Großbritannien: Spürbares Erdbeben Mb 3,3 in Schottland

Schottland wurde von spürbaren Erdbeben Mb 3,3 erschüttert – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Eines der stärksten Erdbeben der letzten Jahre erschütterte am Donnerstagabend Teile von Perthshire in Schottland. Nach Angaben des British Geological Survey erreichte das Beben eine Magnitude von 3,3 und trat gegen 19:45 Uhr UTC auf. Das Epizentrum lag nahe dem kleinen Ort Pubil im abgelegenen Glen Lyon, nur wenige Kilometer nördlich des Flusses Lyon. Mit einer geringen Herdtiefe von rund 3 Kilometern lag das ungewöhnliche Beben nahe der Oberfläche, was ein entscheidender Faktor für die zahlreichen Wahrnehmungsmeldungen ist. 

Schottland. © EMSC/Leaflet

Besonders in Orten wie Pitlochry, Kinloch Rannoch und Bridge of Orchy berichteten zahlreiche Anwohner von spürbaren Erschütterungen. Bebenzeugen schilderten, dass Fenster und Türen für einige Sekunden klirrten und ganze Gebäude leicht ins Schwanken gerieten. Mehrere Personen beschrieben zudem ein tiefes, entferntes Grollen, das dem eigentlichen Zittern vorausging oder es begleitete – ein typisches Phänomen, das besonders bei flachen Erdbeben häufig auftritt.

Das EMSC machte nur eine allgemeine Tiefenangabe von 10 Kilometern und war offenbar nicht in der Lage, die genaue Herdtiefe zu bestimmen. Das Epizentrum wurde 49 km west-nordwestlich von Crieff verortet.

Bereits am Vortag wurde in derselben Region ein schwächeres Beben der Magnitude 2,3 registriert. Zudem gilt die Region um Perthshire derzeit als eine der aktivsten Erdbebenregionen Großbritanniens. Ende 2025 wurden dort innerhalb weniger Monate dutzende Erschütterungen aufgezeichnet, darunter auch zwei der stärksten landgebundenen Beben des Jahres mit Magnituden von 3,7 und 3,6. Diese wurden ebenfalls von vielen Menschen wahrgenommen.

Tektonisch liegt Schottland im Inneren der Eurasischen Platte und damit fern aktiver Plattengrenzen. Die Erdbeben entstehen hier überwiegend durch die Reaktivierung uralter Störungszonen wie der Great Glen Fault sowie durch Spannungen infolge der bis heute andauernden postglazialen Hebung seit dem Ende der letzten Eiszeit.

Obwohl jährlich rund 200 Erdbeben im Vereinigten Königreich registriert werden, bleibt die Mehrzahl unbemerkt. Nur etwa 15 Prozent sind stark genug, um von der Bevölkerung gespürt zu werden.