Tornados infolge schwerer Unwetter in China – Provinz Hubei besonders stark getroffen
Schwere Unwetter und mehrere Tornados haben in den vergangenen Tagen Teile der Provinz Hubei in der Volksrepublik China heimgesucht. Besonders betroffen war die Umgebung der Stadt Huanggang, wo starke Wirbelstürme Gebäude zerstörten und Fahrzeuge umwarfen. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens elf Menschen ums Leben, mehr als 330 wurden verletzt. Neben den Tornados führten sintflutartige Regenfälle zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Schäden an Deichen sowie anderen Wasserbauwerken.

Die Aufräumarbeiten gestalten sich schwierig. Zahlreiche Straßen sind unpassierbar, und Einsatzkräfte müssen zugleich die Versorgung der Betroffenen sicherstellen und die Stabilität beschädigter Gebäude überwachen. Die genaue Zahl der Tornados und ihre endgültige Intensität werden noch untersucht. Fest steht jedoch, dass die Gewitterzellen außergewöhnlich energiereich waren und innerhalb kurzer Zeit signifikante Niederschlagsmengen freisetzten.
Katastrophenschützer sind der Meinung, dass mehrere Umstände die Folgen solcher Katastrophen verschärfen können. In dicht besiedelten Regionen treffen Extremwetterereignisse auf eine hohe Konzentration von Menschen, Industrieanlagen und Verkehrswegen. Hinzu kommt, dass versiegelte Flächen das Versickern von Regenwasser erschweren und dadurch Sturzfluten begünstigen. Bereits gesättigte Böden erhöhen zudem die Gefahr von Erdrutschen und belasten Dämme und Deiche zusätzlich, was in einigen Regionen Chinas jüngst zum Teilkollaps eines Staudammes führte.
Obwohl in Ostasien während des Sommers die Regenzeit stattfindet und Unwetter mit starken Niederschlägen in Zentralchina zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches sind, gilt auch die fortschreitende Erwärmung der Atmosphäre als ein Faktor, der intensivere Niederschläge wahrscheinlicher macht, wenngleich einzelne Tornados nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückgeführt werden können.
Die jüngsten Ereignisse verdeutlichen, wie wichtig funktionierende Frühwarnsysteme und widerstandsfähige Bauweisen sind, die auch schweren Stürmen und anderen Naturkatastrophen standhalten können. Hinzu kommt ein vorausschauendes Wassermanagement und belastbare Kanalisationen, die heute deutlich größere Dimensionen bedürfen als früher. Das gilt auch für Deutschland, das mehr und mehr infrastrukturelle Probleme aufweist und noch lange nicht für die Probleme der Zukunft gerüstet ist.