Staudamm in Südchina beschädigt – Taifun Maysak löst Flutkatastrophe in Guangxi aus
Tatsächlich sind im Westpazifik aktuell zwei Taifune unterwegs, von denen der größere Bavi bis jetzt die meiste mediale Aufmerksamkeit bekam. Doch in Punkto Katastrophenpotenzial kommt der kleinere Maysak dem großen Bavin fast gleich und verursachte in der südchinesischen Region Guangxi anhaltenden Starkregen, der zu Sturzfluten und einer kritischen Hochwassersituation führte. Im Zentrum der Ereignisse steht der Liulan-Stausee nahe Hengzhou, dessen Staumauer am Montagmorgen beschädigt wurde. Nach Angaben lokaler Behörden entstanden zwei Bruchstellen, die eine rund 50 Meter breite Öffnung verursachten. Große Wassermengen schossen daraufhin unkontrolliert flussabwärts und zwangen die Behörden zu umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen.

Die Region war bereits seit Tagen durch außergewöhnlich starke Niederschläge belastet. Maysak brachte feuchtwarme Luftmassen vom Südchinesischen Meer ins Landesinnere und führte dort zu langanhaltenden Regenfällen. Mehrere Flüsse und Reservoirs erreichten oder überschritten kritische Pegelstände, wodurch die Stabilität einzelner Wasserbauwerke zunehmend unter Druck geriet.
Hunderte Menschen wurden aus gefährdeten Gebieten in höher gelegene Regionen gebracht. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor, doch die Lage bleibt angespannt Weitere Niederschläge werden nicht ausgeschlossen, was die Arbeiten der Einsatzkräfte zusätzlich erschwert.
Meteorologisch steht die Region derzeit unter dem Einfluss einer besonders aktiven tropischen Wetterlage. Im Westpazifik sind aktuell zwei tropische Systeme gleichzeitig aktiv, darunter der deutlich stärkere Supertaifun Bavi weiter östlich über dem offenen Ozean. Während Bavi vor allem durch seine enormen Windstärken auffällt, ist Maysak in Südchina für die enormen Regenmengen verantwortlich.
Nach Meinung von Katastrophenforschern ist der Vorfall am Liulan-Stausee in erster Linie auf die extremen Niederschläge durch Maysak zurückzuführen. Die bereits vorbelastete Infrastruktur hat den zusätzlichen Wassermassen nur begrenzt standhalten können. Mehrere kleinere Stauanlagen in der Umgebung wurden ebenfalls als gefährdet eingestuft.
Die Behörden haben die Hochwasserabwehr massiv verstärkt und weitere Evakuierungen vorbereitet. Priorität haben nun die Stabilisierung der Flussläufe sowie die Sicherung der beschädigten Dammstruktur.
Da die Regenfälle im Einflussbereich von Maysak voraussichtlich noch anhalten werden, könnte sich die Naturkatastrophe am Liulan-Stausee noch weiter verstärken.