Naturphänomen Komet: Leonard mit bloßem Auge sichtbar

Am Wochenende konnte man Komet Leonard mit bloßem Auge sehen. Komet Bernardinelli-Bernstein ist früh aktiv.

Komet Leonard mit bloßem Auge sichtbar

Pünktlich zur Weihnachtszeit ist Komet Leonard (C/2021A1) mit bloßem Auge sichtbar und steht nun am Abendhimmel unterhalb der Venus. Dass wir ihn sehen können, verdanken wir einer plötzlichen -und unerwarteten- Helligkeitssteigerung. Kometen sind halt immer für eine Überraschung gut. Am 12. Dezember erreichte der Schweifstern seinen erdnächsten Punkt und am Wochenende befand er sich nur noch 4,3 Millionen Kilometer von der Venus entfernt. Allerdings könnte es diesmal das letzte Mal gewesen sein, dass uns Leonard passierte, denn nach dem aktuelle Umlauf um die Sonne, besteht die Gefahr, dass Leonard aus dem Sonnensystem geschleudert wird. Dabei hat Leonard sowieso eine extrem exzentrische Umlaufbahn: sein Jahr beträgt 80.000 Erdenjahre, denn solange benötigt Leonard für einen Umlauf um die Sonne. Sein Sonnenfernster Punkt liegt mehr als 3.500 Astronomische Einheiten (Entfernung Erde-Sonne) vom Zentralgestirn entfernt. Damit kommt Leonard von den äußersten Rändern unseres Sonnensystems. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Komet die Sonnenpassage nicht übersteht und zerbricht.

Eine weitere Neuigkeit aus der Welt der Kometen geht um einen wahren Riesen: Komet Bernardinelli-Bernstein hat einen Durchmesser von ungefähr 150 km und dürfte einer der Größten seiner Art sein. Dem nicht genug, ist er auch ungewöhnlich weit draußen im Weltall bereits aktiv und baut an seiner Koma. Dabei handelt es sich um die Gashülle, aus der der typische Kometenschweif hervorgeht. Die Koma bildet sich, wenn die Sonnenstrahlung den Kometen aufheizt und er beginnt auszugasen. Komet Bernardinelli-Bernstein bewegte sich zum Zeitpunkt der Koma-Bildung noch außerhalb der Uranus-Umlaufbahn und befand sich 23,8 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Wann ein Komet aktiv wird, hängt u.a. von seiner Zusammensetzung ab. Kometen werden im allgemeinen als „schmutzige Schneebälle“ angesehen, die aus einer Mischung von Eis und Gesteinstrümmern bestehen. Die Koma des Kometen Bernardinelli-Bernstein besteht aus Kohlenmonoxid-Eispartikeln. Der Komet wird voraussichtlich erst im Jahr 2031 seinen Sonnennächsten Punkt erreicht haben. Der Erde am nächsten kommt er im April 2031, und wird sich uns bis auf 10,11 AE annähern. Ob er dann mit bloßen Auge sichtbar sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Dechenhöhle und Rheinisches Schiefergebirge

Das Rheinische Schiefergebirge ist eine der dominantesten geologischen Strukturen in der Mitte Deutschlands und sogar Zentraleuropas. Als Mittelgebirge erstreckt es sich zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Über die Landesgrenzen hinaus kann man die Gesteine des Gebirges bis in die Ardennen verfolgen und findet sie in Belgien, Luxemburg und Frankreich. Der Fluss Rhein teilt das Gebirge in links- und rechtsrheinische Einheiten.

