Island: Gletscherlauf am Mýrdalsjökull hat Höhepunkt überschritten

Die Gletscherfut zu ihrem Höhepunkt. ©Njáll Fannar Reynisson/ IMO

Gletscherlauf am Mýrdalsjökull lässt nach – trotzdem Erdbeben unter Katla

Vík í Mýrdal, 11.07.2025Der Gletscherlauf am Mýrdalsjökull lässt nach und hatte seinen Höhepunkt bereits am Donnerstagabend erreicht. Gestern und im Laufe des heutigen Tages sanken die Pegel der Flüsse Leirá Syðri und Skálm, ebenso nahmen die konduktive Leitfähigkeit und der Tremor am Austmannsbunga ab.

Obwohl der Tremor nachgelassen hat und sich auf niedrigem Niveau bewegt, treten weiterhin schwache Erdbeben unter der Katla auf: Laut dem isländischen Wetterdienst (IMO) wurden seit dem 8. Juli im Gebiet des Mýrdalsjökull fast 100 Erschütterungen registriert. Das bislang stärkste Beben ereignete sich am 10. Juli um 7:00 Uhr mit einer Magnitude von 2,7. Heute wurden 13 schwache Erdbeben gemeldet.

Die Forscher des IMO gehen davon aus, dass das Hochwasser weiter zurückgeht und die Wasserstände der Flüsse wieder das übliche Sommerniveau erreichen. Aufgrund des Druckabfalls nach dem Gletscherlauf besteht jedoch die Möglichkeit, dass es in den geothermischen Systemen unter dem Gletscher zu einem Anstieg des Wärmeflusses kommt. Solche Prozesse könnten erneut Gletscherschmelze auslösen und zu einem kurzfristigen Anstieg des Abflusses führen.

Die Flutwelle dürfte ihren Ursprung in geothermischen Vertiefungen südlich von Austmannsbunga unter dem Mýrdalsjökull haben, insbesondere in den Kesseln 13 und 14 des Kötlukettle-Systems. Diese waren bereits im Juli des Vorjahres Auslöser einer starken Flut. Radarmessungen von Eyjólfur Magnússon vom Institut für Geowissenschaften der Universität Island aus dem Mai deuten darauf hin, dass sich unter diesen Kesseln ein subglazialer Wasserspeicher gebildet haben könnte, der als Quelle des aktuellen Hochwassers infrage kommt.

An der Gletscheroberfläche sind bislang keine sichtbaren Auswirkungen des Gletscherlaufs zu erkennen. Insbesondere gibt es keine Hinweise auf Eisabsenkungen über den geothermischen Kesseln.

In der Umgebung von Skálm wurde jedoch Schwefelgeruch gemeldet. Der isländische Wetterdienst rät Reisenden zu besonderer Vorsicht in Flussnähe, da dort mit Gasemissionen zu rechnen ist. Auch abseits der Flüsse ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Situation bei Svartsengi

Aufmerksamkeit ist meiner Meinung nach auch im Svartsengi-Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel geboten. Nachdem gestern kaum Erdbeben aufgrund von starken Regenfällen registriert wurden, gab es heute bereits 10 Erdbeben im Bereich der Sundhnúkur-Kraterreihe. Ein leichter, aber deutlicher Anstieg gegenüber der Aktivität Anfang der Woche. Die Daten zur Bodenhebung sind ungenau und aktuell nicht zu gebrauchen.

USA: Meteor-Sichtung am helllichten Tag

Ein Meteor sorgte im Südosten der USA für Aufregung – mögliches Meteoritenfragment schlägt in Haus ein

Columbia, 27.06.2025Gestern Mittag sorgte eine ungewöhnliche Lichterscheinung am Himmel im Südosten der USA für Aufregung: Tausende Menschen sahen einen Feuerball vom Himmel stürzen und konnten seinen Flug bis kurz über den Boden verfolgen. Das spektakuläre Himmelsphänomen wurde teils als Feuerball, teils als greller Lichtblitz beschrieben, der von einer Rauchfahne begleitet wurde und über die Bundesstaaten Alabama, Georgia, Tennessee sowie North und South Carolina zu sehen war.

