Rincón de la Vieja in Costa Rica mit vier Eruptionen – auch Poás eruptierte phreatisch
In Costa Rica sind in den letzten 24 Stunden gleich zwei Vulkane aktiv gewesen und haben phreatische Explosionen erzeugt. Diese entstehen durch überhitztes Grundwasser, das durch die Erdwärme schlagartig verdampft wird und Explosionen erzeugt. Bei den Vulkanen handelt es sich um Rincón de la Vieja und Poás, die am 2. September insgesamt 5 Explosionen erzeugten.
Besonders der Rincón de la Vieja zeigte eine ungewöhnlich hohe Eruptionsfrequenz: OVSICORI-UNA registrierte innerhalb des Tages vier Eruptionen. Die Ereignisse ereigneten sich am 2. September um 05:07, 17:53, 18:43 und 19:38 Uhr Ortszeit. Zu beachten ist, dass die letzten beiden Ausbrüche aufgrund der Zeitverschiebung erst wenige Stunden her sind und entsprechende Meldungen erst kürzlich veröffentlicht wurden.
Die erste Eruption manifestierte sich um 05:07 Uhr und erreichte eine akustische Magnitude von 3,9. Es war die stärkste der vier genannten Eruptionen. Ein Lahar wurde dabei nicht erzeugt. Eine Stunde vor der Eruption setzte eine Zunahme des niederfrequenten Tremors bei 1 Hz ein. Nach dem Ausbruch verstärkte sich zudem der Tremor bei 2 Hz und hielt eine Stunde an. Ein ähnliches Muster war bereits bei einigen vorherigen Eruptionen beobachtet worden.
Am Abend folgten innerhalb von weniger als zwei Stunden drei weitere Explosionen. Um 17:53 Uhr wurde ein kurzer Infraschallpuls mit einer Dauer von weniger als 30 Sekunden und einer akustischen Magnitude von 2,4 registriert. Die beiden folgenden Eruptionen um 18:43 und 19:38 Uhr wurden als moderat eingestuft. Wegen der dichten Bewölkung ließ sich die Höhe der Eruptionswolken nicht bestimmen. Hinweise auf Ascheniederschlag gab es nicht.
Der Rincón de la Vieja befindet sich damit weiterhin in einer ausgeprägten Phase phreatischer Eruptionen, die seit Juli eine signifikante Steigerung durchlebt. Einige der energiereicheren Explosionen lösten bereits Lahare an den Flanken des Vulkans aus. OVSICORI warnt deshalb davor, den Gipfelbereich oder Flussläufe am Vulkan zu betreten. Der Alarmstatus liegt bei „3“.
Auch am Poás kam es zu einer Eruption. OVSICORI registrierte eine kleine Aschewolke von weniger als 50 Metern Höhe. Balistische Auswürfe oder glühende Lava wurden nicht beobachtet. Die akustische Magnitude lag bei 1,7. Weitere seismische und akustische Signale könnten auf kleine Explosionen, Exhalationen oder Kollapsereignisse im Krater hindeuten.
Interessant sind die Gasdaten: Der SO₂-Ausstoß lag unter 200 Tonnen pro Tag, während das CO₂/SO₂-Verhältnis weiterhin unter 1 liegt, seit dem 26. August jedoch einen deutlichen Aufwärtstrend zeigt. Das H₂S/SO₂-Verhältnis blieb dagegen niedrig. Der Poás steht auf Warnstufe „2“.
Damit zeigen derzeit gleich zwei der aktivsten Vulkane Costa Ricas eruptive Aktivität, wobei der Rincón de la Vieja durch die hohe Frequenz und die mögliche Lahar-Gefahr besonders aufmerksam beobachtet wird.