Geologische Strukturen des Rheinischen Schiefergebirges. © WIKEPEDIA

Das Rheinische Schiefergebirge entstand während der variszischen Orogenese, in einer Periode zwischen 299 bis 419 Millionen Jahren vor heute. Damit ist das Rheinische Schiefergebirge mehr als doppelt so alt wie die Alpen. Die meisten Gesteine bildeten sich während der Erdzeitalter Devon und Karbon als marine Sedimente. Bei dem Meer handelte es sich um ein relativ flaches Meer am Kontinentalrand von Laurasia, dass nach Süden hin tiefer wurde. Im Bereich der heutigen Mosel wurde das Meer von steilen Bergen begrenzt. Als im Unterkarbon die Gebirgsbildung einsetzte, wurden die flach abgelagerten Sedimente verfaltet und gekippt. Einige Gesteinspakete tauchten dabei in tiefere Erdschichten ab, gelangten bei steigenden Temperaturen unter hohem Druck und metamorphosierten.
Seinen Namen erhielt das Rheinische Schiefergebirge von dem dominierenden Gestein Tonschiefer. Genaugenommen handelt es sich bei der Masse der Gesteine um geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine Grauwacken und Taunusquarzite. Es gibt aber auch Provinzen mit Vulkaniten (Eifel) und Kalkgesteinen. Letztere finden sich ebenfalls in Teilen der Eifel, den Ardennen und im Bergischen- und Sauerland. In den Kalkgesteinen bildeten sich zahlreiche Tropfsteinhöhlen, von denen einige als Schauhöhlen begehbar gemacht wurden und somit der Öffentlichkeit offen stehen.

Die Dechenhöhle bei Iserlohn

Die Dechenhöhle ist eine der bekanntesten Schauhöhlen des Rheinischen Schiefergebirges und liegt bei Iserlohn. Sie hat eine Länge von 902 Metern, von denen etwas weniger als die Hälfte als Schauhöhle ausgebaut wurde. Sie bildete sich in einer Massenkalksenke, in der auch weitere bekannte Karsthöhlen wie die Balverhöhle liegen.

Die Dechenhöhle wurde am 10. Juni 1868 entdeckt, als Bahnarbeiter einen Hammer bargen, der in einer Felsspalte verschwunden war. Benannt wurde die Höhle nach Oberberghauptmann Heinrich von Dechen.

Die Höhle ist für ihre vielen verschiedenen Arten von Sintererscheinungen bekannt. Tropfsteine wie die säulenförmigen Stalagmiten und Stalaktiten begegnen dem Höhlengänger auf Schritt und Tritt. Darüber hinaus finden sich Sinterfahnen, Makaronis und Höhlenperlen.

Der Kalksinter wächst sehr langsam. Es gild die Faustregel, dass sich aus den Wassertropfen innerhalb von 100 Jahren gut 1 Kubikzentimeter Kalk ablagert. Dabei kommt es regional zu sehr unterschiedlichen Wachstumsraten, je nachdem, wie viel Kalk im Wasser gelöst ist.

In den abgelagerten Sedimenten entdeckten Archäologen und Paläontologen die sterblichen Reste verschiedener Tiere der Eiszeit. Unter ihnen befanden sich die Knochen eines Höhlenbären. Besonders bemerkenswert ist der Schädelfund eines Wald-Nashorns, dass während einer Warmzeit in der Höhle Unterschlupf suchte. Das Waldnashorn starb bereits vor 80.000 Jahren aus.

Abenteuer Knitterhöhle

Die Dechenhöhle entstand durch Kalklösung und Abtransport des Materials in einem unterirdisch strömenden Bach. Zunächst drang Regenwasser in Klüfte ein, die sich im Laufe der Äonen vergrößerten. In einen so entstandenen Tunnel begann ein Bach zu fließen, der immer mehr Material fortspülte. Der Bach ist mittlerweile aus der Dechenhöhle verschwunden, befindet sich allerdings ein Stockwerk tiefer. Dort entsteht die Knitterhöhle. Sie ist nur Eingeweihten bekannt und über ein Privatgrundstück erreichbar. Hier kann man abtauchen in die ansonsten unsichtbare Welt einer embryonalen Höhle. Vor einigen Jahren unternahm ich dort mehrere Höhlenbegehungen, was ein ziemlich schlammiges Erlebnis war. Das Wasser des Bachs war arschkalt. Auf dem Bauch liegend quetschte ich mich unter einem Felsvorsprung durch, die Nase noch gerade über Wasser haltend. Auf der anderen Seite des Mauselochs vertiefte sich der Bach und ich watete durch brusttiefes Wasser. Nach ein paar Dutzend Metern war allerdings Schluss: gurgelnd verschwand der Bach in einen Siphon. Wer sich auf vergleichbare Abenteuer einlässt, sollte den Wetterbericht im Auge behalten. Starke Regenfälle können den Wasserpegel unterirdischer Gewässer sehr schnell ansteigen lassen, so dass man in der Höhle gefangen ist und schlimmstenfalls ertrinkt.

