wurden am Freitag 50,5 Grad Celsius gemessen – noch nie seit Beginn der systematischen Klimaaufzeichnung war es in der Türkei heißer gewesen. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2023, als in Eskişehir 49,5 Grad registriert wurden.
Hitzerekord
Der neue Spitzenwert markiert nicht nur eine meteorologische Extremmarke, sondern ist auch ein Indiz für eine sich zuspitzende Klimakatastrophe im Mittelmeerraum, denn mit der extremen Hitze, die sich nicht nur auf den Südosten Anatoliens beschränkt, gehen in der Region des östlichen Mittelmeers starke Waldbrände einher: In der Türkei kämpfen Feuerwehr und Helfer derzeit an mehreren Fronten gegen die Flammen. Besonders betroffen ist die westtürkische Provinz Bursa. Dort breitete sich ein Feuer seit Samstagabend in einem Waldgebiet zwischen den Bezirken Kestel und Gürsu rasant aus – angefacht von starkem Wind und anhaltender Trockenheit. Rund 1300 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Umfangreiche Löschmaßnahmen mit hunderten Einsatzkräften wurden eingeleitet. Sie werden von Löschhubschraubern, Wasserwerfern und Feuerwehrfahrzeugen unterstützt.
Zusätzliche Gefahr droht von nahegelegenen Steinbrüchen, in denen Sprengstoff gelagert ist. Mehrere Explosionen wurden gemeldet. Die Behörden warnten Anwohner in angrenzenden Ortschaften, den Anweisungen strikt Folge zu leisten.
In der nordwesttürkischen Provinz Karabük brennen Wälder bereits seit vier Tagen. Dort mussten nach offiziellen Angaben 14 Dörfer geräumt werden.
Landesweit herrscht höchste Alarmstufe. Angesichts der Rekordtemperaturen, die bis zu zwölf Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen, reiche ein Funke, um großflächige Feuer zu entfachen. Zuletzt starben in der Region Eskişehir zehn Menschen, darunter Feuerwehrleute und Waldarbeiter, als sich ein Feuer durch drehende Winde plötzlich ausbreitete.
Auch Griechenland kämpft mit ähnlichen Problemen. Das Land wird seit Tagen von einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 45 Grad heimgesucht. In mehreren Regionen, darunter auf Kreta, Euböa und Kythira sowie auf dem Festland, lodern teils außer Kontrolle geratene Brände. Besonders kritisch war die Lage nördlich von Athen: Die Orte Drosopigi und Kryoneri mussten evakuiert werden, fünf Menschen wurden verletzt. Die Flammen griffen auch auf Häuser über. Die Luftverschmutzung ist extrem: Selbst im Zentrum der Hauptstadt war der Geruch verbrannten Holzes spürbar.
Die griechische Regierung forderte über das EU-Katastrophenschutzverfahren sechs Löschflugzeuge an. Tschechische Einsatzkräfte sind bereits im Land. Auf der Insel Kythira retteten Küstenwache und private Boote Dutzende Menschen von einem von Flammen bedrohten Strand. 44 der 52 neu gemeldeten Brände konnten innerhalb von 24 Stunden unter Kontrolle gebracht werden – doch bei Temperaturen über 45 Grad und starken Winden bleibt die Gefahr extrem hoch.
Die Waldbrände in der Türkei und Griechenland sind ein dramatischer Ausdruck des sich verschärfenden Klimawandels im Mittelmeerraum. Temperaturen von 50 Grad, anhaltende Dürre, zerstörte Wälder und gefährdete Wohngebiete – all das zeigt, dass der Sommer 2025 für Südeuropa zur akuten Belastungsprobe geworden ist.
Sind lange Sommerferien zeitgemäß?
Gerade in den Sommermonaten werden in den bei Urlaubern beliebten Ländern entlang des Mittelmeeres immer höhere Temperaturen gemessen, die mit Waldbränden und Dürren einhergehen. Zudem kommt es vermehrt zu Extremwetterereignissen mit starken Unwettern und Überflutungen, die in gebirgigen Regionen häufig Erdrutsche und Schlammlawinen verursachen. Ich selbst meide seit Jahren die Hauptreisesaison im Sommer, wenn es um Reisen ans Mittelmeer geht. Meiner Meinung nach fordert der Klimawandel auch ein Umdenken, wie die Bundesländer ihre Ferienzeiten legen. Sind 6–7 Wochen lange Sommerferien zeitgemäß? Da hierzulande Kinder kaum noch bei der Ernte helfen müssen, so wie es früher einmal war, wären kürzere Sommerferien, aber längere Pfingstferien z. B. angebracht. Noch besser wären flexible Ferienmodelle, die es Familien ermöglichen, abseits der Hauptreisezeiten günstiger unterwegs zu sein.