Laut Astronomen der NASA handelte es sich bei der Leuchterscheinung um einen großen Meteor, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühte und dabei explodierte. Der Lichtblitz war deutlich sichtbar und wurde sogar vom Wettersatelliten GOES-1 aufgezeichnet. Es ist bereits der 681. bestätigte Bolide weltweit in diesem Jahr.

Mehrere Menschen berichteten von möglichen Trümmerteilen, die vom Himmel gefallen sein sollen, womit aus dem Meteor ein Meteorit geworden wäre, sollten sich die Meldungen bestätigen lassen. Besonders ernst genommen wird ein Bericht aus dem Henry County im Bundesstaat Georgia, wo ein unbekanntes Objekt durch das Dach eines Wohnhauses geschlagen sein soll. Die örtliche Katastrophenschutzbehörde bestätigte, dass niemand verletzt wurde. Ob es sich bei dem Objekt tatsächlich um ein Fragment des Boliden oder möglicherweise um Weltraumschrott handelt, ist derzeit noch unklar und ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Ich halte es allerdings für wahrscheinlich, dass es sich um Splitter des Meteoriten handelt, sofern es kein Fake ist: Alles andere wäre ein zu großer Zufall.

Da Meteoritenfunde für Wissenschaftler Gold wert sind, befinden sich mehrere Teams auf der Suche nach möglichen Einschlagsstellen und Fragmenten des Himmelskörpers. Sie werden im Anderson County in South Carolina vermutet.

Was ist der Unterschied zwischen einem Meteor und einem Meteoriten?

Ein Meteor ist ein reines Lichtphänomen – der leuchtende Streifen am Himmel, der entsteht, wenn ein Gesteinsbrocken aus dem All in die Erdatmosphäre eintritt und dort verglüht.
Ein Meteorit ist das, was übrig bleibt, wenn ein Teil des Gesteinsbrockens den Eintritt in die Atmosphäre übersteht und auf der Erde aufschlägt.

Drei verschiedene Hauptarten von Meteoriten

Es gibt drei verschiedenen Arten von Meteoriten: Steinmeteoriten, Eisenmeteoriten und Stein-Eisen-Meteoriten. Die Steinmeteoriten stellen die größte Gruppe dar: 94% aller auf der Erde gefundenen Meteoriten sind Steinmeteoriten. Diese bestehen überwiegend aus silikatischem Gestein und ähneln irdischem Vulkangestein, sind aber oft dichter und schwerer. 5% der Funde entfallen auf die Eisenmeteorite. Sie bestehen fast ausschließlich aus Eisen und Nickel und sind sehr schwer und magnetisch. Das restliche Prozent der Meteoriten besteht aus der Mischform. Sie können sogar Olivin enthalten.

Welt: Geomagnetischer Sturm könnte bei uns Nordlichter auslösen

Geomagnetischen Sturm für Samstag vorhergesagt – Nordlichter bis in mittleren Breiten möglich

Oberhausen, 13.06.2025An diesem Wochenende könnten in nördlichen und mittleren Breiten erneut Nordlichter am Himmel erscheinen. Grund dafür ist diesmal kein außergewöhnlicher Sonnensturm, sondern eine sogenannte mitrotierende Interaktionsregion – hierbei handelt es sich im Prinzip um Turbulenzen im normalen Sonnenwind.

Diese Sonnenwindturbulenzen treffen voraussichtlich am Samstag auf die Erde und könnten einen geomagnetischen Sturm der Stufe G2 auslösen, wie das Space Weather Prediction Center (SWPC) der NOAA mitteilt.

Koronales Loch. © NOAA

Solche Stürme sind zwar meist schwächer als jene, die durch koronale Massenauswürfe verursacht werden, können aber dennoch sichtbare Auswirkungen auf die Atmosphäre und gelegentlich auch auf technische Systeme haben. Infrastrukturbetreiber gelten jedoch als gut vorbereitet.