Urlaub an der Ostsee

An der deutsche Ostseeküste liegen viele beliebte Urlaubsorte mit historischer Bedeutung und einigen geologischen Besonderheiten. Besonders, da zur Zeit Auslandsreisen nur sehr eingeschränkt möglich sind, erfahren die heimischen Urlaubsorte eine Renaissance. In den Sommerferien könnte es schwierig werden noch einen Platz im Hotel, oder auf dem Campingplatz zu bekommen.

Gerade Camping erfreut sich wachsender Beliebtheit. Meiner Erfahrung nach sind die Campingplätze in Deutschland oft nur rudimentär ausgestattet und alles andere als geräumig: Privatsphäre bleibt kaum! Trotzdem kann Campingurlaub eine Alternative sein, wenn man soziale Kontakte zu seinem Zelt- oder Caravan-Nachbarn sucht. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, wird sie auf deutschen Campingplätzen bestenfalls im Winter finden. Trotzdem verbrachten meine Familie und ich Pfingsten 2020 auf einem Campingplatz in Freest. Das ist ein kleiner Fischerort an der Peene-Mündung. Wir übernachteten in einer kleinen Mietbungalow und zahlten für pro Nacht 50 €. Mein Sohn Leroy zeigte sich nicht nur von dem Hochbett mit Vorhang begeistert, sondern auch von dem kleinen Strand an der Flussmündung, die sich 200 m vom Campingplatz entfernt befand. Begeistern konnte auch der kleine Fischereihafen.

Am ersten Morgen stattete ich dem Hafen einen Besuch ab und beobachtete morgens um 7 Uhr eine Handvoll Fischer, die in ihren kleinen Motorbooten mit ihrem Fang zurückkehrten. In der Peene-Mündung tummelten sich Brassen, Heringe und sogar eine große Meerforelle, die der Fischer stolz als Lachs präsentierte. Der bärtige Mann erklärte, dass er das ganze Jahr über keinen Zander gefangen hätte: die Robben hätten sich zu sehr vermehrt und würden den begehrten Raubfisch verdrängen. In dem Mann hatte ich einen Seelenverwandten gefunden: genau wie ich, hält er nicht viel von all den kontrollierenden Beschränkungen moderner Zeiten und der permanenten Reduzierung von Eigenverantwortung und Freiheit. Trotzdem -oder gerade deswegen- ist er sehr naturverbunden und liebt das Meer.

Peenemünde und die beiden Vs

Am Vormittag ging es dann nach Peenemünde auf der Insel Usedom. Der Weg führte uns über eine imposante Hebebrücke und weiter zu dem geschichtsträchtigen Ort. In Peenemünde war die Raketenschmiede des Deutschen Reichs untergebracht. Findige Waffeningenieure schafften es die ersten ernst zunehmenden Raketen zu bauen und erlangten damit traurigen Weltruhm. Die erste richtige Rakete, die in der Lage war bis an den Rand des Weltraums vorzudringen war die V2. Ein Model von Hitlers Vergeltungswaffe steht -scheinbar startbereit- neben ihrem Vorgänger V1. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die deutschen Raketeningenieure um Werner von Braun von den Amerikanern angeworben und entwickelten auf Grundlage der V2 die Saturn-Rakete der amerikanischen Mondmission Apollo.

Genug des geschichtsträchtigen Exkurs steuerten wir am Nachmittag die Strände der Insel an. Zuerst ging es zu einem Strand nahe Peenemünde. Trotz gerade erst eingesetzten Corona-Lockerungen war er recht gut besucht. Allerdings weit davon entfernt voll zu sein. Dank der starken Brise dominierten die Kyte-Surfer Küste und Himmel: mit beeindruckendem Tempo steuerten die Drachenbezwinger ihre Bretter über das Wasser. Mein Leroy amüsierte sich im Sand und buddelte was das Zeug hielt.

