Vulkan Mayon: Lavaströme und Ascheerutpionen

Mayon eruptiert Aschewolken und löst Ascheniederschlag in Legazpi aus

Der Vulkan Mayon bleibt auch am Tag 209 nach Eruptionsbeginn weiterhin effusiv und explosiv aktiv. Nach Angaben des philippinischen Vulkanobservatoriums PHIVOLCS wird der Dom im Gipfelkrater weiterhin mit Lava versorgt und speist drei Lavaströme auf den Vulkanflanken. Am 2. August kam es zudem zu weiteren Ascheemissionen, die vom VAAC Tokio registriert wurden.

Mayon

Demnach ereignete sich der Ausbruch um 07:19 UTC (15:19 Uhr Ortszeit). Die Aschewolke erreichte eine Höhe von 2.700 Metern über dem Meeresspiegel und wurde mit dem Wind nach Osten verfrachtet. Auf Satellitenbildern ließ sich die Vulkanasche aufgrund der Wetterbedingungen anschließend nicht mehr eindeutig identifizieren. Das VAAC veröffentlichte dennoch eine Warnung für die Luftfahrt.

Auch die Livecams von PHIVOLCS dokumentierten die Ascheemissionen, die allerdings kaum die meteorologischen Wolken durchbrachen, die den Gipfel des Mayon seit Tagen einhüllen. Die Ascheemission vom Sonntagnachmittag dauerte rund eine Minute und erzeugte eine graue Eruptionswolke, die etwa 200 Meter über den Krater aufstieg und ostwärts zog. Darüber hinaus strömt weiterhin Lava durch mehrere Schluchten an den Flanken des Vulkans. Die längsten Lavaströme reichen derzeit bis zu 3,8 Kilometer in die Basud-Schlucht, 3,2 Kilometer in die Bonga-Schlucht und 2,7 Kilometer in die Mi-isi-Schlucht.

Noch nicht von offiziellen Stellen bestätigt sind Ascheemissionen, die man heute auf der AFAR-TV-Livecam beobachten konnte. Zwar war eine Eruption aufgrund dichter Bewölkung nicht zu erkennen gewesen, dennoch prasselten im Sichtfeld der Livecam Asche und Lapilli nieder. Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich dabei um von starken Winden aufgewirbelte Asche handelte, so wie wir es aktuell am Bezymianny auf Kamtschatka sehen.

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden registrierten die Messstationen 21 vulkanische Erdbeben sowie elf Signale von Steinschlägen. Die Schwefeldioxid-Emission belief sich am 2. August auf 1.798 Tonnen pro Tag. Zudem wird weiterhin eine Aufblähung (Inflation) des Vulkangebäudes beobachtet, auch wenn im nordöstlichen Sektor kurzfristig eine leichte Deflation gemessen wurde. Nachts ist über dem Krater ein mäßiges Glühen sichtbar.

Die Alarmstufe bleibt unverändert auf Alert Level 3, was einen Zustand magmatischer Unruhe mit der Möglichkeit weiterer Eruptionen bedeutet. PHIVOLCS warnt eindringlich davor, die sechs Kilometer umfassende permanente Gefahrenzone zu betreten. Zu den möglichen Gefahren zählen explosive Ascheeruptionen, pyroklastische Dichteströme, Lavafontänen, Lavastromaktivität, Steinschläge sowie Lahare bei anhaltenden oder starken Regenfällen. Auch der Flugverkehr sollte den Bereich in Gipfelnähe weiterhin meiden.