Vulkan Ätna: Schwache strombolianische Eruptionen aus der Voragine

Ätna wird munter: Schwache Strombolianer aus dem Kegel der Voragine

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern der sozialen Medien: In den vergangenen beiden Tagen und insbesondere heute Morgen wurden am Ätna häufige strombolianische Eruptionen aus dem jüngsten Schlot des Kraterkegels beobachtet, der sich seit 2022 zunehmend innerhalb des Voragine-Kraters aufgebaut hat. Der Kegel nimmt inzwischen den größten Teil der Voragine ein; vom ursprünglichen Krater ist nur noch die Randstruktur erhalten.

Die aktuelle Aktivität beendet eine mehrmonatige Ruhephase am Ätna, die seit Januar 2026 lediglich von einigen intensiven Tremorphasen unterbrochen wurde. Diese ließen zwar bevorstehende Paroxysmen vermuten, doch entsprechende Eruptionen blieben aus.

Thermische Anomalie. © Copernicus

Die Ruhephase war durch das Fehlen thermischer Anomalien in den Gipfelschloten des Ätnas geprägt, was auf einen besonders tiefen Magmastand im Förder- beziehungsweise Speichersystem hindeutete. Seit die Copernicus-Satellitendaten öffentlich zugänglich sind – also seit 2017 –, kann ich mich nicht daran erinnern, den Ätna jemals über einen so langen Zeitraum derart „kalt“ gesehen zu haben. Tatsächlich ist auf dem jüngsten Sentinel-Satellitenbild von gestern nun wieder eine sehr kleine thermische Anomalie im beschriebenen Schlot des Voragine-Kegels auszumachen. Sie fällt allerdings erst auf den zweiten Blick auf. Vermutlich stammt die Aufnahme aus der Anfangsphase der wiederauflebenden Aktivität. Die übrigen Schlote bleiben weiterhin kalt.

Besonders bemerkenswert ist, dass bereits seit Herbst 2025 keine thermischen Anomalien mehr im Südostkraterkegel registriert wurden. Offenbar ist dessen Fördersystem von den übrigen Gipfelkratern isoliert und wird derzeit nicht mehr mit frischem Magma versorgt.

Bereits die letzten Monatsberichte des INGV zeigten, dass sich die Tremorquellen unter den Nordsektor des Gipfelkraterbereichs verlagert hatten und zeitweise sogar deutlich über den eigentlichen Kraterbereich hinaus nach Nordwesten wanderten. Neben der Voragine war insbesondere der benachbarte Nordostkrater vor Beginn der Ruhephase am aktivsten. Dort ereigneten sich Ende 2025 auch die letzten größeren Eruptionen.