Am nächsten Tag statteten wir dem Ort Heringsdorf einen Besuch ab und fanden es sehr mondän. Die Masken tragenden Urlauber flanierten über die Landungsbrücke, die hier den Strand dominiert und fest in italienischer Hand zu sein scheint. Damit meinte ich jetzt nicht die Mafia, sondern Eisdielen und Pizza-Restaurants. Am Strand mieteten wir uns einen der Strandkörbe, die als Sinnbild für die deutschen Küsten gelten. Wäre da nicht die große LED-Tafel im Meer gewesen, die die Urlauber aufforderte Abstand zu halten und Masken zu tragen, hätte man für einige wertvolle Augenblicke lang das Schlamassel um Corona vergessen können.

Insel Rügen und die Kreidefelsen der Ostsee

Schlange stehen vor einem Restaurant war bis dato hierzulande ja praktisch unbekannt, doch dank „wait to be seated“ und der Registrierungspflicht der Anti-Coronamaßnahmen, gehört das wohl der Vergangenheit an. Dennoch gibt es in der Gegend zahlreiche nette Restaurants, in denn man freundlich bedient wird. Das Beste erlebten wir am Folgetag im Ort Glowe auf Rügen. Ich persönlich finde die Insel weitaus abwechslungsreicher als Usedom. Tatsächlich entdeckten wir einen nahezu menschenleeren Strand am „Langes Moor“ zwischen Glowe und Juliusruh. Kilometerlang erstreckt sich der Sandstrand zwischen den beide Orten. Ein Paradies für kleine und große Jungs. Zuvor waren wir an den berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund. Die für Deutschland einzigartige Gesteinsformation entstand vor 70 Millionen Jahren, zu einer Zeit, als die Erde von Dinosauriern bevölkert wurden. Damals, im Erdzeitalter Kreide, hätte man sich nicht träumen lassen, dass einmal Schulkinder mit der Kreide aus Rügen auf Tafeln kritzeln würden. Die steile Kliffküste entstand aufgrund der Abrasion der Meeresbrandung. Die Ablagerungen der Kreidezeit sind bekannt für ihren Fossilreichtum. Nach Herbststürmen lassen sich nicht nur Fossilien finden, sondern auch Bernstein. Er wird oft mit Seetang angespült. Leider hatten wir dafür keine Zeit, doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Rügen hat das Potenzial für einen längeren Aufenthalt und das Steine sammeln wird bestimmt bald nachgeholt.

Zealandia: Kontinent unter Neuseeland findet Bestätigung

Lange Zeit wurden die Inseln Neuseelands einem Archipel zugeordnet, doch neue wissenschaftliche Untersuchungen scheinen immer mehr die Hypothese zu bestätigen, dass es sich bei Neuseeland um die Spitze eines versunkenen Kontinents handelt: Zealandia!

Zealandia galt lange Zeit als Mythos und wurde nicht selten mit dem mysteriösen Atlantis in Verbindung gebracht, was natürlich unhaltbarer Unsinn ist, denn zu Zeiten des zivilisierten Menschen ist bestimmt kein Kontinent verschwunden. Doch mineralogische Untersuchungen uralter Gesteinsproben aus Neuseeland deuteten schon seit einiger Zeiten darauf hin, dass Neuseeland seinen Ursprung in einem der Urkontinente der Erde fand.

Kontinent größer als Indien

Bislang wurden die ältesten Gesteine Neuseelands auf ein Alter von ca. 500 Millionen Jahren datiert und Zealandia wurde dem Urkontinent Gondwana zugerechnet. Von ihm soll sich vor ca. 85 Millionen Jahren eine Landmasse abgespalten haben, die größer als Indien ist und heute zu 94% Unterwasser liegt. Sie bildet nicht nur die Basis von Neuseeland, sondern von vielen Inseln des Südpazifiks, einschließlich Neu Kaledoniens. Den endgültigen Beweis, dass es sich bei Zealandia um einen Kontinent handelt, blieb man allerdings schuldig. Doch jüngst fand man auf Stewart Island einen Granit, in dem das Mineral Zirkon eingeschlossen war. Die Zirkondatierung kam auf ein Alter von 1,3 Milliarden Jahre. Zu dieser Zeit wurde das Gesicht der Erde vom Superkontinent Rodinia geprägt. Das Wissenschaftsteam um die Geologin Rose Turnbull sieht diese Gesteinsproben als Bestätigung dafür, dass ein kontinentaler Kraton entdeckt wurde.

