Taifun Bavi verwüstet Insel Rota

Kategorie-5-Taifun Bavi verwüstete Rota und richtete Schäden auf Guam an

Supertaifun Bavi hat die US-Pazifikinseln Guam und die Nördlichen Marianen mit extremer Wucht getroffen. Besonders die kleine Insel Rota geriet direkt in das Auge des Sturms, worauf schwere Schäden entstanden. Auch Guam, Tinian und Saipan wurden von schweren Orkanböen und sintflutartigen Regenfällen erfasst. 

Rota

Nach Angaben des US-Wetterdienstes erreichte Bavi anhaltende Windgeschwindigkeiten von fast 290 km/h; einzelne Böen wurden mit bis zu 350 km/h prognostiziert. Damit zählt der Wirbelsturm zu den stärksten Taifunen, die in den vergangenen Jahrzehnten US-Territorium im Pazifik getroffen haben. Meteorologen warnten vor „katastrophalen Schäden“ und stufen die Windstärken wie die unmittelbare Gefahr eines Tornados ein.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen dokumentieren die Macht der Winde des Taifuns, der mit unglaublicher Härte zuschlug. Besonders eindrucksvoll ist dabei die Widerstandsfähigkeit so mancher Palme, die den enormen Sturmwinden trotzte.

Die ersten Schadensmeldungen aus Rota bestätigen diese Befürchtungen. Behörden berichten von schweren Zerstörungen durch den Wind sowie von Überschwemmungen und dem teilweisen Ausfall des Mobilfunknetzes nach dem Einsturz eines Sendemasts. Der Wetterdienst geht davon aus, dass viele nicht verstärkte Häuser ihre Dächer verloren haben oder vollständig eingestürzt sind. Viele Bäume wurden geknickt oder entwurzelt. Strommasten wurden ebenfalls beschädigt. Katastrophenschützer rechnen mit Stromausfällen, die über längere Zeiträume anhalten könnten.

Auch auf Saipan wurden am Flughafen bereits Böen von mehr als 161 km/h gemessen. Dort ist die Lage besonders angespannt, weil zahlreiche Bewohner noch immer unter den Folgen des Supertaifuns Sinlaku leiden, der die Region erst im April verwüstete und Schäden in Milliardenhöhe hinterließ.

Zusätzlich zu den extremen Winden drohen bis zu 51 Zentimeter Regen und Sturmfluten mit Wellen von bis zu 11 Metern Höhe. Auf Guam wurden Notunterkünfte geöffnet; eines der Evakuierungszentren erreichte bereits seine Kapazitätsgrenze.

Wissenschaftler sehen in Bavi ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme. Wärmere Ozeane und das sich entwickelnde El-Niño-Phänomen liefern zusätzliche Energie und Feuchtigkeit – Bedingungen, die besonders starke Taifune begünstigen.