Außerdem ist gerade ein besonders großes koronales Loch auf die Erde gerichtet. Hierbei handelt es sich um einen Bereich mit offenen Magnetfeldlinien, aus dem Hochgeschwindigkeitsströme austreten. Auch diese können einen geomagnetischen Sturm verursachen, der letztendlich zu Nordlichtern führt.

Für Himmelsbeobachter auf der Nordhalbkugel bietet sich die Chance, Nordlichter zu sehen – in den USA möglicherweise in Bundesstaaten wie Washington, Idaho, Montana, oder im Nordosten der USA. Auch in Kanada sind die Chancen hoch. Bei uns in Deutschland stehen die Chancen entlang der Küsten von Nord- und Ostsee am besten. In den vergangenen Monaten kam es auch immer wieder zu noch stärkeren geomagnetischen Stürmen, bei denen Nordlichter sogar im Alpenraum und noch weiter südlich auftraten. Hierfür stehen die Chancen diesmal nicht so gut.

Die genaue Sichtbarkeit lässt sich jedoch erst kurz vorher zuverlässig vorhersagen. Das SWPC aktualisiert seine Prognosen täglich, basierend auf dem sogenannten Kp-Index. Sollte dieser am Samstagabend einen Wert von etwa 5,67 erreichen, ist ein sichtbares Polarlichtereignis wahrscheinlich. Oft sind bei uns die Polarlichter nicht mit dem bloßen Auge sichtbar, sondern erscheinen erst auf langzeitbelichteten Aufnahmen.

Welt: Starker Geomagnetischer Sturm trifft ein

Polarlichter über Bayern (Archiv). © Thorsten Böckel

Starker Sonnensturm trifft die Erde – Polarlichter über Mitteleuropa erwartet

Oberhausen, 1. Juni 2025Ein massiver Sonnensturm trifft derzeit die Erde und könnte in der Nacht zum Sonntag für spektakuläre Polarlichter über weiten Teilen Europas sorgen, denn der Sonnensturm löst einen ebenso starken geomagnetischen Sturm aus, der zudem auch Satellitenkommunikation und Funkverkehr stören könnte.

Verantwortlich ist ein sogenannter koronaler Massenauswurf (CME), der am 31. Mai von einem M8.2-Sonnenflare ausgelöst wurde, der von der Sonnenfleckengruppe AR 4100 ausging. Die Plasmawolke traf in den frühen Morgenstunden mit hoher Geschwindigkeit – die Rede ist von 1000 km/s – auf das Erdmagnetfeld und verursachte einen geomagnetischen Sturm der Kategorie G4. Das ist die zweithöchste Warnstufe auf einer fünfstufigen Skala. Die NOAA warnt vor möglichen Spannungsinstabilitäten im Stromnetz, Störungen im GPS- und Funkverkehr sowie Risiken für Satelliten im niedrigen Erdorbit. Besonders in der Luftfahrt und in der Raumfahrt wird der Sonnensturm genau überwacht. Bisher sind aber keine schwerwiegenden Zwischenfälle bekannt geworden.

Dafür könnten in der Nacht zum Montag Polarlichter bis in den Alpenraum vordringen und uns eine der seltenen Chancen liefern, dieses Naturphänomen bei uns zu beobachten. Ob sie mit bloßem Auge zu sehen sein werden oder nur auf lange belichteten Fotos, ist noch unklar. Entsprechende Vorhersagen gibt es nicht nur für Europa, sondern auch für Nordamerika. Aufgrund der kurzen Nacht in nördlichen Breiten – wir nähern uns ja mit großen Schritten der Mittsommernacht, während der es nicht dunkel wird – sind die Beobachtungsbedingungen in hohen Breiten weniger günstig. Die letzte Polarlichtsichtung über Deutschland gab es Mitte Mai. Diese Lichter zeigten sich nur auf Fotografien.