Kraton als Beweis für Zealandia

Kratone bilden quasi das geologische Kernstück eines jeden echten Kontinents und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Der Schwellenwert, ab wann ein Gestein einem Kraton zugerechnet werden kann, liegt bei 1 Milliarde Jahre. Somit scheint die Bestätigung erbracht zu sein, dass es sich bei Zealandia um einen echten Kontinent handelt und nicht etwa nur um Inseln, die auf junger Ozeanischer Kruste aufsitzen. Damit dürfte das Stück Kontinent nebst Neuseeland auch vor dem Schicksal eines jeden Archipels und seiner Ozeanischen Kruste gefeilt sein: Subduktion. Praktisch jede Insel folgt dem Gesteinskreislauf der Ozeanischen Kruste und wird irgendwann in die Tiefen des Erdmantels hinabgezogen und geschmolzen. Kontinente weisen eine geringere Dichte als Ozeankruste auf und schwimmen ähnlich wie Eisberge auf der Asthenosphäre, ohne subduziert zu werden. So überdauern sie Äonen. (Quelle: geoscienceworld.com)

Brüssel, Brügge, Gent: Städtereisen in Belgien

Belgien ist zwar ein relativ kleines Land, etablierte sich in Europa aber als Hauptsitz von EU und NATO. Grund genug, um dem Land eine Reise zu widmen ist das zwar nicht, aber da sind ja noch die alten Innenstädte von Brüssel, Brügge und Gent, die Besucher aufgrund ihrer mittelalterlichen Geschichte und Architektur der Renaissance anlocken. In Brüssel findet sich ein ansprechendes Ensemble alter Prachtbauten, die den zentralen Platz umschließen. Die barocken Fassaden und das gotische Rathaus stehen seit 1998 auf der Liste des Weltkulturerbes und zählen zu den schönsten Gebäuden Mitteleuropas.

Atomium von Brüssel

Ein weiteres „must see“ von Brüssel ist das Atomium. Es ist weitaus jünger als die zahlreichen sehenswerten Gebäude der Innenstadt und wurde zur Expo 1958 errichtet. Das futuristische Gebäude wurde als Sinnbild des Atomzeitalters errichtet und erinnert an die Atomstruktur einer kubischen Kristallstruktur, wobei jede der 9 Kugeln ein Atom darstellt. Die meisten der 18 Meter durchmessenden Kugeln sind für Besucher zugänglich. Die gesamte Konstruktion erreicht eine Höhe von 102 m.

Die Gründung der Städte geht teilweise auf das 2. und 3. Jahrhundert zurück. Damals siedelten dort Bauern, die Kontakt zum Römischen Reich hatten. Im Laufe der Zeit wurden die Nordseehäfen als Handelsplätze wichtiger und damit stieg auch die Bedeutung der Siedlungen an den Handelswegen abseits der Küste. Als Handelswege dienten damals Flüsse und Kanäle.

Zur vollen Pracht entwickelten sich Brüssel, Brügge und Gent im 14. und 15 Jahrhundert. Genauso, wie etwa Venedig, oder Florenz in Italien, die uns eigentlich als erstes einfallen, wenn von der Renaissance die Rede ist. Tatsächlich hat Brügge heute auch den Ruf als Venedig des Nordens.

Brügge und seine Kanäle

Tatsächlich lassen sich Teile vom alten Brügge besser vom Boot aus erkunden als per Auto. Ein über 10 km langes Kanalnetz umgibt die Altstadt. Die Kanäle -die hier Renen genannt werden- verbanden die Altstadt mit dem Hafen Zeebrügge. Die Handelsgilde hatte großen Einfluss auf die Stadtentwicklung. So war Brügge eine Schnittstelle zwischen London und anderen Handelsstädten entlang der Hellwege. Ihren Reichtum verdankte die Stadt dem Handel, was sich in den prächtig dekorierten Häusern am Großen Markt widerspiegelt. Auch die Kirchen und Basiliken der Stadt lassen sich nicht lumpen: Blattgold überall!

