Heftige Überflutungen in Honduras – San Pedro Sula erneut betroffen
Im Norden des mittelamerikanischen Staates Honduras ist es infolge des Tropensturms „Cristina“ zu weitläufigen Überflutungen gekommen, von denen besonders San Pedro Sula betroffen ist, wo es innerhalb weniger Wochen bereits zu mehreren Hochwasserereignissen gekommen ist, die Straßen, Wohngebiete und Infrastruktur in der wirtschaftlich bedeutenden Region unter Wasser gesetzt haben.
Die Region Cortés gehört zu den am stärksten gefährdeten Gebieten des Landes. Das flache Sula-Tal wird von den Flüssen Ulúa und Chamelecón durchzogen, deren Pegel bei starken Regenfällen schnell ansteigen. Nach Angaben von Wetterdiensten führten intensive Regenfälle in den vergangenen Tagen zu Hochwasser und überfluteten Stadtteilen von San Pedro Sula.
In den sozialen Medien gezeigten Aufnahmen dokumentierten die Wassermassen, die durch die Straßen von San Pedro Sula schossen und sogar Autos mit sich rissen.
Besonders problematisch ist das seit Anfang Juni gehäufte Auftreten von Starkregenereignissen. Bereits zuvor kam es zu Überflutungen in mehreren Departamentos, wodurch Böden gesättigt und Flusssysteme überlastet wurden. Die erneuten Regenfälle führten daher schneller zu Abflussproblemen und lokalen Überschwemmungen.
Die aktuelle Wetterlage steht vor allem mit dem tropischen Sturm Cristina im Zusammenhang, der sich vor der mittelamerikanischen Pazifikküste gebildet hat und große Mengen Feuchtigkeit in die Region transportiert. Meteorologische Dienste warnen, dass dieser Sturm sowie seine Ausläufer extreme Niederschläge über Nicaragua, El Salvador und Honduras ausgelöst haben, die zu lebensgefährlichen Sturzfluten und Erdrutschen führen können. Die Niederschläge stehen aber nicht nur im Zusammenhang mit dem Tropensturm, sondern auch mit der saisonalen Regenzeit.
Die Behörden warnen vor anhaltender Gefahr: Da weitere Regenfälle erwartet werden, bleibt das Überschwemmungsrisiko in San Pedro Sula und Umgebung hoch. Besonders gefährdet sind tiefer gelegene Stadtteile sowie Siedlungen entlang der Flussläufe.
Meteorologen sehen einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Starkregen und dem anthropogenen Klimawandel. Durch steigende Luft- und Wassertemperaturen ist die Verdunstung höher und die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was regional zu größeren Niederschlagsmengen führt.