Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser
Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm, Geröll und Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und andere Güter. Es entstanden große Schäden an Häusern, Brücken und Verkehrswegen. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.
Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.
Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.
Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.
Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.
In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.
Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.
Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.