Keltenstadt Gent

Ein ähnliches Bild erfährt man in Gent. Dort reihen sich die prächtigsten Handelshäuser entlang des Leie-Hafens. Ihre Bedeutung erlangte die Stadt im Mittelalter aufgrund des florierenden Tuchhandels. Die Gründung der Stadt geht auf die Kelten zurück. Heute steht die 2. größte Stadt Belgiens nicht nur bei der UNSECO hoch im Kurs, sondern auch bei Studenten und Kulturschaffenden.
Die größte Stadt Belgiens ist nicht etwas die Hauptstadt Brüssel, sondern Antwerpen. Während Brüssel heute von der Politik dominiert wird, ist Antwerpen auch heute noch ein mächtiges Handelszentrum. Ein Eckpfeiler des Handels bilden Diamanten.

Insel Mainau im Bodensee

Zurecht wird die Insel Mainau als Blumeninsel bezeichnet: die 45 Hektar große Insel wird von Gartenanlagen dominiert, deren Ursprung auf den ungarische Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha zurückgehen. Er kaufte das Eiland 1827 und pflanzte erste seltene Bäume, darunter die nordamerikanischen Mammutbäume, die bis heute eine stattliche Höhe erreicht haben. Nur 3 Jahre später ging das Eiland an Baron von Mainau, dem Namensgeber der Insel. 1853 übernahm der badische Großherzog Friedrich I. die Insel und richtete die Hofgärtnerei ein. Von da an gehörte Mainau den Blumen.

Die Geschichte der Insel schallt wie Echos der Zeit nach, wenn man Mainau aus der Luft betrachtet: türkis schillert der Flachwasserbereich am Festland, der plötzlich abfällt und azurblauem Tiefwasser weicht. Wäre da nicht das typisch mitteleuropäische Barockschloss, dass den Südosten der Insel einnimmt, würde man sich in der Karibik wähnen. Dafür sieht man sich jäh in die Karibik versetzt, wenn man die angebaute Orangerie des Schlosses betritt, denn der Palmengarten ist für deutsche Verhältnisse einmalig.

Ein ähnliches Superlativ erwartet den Besucher im Schmetterlingshaus. Es soll das Größte seiner Art in Europa sein und gleicht einem Tropenhaus. Menschen mit Kreislaufproblemen sollten sich dort nicht länger aufhalten. Schmetterlinge gibt es hier in Hülle und Fülle, nur fotografieren lassen sich die zappeligen Insekten nicht gerne.

Wer durch die Gärten der Insel wandert, kann sich für den heimischen Garten inspirieren lassen und selbst Kinder kommen auf dem Abenteuerspielplatz auf ihre Kosten. Er glänzt durch eine große Wasserlandschaft, die Groß und Klein mit Flößen befahren können. Für meinen Sohn war der Spielplatz auf jeden Fall ein Highlight des Bodensee-Urlaubs.

Der Spielplatz liegt nahe des Haupteingangs. Dort befinden sich nicht nur große (kostenpflichtige) Parkplätze, sondern auch die Kassenhäuschen und ein Restaurant. Der Eintritt liegt bei 22 € für Erwachsene und 13 € für Kinder. In Corona-Zeiten muss man die Tickets spätestens am Vortag des geplanten Besuchs online kaufen.

Breitachklamm im Allgäu

Bei der Breitachklamm handelt es sich um eine schmale Schlucht, die vom Bach Breitach in den Untergrund des Allgäus geschnitten wurde. Mit einer Tiefe von 150 m zählt sie zu den tiefsten Schluchten in Mitteleuropa. Die Klamm hat eine Länge von 2,5 km und liegt am Ende des Kleinwalsertals bei Obertsdorf.

Die Breitachklamm ist für Besucher zugänglich gemacht worden und über einen unteren- und oberen Zugang erreichbar. Der untere Eingang befindet sich bei Tiefenbach. Der obere Zugang ist vom Parkplatz Walserschanz erreichbar. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 €. Im Eingangsbereich herrscht dank Corona zur Zeit Maskenpflicht und es kann nur der untere Zugang bei Tiefenbach genutzt werden. Es gilt eine Einbahn-Reglung und man kann nicht durch die Schlucht zurück wandern, sondern muss einer ausgeschilderten Route außerhalb der Schlucht folgen. Alternative gibt es Shuttelbusse vom Parkplatz Walserschanz aus. Trotz dieser Einschränkungen sollte man sich eine Wanderung durch die Klamm nicht entgehen lassen, wenn man sich in der Gegend aufhält. Ich empfand sie als ziemlich spektakulär.