Die Stärke von Sonnenstürmen und den damit einhergehenden oben beschriebenen Effekten steht in direktem Zusammenhang mit dem 11-jährigen Sonnenzyklus. Der aktuelle Zyklus 25 hatte im Oktober 2024 sein Maximum erreicht, schwächt sich aber nur langsam ab. Im Jahresverlauf von 2025 können weitere starke Sonnenstürme auftreten.

Sonne: Starker X-Flare und Sonnenfinsternis

Bewegende Zeiten für die Sonnen: Starke Sonneneruption meets Finsternis

Die Sonne wurde heute teilweise vom Mond verdeckt. Vom Westen Deutschlands aus gesehen trat das Tagesgestirn gegen 11:17 Uhr in den Kernschatten der Erde ein und wurde um 12:09 Uhr zu gut 20 % verfinstert. Es handelte sich also um eine partielle Sonnenfinsternis, die von Grönland aus betrachtet immerhin mehr als 80 % der Sonne bedeckte. Die Sonne kümmerte das Ereignis freilich wenig.

Starker X-Flare durch Sonneneruption

Anders sieht es da mit dem massiven Loch aus, das sich vor wenigen Tagen in der Korona der Sonne auftat. Es wird als das zweitgrößte Sonnenloch des aktuellen Zyklus beschrieben und dürfte größer als eine halbe Million Kilometer sein. Vor wenigen Tagen war dieses Sonnenloch direkt auf die Erde gerichtet, doch zum Glück gab es nur einen mittelstarken Sonnensturm, der Nordlichter erzeugte, die auch in Norddeutschland sichtbar waren.

Gestern kam es dann zu einer besonders starken Sonneneruption, einem Flare der höchsten Kategorie X. Sonnenbeobachter sprechen von einer gewaltigen Protuberanz, die weit in den Weltraum hinaus schoss. Zum Glück manifestierte sich dieser Sonnensturm im Nordostsektor der Sonne und war von der Erde weggerichtet, denn ansonsten könnten wir nicht nur atemberaubende Polarlichter bewundern, sondern müssten uns ernsthaft um unsere Satellitenkommunikation, Navigation und evtl. sogar um unsere Stromversorgung sorgen. So bedingte der Sonnensturm nur eine regional begrenzte Störung des Funkverkehrs.

Dank der Sonnenrotation wird die Gruppe großer Sonnenflecken, von denen die Sonneneruptionen ausgehen, in einigen Tagen wieder in Richtung Erde zeigen. Sollte es dann zu vergleichbaren Eruptionen kommen, könnte es auf der Erde zu den oben beschriebenen unerwünschten Effekten kommen.

Gefährliche Elektrifizierung

Der Ausfall elektrifizierter Infrastruktur hätte auf unsere Gesellschaft katastrophale Folgen. Ohne Strom geht praktisch nichts mehr. Wissenschaftler warnten jüngst, dass im Zuge der Elektrifizierung des Straßenverkehrs und dem damit einhergehenden Rückbau des Tankstellennetzes weiteres Ungemach droht, sollte es zu einem großangelegten Stromausfall kommen. Denn dann hätten auch Einsatzfahrzeuge das Problem, nicht mehr tanken zu können. Zudem stellt sich generell die Frage, wie z. B. Kriegsgerät auf Strom betrieben werden soll. Es gibt eine Menge ungelöster Fragen beim Umbau unserer Gesellschaft. Dass es künftig nicht zu Katastrophen und Kriegen kommen wird ist eine Utopie. Besser man bereitet sich auf Worst-Case-Szenarien vor und träumt nicht von einer heilen Welt, so wie man es in Deutschland offenbar in den letzten 20 Jahren tat.

Island: Gletscherflut am Vatnajökull

Hinweise auf Gletscherlauf vom Grímsvötn verdichten sich

Heute Morgen schrieb ich bereits kurz über den Gletscherlauf am Grimsvötn, der sich bis jetzt überwiegend durch eine erhöhte Seismizität ankündigt. Es wurde eine Zunahme von Hochwasserbeben detektiert, die besonders in dem Frequenzbereich von 2–4 Hz schwingen und damit vulkanischem Tremor ähnelt, nur dass hier die Erdbebenquelle an der Oberfläche sitzt. Diese Erschütterungen gehen von einem Gebiet beim Grímsfjall aus und migrieren mit dem ablaufenden Wasser weiter südwärts. Das Wasser fließt durch subglaziale Kanäle, die am Fuß des Skeiðarárjökull-Gletschers münden und in den Fluss Gígjukvísl strömen.

