Erster explosiver Vulkanausbruch des Bezymianny in diesem Jahr

Bezymianny erwacht: Erste Warnungen vor einem neuen Vulkanausbruch auf Kamtschatka

Der Vulkan Bezymianny auf der russischen Halbinsel Kamtschatka zeigt seit gestern Abend eine erhöhte explosive Aktivität, die vermutlich mit verstärktem Domwachstum einhergeht. Nachdem die Aktivität in diesem Jahr bislang vergleichsweise gering geblieben war, registrierten die Institutionen KVERT und das VAAC Tokio am Abend des 13. Mai 2026 eine signifikante Zunahme vulkanischer Unruhe. Insgesamt wurden bislang drei VONA-Warnungen (Volcano Observatory Notice for Aviation) ausgegeben, was dafür spricht, dass es zu Explosionen und/oder dem Abgang pyroklastischer Ströme gekommen ist.

VONA

Die erste Warnung erfolgte am Abend des 13. Mai durch das Tokio Volcanic Ash Advisory Center. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten gegen 20:00 UTC eine Aschewolke, die sich bis auf Flughöhe 150 erhob und in einer Höhe von 4500 m mit einer Geschwindigkeit von 46 km/h in südwestliche Richtung driftete. Die Wolke erstreckte sich über ein Gebiet südwestlich des Gipfels und markierte den Beginn einer neuen eruptiven Episode. Turnusgemäß erfolgten um Mitternacht und 6 Uhr morgens 2 weitere VONA-Meldungen, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten.

Das Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) erhöhte den Alarmstatus für den Luftverkehr des Bezymianny von „Gelb“ auf „Orange“ und bestätigte die Aktivitätssteigerung. Die Vulkanologen beobachteten eine gas- und dampfreiche Eruptionswolke mit Ascheanteilen, die sich gut 80 Kilometer weit in westsüdwestlicher Richtung vom Vulkan wegbewegte. Es wurde vor starken Explosionen gewarnt, die Aschewolken bis auf 15 Kilometer Höhe ausstoßen könnten.

Auf den Flanken des 2.882 Meter hohen Stratovulkans, in dessen Gipfeldepression ein Lavadom wächst, wurden Abgänge teils glühender Schuttlawinen beobachtet, die ein typisches Zeichen für Instabilitäten im Lavadom darstellen. Gleichzeitig nahm die Intensität der thermischen Anomalie merklich zu.

Das MODIS-System registrierte seit gestern eine steigende Wärmeanomalie, die nachmittags hohe Werte annahm, als sie eine Leistung von 113 MW erreichte. Nach diesem Spitzenwert sank die Strahlung auf moderate Wärme im zweistelligen Leistungsbereich. Solche thermischen Signaturen treten häufig auf, wenn frisches Material nahe der Oberfläche aufsteigt oder heiße Schuttlawinen die Vulkanflanken hinabgleiten und es frische Bruchstellen am Lavadom gibt.

Aus der beschriebenen Situation heraus entwickeln sich am Bezyminanny innerhalb kurzer Zeit oft stärkere Eruptionen mit partiellem Domkollaps und Abgängen größerer pyroklastischer Ströme. Dann ist ein Aufenthalt in Vulkannähe lebensgefährlich. Für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik bleibt die Situation angespannt und muss engmaschig beobachtet werden.