Entstehung der Breitachklamm

Die Breitach nahm ihre Arbeit vor ca. 10.000 Jahren auf, als sich die Gletscher der Würm-Eiszeit zurückgezogen hatten. Zuvor hobelte das wandernde Eis die weichen Deckschichten Flysch und Molasse ab, die die harten Kalkgesteine aus dem Karbon überlagerten und aufgrund der Alpen-Orogenese entstanden. Dabei entstand das Kleinwalsertal, an dessen Ausgang sich die Breitachklamm befindet. Die Breitach entwässert das gesamte Tal und erodierte im Bereich eines tektonischen Sattels (Engen-Kopf-Antiklinale) die harten Schrattenkalke. Marine Fossilien belegen, dass sich die Kalke in einem flachen Schelfmeer ablagerten, das man mit der Nordsee vergleichen kann. Nur das Deutschland im Erdzeitalter Karbon (Kreidezeit) am Äquator lag und somit tropische Bedingungen herrschten.
Der beeindruckendste und engste Teil der Klamm wird als „Zwing“ bezeichnet. Hier liegen die gegenüberliegenden Teile der Schlucht stellenweise nur 2 m auseinander. Bis zu 90 m fallen die Schluchtwände senkrecht ab. Das Wasser tost und rauscht gewaltig. Der Wanderweg wurde mit großem Aufwand angelegt und verläuft hier teilweise über eine Galerie die im Fels verankert wurde.

Ganz ungefährlich ist eine Wanderung durch die Schlucht nicht, wovon mächtige Felsblöcke zeugen, die sich teilweise in der Schlucht verkeilten. 1995 kam es zu einem großen Felssturz. Die Gesteinsmassen blockierten die Schlucht und stauten die Breitach auf. Im Frühjahr brach der natürliche Staudamm und die Klamm wurde wieder zugänglich gemacht.

Naturphänomene am 30.10.21: Sonnensturm im Anmarsch

Bereits am Donnerstag kam es auf der Sonne zu einem starken koronalen Massenauswurf. Heute wird die Erde von einem Sonnensturm der Kategorie G3 getroffen. Bei klarem Wetter könnten Polarlichter zu sehen sein.

Planet Erde: Sonnensturm im Anmarsch

Die Experten von NOOA warnen vor einem koronalen Massenauswurf, der in Form eines Sonnensturms am Wochenende die Erde treffen wird. Das Plasma des Sonnensturms trifft uns am Samstag und kann einen geomagnetischen Sturm der Kategorie G3 auslösen. Am Sonntag soll es noch zu einem G2-Sonnensturm reichen.  Der Sonnensturm kann nicht nur Polarlichter verursachen, die bis in unsere Breiten sichtbar sind, sondern auch Satelliten beinträchtigen. Es könnte zu Störungen in der Kommunikation und Navigation kommen. Radio und Fernsehempfang könnten gestört werden. Im Extremfall ist es auch denkbar, dass es zu Stromausfällen kommt.

Der Sonnensturm entstand, als es am 28. Oktober zu einer Explosion im Sonnenfleck AR2887 kam. Dabei wurden geladene Masseteilchen von der Sonne fortgeschleudert. Es gibt 5 Kategorien, in denen die Massenauswürfe eingestuft werden: A,B,C,M,X. Der aktuelle koronale Massenauswurf fällt unter die starke X-Kategorie, zählt aber unter den starken Ereignissen zu einem der schwachen: er hatte die Stärke X1. Ein X2 ist doppelt so intensiv wie ein X1, ein X3 ist dreimal so intensiv. Flares, die als X10 oder stärker eingestuft werden, gelten als ungewöhnlich intensiv.

Am Samstag Mittag wird der Sonnensturm auf die Erde am stärksten einprasseln. Es könnte eine starke Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld stattfinden und Polarlichter entstehen, die sogar bis nach Deutschland reichen. Doch tagsüber sieht man sie leider nicht.

Zwar ist es theoretisch möglich, dass es ein Sonnensturm Transformatoren durchbrennen lässt, was zu einer Kaskade an Stromausfällen führen könnte, doch dafür ist ein G3 Sonnensturm wahrscheinlich noch zu schwach. Mit besonders starken Auswirkungen auf der Erde rechnet man erst ab einem Sonnensturm der Kategorie G5.

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