Der Höhepunkt des Abflusses wird voraussichtlich Ende dieser Woche erreicht, falls sich die Flut wie frühere Ereignisse entwickelt. Der Spitzenabfluss in Gígjukvísl dürfte 1–2 Tage später folgen und wahrscheinlich 1.000 m³/s nicht überschreiten, wodurch keine signifikanten Schäden an der Infrastruktur, wie Straßen und Brücken, erwartet werden.

Aktuell wird das Wasservolumen im Grímsvötn-See auf etwa 0,25 km³ geschätzt, ähnlich oder geringfügig weniger als vor der letzten Flut. Obwohl das GPS-Gerät auf dem Gletscher derzeit keine Daten liefert, ermöglichen seismische Messungen im Grímsfjall die Überwachung des Flutverlaufs.

Der Gletscherlauf wird von einem subglazialen See gespeist, der sich in einer Eiskaverne bildet, indem sich Schmelzwasser ansammelt, dessen Eis durch Erdwärme schmolz. Es gibt aber auch einen gewissen Anteil Oberflächenschmelzwasser. Wenn der Wasserdruck ein kritisches Niveau erreicht, kann es zu einem plötzlichen Abfluss durch den Gletscher kommen.

Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen

Reisende auf dem Vatnajökull sollten in der Umgebung von Grímsfjall besondere Vorsicht walten lassen, da sich neue Kessel auf der Gletscheroberfläche bilden können. Am Gletscherrand von Skeiðarárjökull besteht zudem die Gefahr von Gasemissionen, insbesondere in Hochwassergebieten.

Gletscherausbrüche am Grímsvötn lösen nicht immer Vulkanausbrüche aus, doch Druckentlastungen durch sinkende Wasserstände können als Auslöser fungieren. Solche Ereignisse traten zuletzt 2004 sowie in den Jahren 1934 und 1922 auf. Seit 2004 wurden jedoch 13 Fluten beobachtet, ohne dass es zu einer Eruption kam.

Hintergrund zu Grímsvötn

Grímsvötn zählt zu den aktivsten Vulkansystemen Islands und liegt unter dem Gletscher Vatnajökull. Der letzte Ausbruch des Grimsvötn manifestierte sich im Jahr 2011 und Vulkanologen rechneten bereits mehrmals mit neuen Eruptionen, die dann aber doch ausblieben. Auch im letzten Jahr wurde oft eine steil zunehmende Bodenhebung detektiert, die sich dann aber innerhalb weniger Tage in Wohlgefallen auflöste.

Erde: Starker Sonnensturm erreicht uns

Nordlicht über Bayern. © Thorsten Böckel

Geomagnetischer Sturm der Stärke G4 erwartet – Nordlichter über Deutschland möglich

In den vergangenen Tagen und Wochen ist es bereits öfter zu starken Nordlichtern gekommen, die in Teilen von Deutschland sichtbar waren. Heute Nacht könnte es wieder der Fall sein, denn uns erreicht in diesen Stunden ein starker Sonnensturm der Stärke G4. Doch um die Nordlichter Beobachten zu können bedarf es einen wolkenfreien Himmel und das sieht in vielen Teilen Deutschlands heute Nacht nicht gut aus.

