Island: Erdbeben und Bodenhebung am 19. April

Erhöhte Seismizität auf Island – Schwarmbeben an der Tjörnes-Fracture-Zone

Seit einigen Tagen zeigt die IMO-Shakemap eine zunehmende seismische Aktivität in mehreren Regionen Islands an. Insgesamt ereigneten sich innerhalb von zwei Tagen rund 230 automatisch detektierte Erdbeben. Besonders auffällig ist ein Schwarmbeben an der TFZ (Tjörnes-Fracture-Zone) vor der Nordküste der Insel. Aber auch an einigen Zentralvulkanen wie Bárðarbunga und Katla werden Erdbeben registriert. Die Mehrzahl der Beben wurde allerdings noch nicht von einem Seismologen überprüft und bestätigt. Auf Reykjanes hält die Bodenhebung weiter an, während die Seismizität insbesondere bei Svartsengi gering ist. 

Bodenhebung

Im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi treten weiterhin nur wenige Erdbeben auf, wobei ein schwaches Mikrobeben hervorzuheben ist, das sich am Freitagabend unter Grindavík ereignete. Obwohl die Seismizität dort gering ist und man fast von einer seismischen Lücke sprechen kann – da in benachbarten Systemen durchaus Aktivität herrscht –, setzt sich die Bodenhebung fort. Entgegen den GNSS-Messungen vom März scheint sie sich im Vergleich zum Jahresanfang nicht signifikant verlangsamt zu haben. Entweder waren die Messungen ungenau, oder die Bodenhebung hat sich im April wieder auf frühere Werte beschleunigt. Da in der vergangenen Woche gemeldet wurde, dass sich seit Ende der letzten Eruption im August 2025 bereits 25 Millionen Kubikmeter Magma akkumuliert haben, ist eher davon auszugehen, dass die Messwerte fehlerhaft waren und der Magmaaufstieg kontinuierlich anhielt. Dies bestätigt die Einschätzung der IMO-Forscher, dass es weiterhin jederzeit zu einem neuen Vulkanausbruch entlang der Sundhnúkur-Spalte kommen kann.

Seismizität

Neben Svartsengi befinden sich auch die beiden Zentralvulkane Katla und Bárðarbunga in einem langsamen, aber stetigen Aufladungsprozess, der sich in erhöhter Seismizität widerspiegelt. Die Deformationsdaten sind hier zwar weniger eindeutig als bei Svartsengi, was jedoch daran liegen könnte, dass die Messung der Bodenverformung bei diesen subglazialen Vulkanen deutlich schwieriger ist.

Im Westen Islands wurden im Bereich von Grjótárvatn ebenfalls einige schwache Erdbeben in Tiefen von mehr als 15 Kilometern registriert. Auch hier wird ein magmatischer Zusammenhang vermutet. Innerhalb von 48 Stunden wurden 15 Erschütterungen detektiert.

Die meisten Beben – insgesamt 137 – traten jedoch an der eingangs erwähnten Tjörnes-Fracture-Zone auf. Diese seismische Zone befindet sich dort, wo die Hauptstörungszonen Islands mit dem Mittelatlantischen Rücken verschmelzen. Neben starken tektonischen Prozessen spielt hier auch Magmatismus eine Rolle, insbesondere in der Nähe der Insel Grímsey, wo sich ein submarines Vulkanfeld befindet.