Schwarmbeben unter der Katla – 28 Beben innerhalb von zwei Tagen
Unter einem der gefährlichsten Vulkane Islands ereigneten sich in den letzten 2 Tagen 28 Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,7 und manifestierte sich auf dem Niveau des Meeresspiegels, der sich gut 1500 m unterhalb des Gletschers Myrdalsjökull befindet, der den großen Zentralvulkan bedeckt. Das Epizentrum des Bebens wurde 4,0 km nordöstlich von Goðabunga verortet. Der Erdstoß ereignete sich am Sonntagabend um 17:54:34 Uhr UTC. Das jüngste Beben der Serie wurde heute Morgen registriert. Der Erdbebenschwarm könnte sich fortsetzen.

In den letzten Monaten wurde eine kontinuierlich erhöhte Seismizität unter Myrdalsjökull und Katla registriert, was nach Meinung vieler Geowissenschaftler auf eine erhöhte hydrothermale und evtl. auch magmatische Aktivität des Vulkans zurückzuführen ist. Katla steht schon seit Jahren im Fokus von Wissenschaft und Zivilschutz, da ein größerer Ausbruch des Vulkans befürchtet wird. Seit Juni zeigt der GNNS-Sensor AUST auf dem Gletscher eine steil verlaufende Bodenhebung von ca. 50 mm, doch ob sie durch Magma hervorgerufen wird, ist unsicher. Vielmehr könnte es sich um Schmelzwassersammlungen unter dem Eis handeln, die sich bald in einem Gletscherlauf entleeren könnten. Solche Gletscherläufe ereignen sich immer wieder und stellen eine Gefahr entlang der entwässernden Flussläufe am Gletscher dar.
Im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi gab es erneut vereinzelte Erdbeben. Die Messungen zur Bodenhebung zeigen an einigen Stationen nahe des Geothermalkraftwerks Svartsengi eine leichte Bodenhebung an. Auffällig ist, dass es an den weiter südlich gelegenen Messpunkten in den letzten Tagen zu einer deutlichen Subsidenz, sprich Bodenabsenkung, gekommen zu sein scheint. Das betrifft vor allem die Stationen im Bereich von Grindavík. Damit einher geht eine horizontale Bodenverschiebung in Richtung Osten. Ob es sich um Messfehler handelt oder um tatsächliche Bodenbewegungen, wird sich erst in einigen Tagen bestätigen.
Ob es in dem Gebiet zu einer weiteren Eruption kommen wird, ist unklar, obgleich die IMO-Vulkanologen das immer noch als ein wahrscheinliches Szenario in Betracht ziehen. Das nächste Naturschauspiel, auf das man sich auf Island vorbereitet, ist die totale Sonnenfinsternis am 12. August, die von den Westfjorden aus zu sehen ist. Flüge nach Island sind zu diesem Termin bereits seit Monaten ausgebucht.