Sonnenstürme entstehen infolge von Sonneneruptionen, die geladene Teilchen bis weit in den Weltraum hinauswerfen. Die Sonneneruptionen gehen meistens von schwarzen Flecken auf der Sonne aus. Doch nicht alle Sonneneruptionen sind in Richtung Erde gerichtet, so dass uns die Wolke aus geladenen Teilchen erreicht. Das ist eher die Ausnahme als die Regel. Doch kürzlich kam es sogar zu zwei sich überlagernden koronalen Massenauswürfen infolge von Sonneneruptionen direkt hintereinander, die in Richtung Erde zeigten, und der Sonnenwind des Doppelwumms erreicht uns jetzt. Sobald die geladenen Teilchen auf das Magnetfeld der Erde treffen, entsteht der Geomagnetische Sturm.

Die Geomagnetischen Stürme sind ähnlich der Hurrikanskala in 5 Klassen eingeteilt. Sie reichen von G1 bis G5, wobei höhere Zahlen für zunehmende Stärke der Stürme stehen. Ein Geomagnetischer Sturm der Klasse G4 ist als ein Ereignis der zwietstärksten Kategorie.

Die NOAA warnt vor einem intensiven Sonnensturm am 10. und 11. Oktober. Diese Ereignisse könnten Polarlichter verursachen und sogar Störungen im Strom- und Mobilfunknetz und in der Satellitennavigation hervorrufen.

Sonnenstürme entstehen durch Flares und koronale Masseauswürfe (CMEs), bei denen große Mengen Plasma von der Sonne ins All geschleudert werden. Flares sind plötzliche Energieausbrüche auf der Sonnenoberfläche, während CMEs massereiche Plasmawolken sind, die mit Geschwindigkeiten von über 1.000 km/s ins All schießen. Treffen diese Wolken auf das Magnetfeld der Erde, können sie geomagnetische Stürme auslösen. Diese Stürme stören nicht nur technische Systeme, sondern erzeugen auch die faszinierenden Polarlichter.

Aktuell befinden wir uns im 25. Sonnenzyklus seit 1755, der 2019 begann und bis 2030 andauern wird. Die höchste Aktivität wird in den Jahren 2024 und 2025 erwartet.

Spektakuläre Wasserhose in Italien gefilmt

Spektakuläre Wasserhose vor der italienischen Küste gesichtet – Keine Schäden gemeldet

Vor der Küste von Montesilvano in der Provinz Pescara entstand eine spektakuläre Wasserhose. Zum Glück blieb sie auf See und richtete keine Schäden an, so dass man sie als fantastischen Naturphänomen ansehen kann. Tatsächlich filmten Augenzeugen das Ereignis und teilten das Video bei Facebook.

Wasserhosen entsprechen im wesentlichen Tornados und werden zu solchen, wenn sie vor den Küsten nicht halt machen und über Land weiterziehen. Dort haben sie dann ein großes Zerstörungspotenzial, das Wasserhosen nur dann entfalten, wenn sie auf Schiffe oder Personen im Wasser treffen.

Eine Wasserhose besteht aus einem rotierenden Luftwirbel, der Wassertropfen mit sich reißt und so eine sichtbare Säule bildet, die von der Wasseroberfläche bis zu einer Wolke reicht.


Es gibt zwei Hauptarten von Wasserhosen:

  1. Tornadische Wasserhose: Diese entsteht aus denselben Bedingungen wie ein Tornado, aber über Wasser.
  2. Nicht-tornadische Wasserhose: Diese entsteht durch die Bildung von starken Aufwinden und entwickelt sich aus nicht so heftigen Gewittern oder konvektiven Wolken.

Wasserhosen sind oft weniger zerstörerisch als Tornados, aber sie können gefährlich für Schiffe und Boote sein, da sie starke Winde und große Wellen verursachen können.

Tornadische Windhosen entstehen durch eine Kombination aus instabiler Atmosphäre, Windschere und starken Aufwinden. Zunächst treffen feuchtwarme Luft am Boden und kühle Luft in höheren Schichten aufeinander, was eine instabile Wettersituation schafft. Durch Windschere beginnt die Luft in verschiedenen Höhen unterschiedlich zu wehen, was eine horizontale Rotation erzeugt. Starke Aufwinde in Gewittern ziehen diese rotierende Luft in die Höhe, wodurch eine vertikale Rotation entsteht, bekannt als Mesozyklon. Wenn sich dieser Wirbel verstärkt und den Boden erreicht, bildet sich ein Tornado oder eine Windhose. Er entsteht aus einem rotierenden Luftschlauch, der sich von der Wolke bis zum Boden erstreckt.

Warmes Meerwasser über das eine Kaltluftfront hinweg zieht begünstigt die Entstehung von Stürmen. Das Mittelmeer ist aktuelle bis zu 24 Grad warm, was am oberen Ende des Spektrums für den Monat Oktober liegt.

Meteoroid verglüht über den Philippinen

Spektakuläres Himmelsschauspiel über den Philippinen

Ein Meteoroid (bzw. sehr kleiner Asteroid) mit der Bezeichnung 2024 RW1 trat am Mittwochabend über den Norden der Philippinen in die Erdatmosphäre ein und verglühte, wodurch ein spektakulärer Feuerball entstand, wodurch er zum Meteor wurde. Der etwa ein Meter große Meteoroid wurde erst wenige Stunden vor seinem Eintritt entdeckt. Es war erst der 9 Himmelskörper dieser Art, der vor den Eintritt in die Erdatmosphäre aufgespürt werden konnte.

Trotz dichten Wolken gelang es einigen Beobachtern, das Ereignis auf Fotos und Videos festzuhalten. Laut der Europäischen Weltraumorganisation bestand keine Gefahr, da das Objekt zu klein war, um Schäden zu verursachen. Solche Meteoroiden treffen jährlich zwei bis drei Mal auf die Erde, verglühen jedoch in der Atmosphäre. Tut er es nicht, dann wird er zum Meteoriten. So nennt der Astronom Meteoroiden, die nicht vollständig verglühen und auf der Erde einschlagen. Noch größere Himmelsobjekte die der Erde bei einem Einschlag gefährlich werden können, sind die Asteroiden.

Strategien zur Asteroidenabwehr

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler und Raumfahrtagenturen wie die NASA und die ESA mehrere Abwehrstrategien entwickelt, um die Erde vor gefährlichen Asteroiden zu schützen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören Frühwarnsysteme, die dazu dienen, potenziell gefährliche Asteroiden rechtzeitig zu erkennen. Die NASA hat hierfür das „Near-Earth Object Observations“-Programm (NEOO) ins Leben gerufen, das den Himmel nach solchen Himmelskörpern absucht. Auch die ESA plant mit ihrem „Planetary Defence Office“, die Überwachung und Früherkennung zu verbessern. Diese Systeme sollen sicherstellen, dass genügend Zeit bleibt, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor ein Asteroid die Erde erreicht.

Eine der vielversprechendsten Schutzmaßnahmen ist die Ablenkung eines Asteroiden. Dabei gibt es verschiedene Ansätze. Eine Methode ist der Einsatz von kinetischen Einschlagkörpern, bei denen eine Raumsonde gezielt auf den Asteroiden geschossen wird, um dessen Flugbahn zu verändern. Die NASA hat diese Technik 2022 erfolgreich mit der DART-Mission (Double Asteroid Redirection Test) getestet. Eine weitere Möglichkeit wäre der sogenannte „Schwere Traktor“, bei dem eine Raumsonde in der Nähe des Asteroiden stationiert wird und durch ihre Gravitationskraft die Flugbahn des Himmelskörpers nach und nach verändert. Im äußersten Fall könnte auch eine atomare Sprengung in Betracht gezogen werden, um den Asteroiden zu zerstören oder seine Flugbahn zu ändern. Diese Methode birgt jedoch Risiken, da es schwer vorhersehbar ist, wie sich die entstehenden Fragmente verhalten.

Falls ein Einschlag nicht verhindert werden kann, wären Evakuierungen und Schutzmaßnahmen notwendig. In besonders gefährdeten Gebieten könnten die Menschen evakuiert werden, und es müssten Maßnahmen getroffen werden, um Infrastrukturen und die Bevölkerung zu schützen, ähnlich wie bei anderen Naturkatastrophen.