Schwarmbeben bei Hengill entwickelt sich immer stärker – größte Magnitude 4,5
Der Erdbebenschwarm, der bereits seit dem Wochenende im Hengill-Gebiet aktiv ist und mich bereits veranlasste, 2 Berichte darüber zu schreiben, hat sich im Laufe des Nachmittags weiter intensiviert: Um 13:45 Uhr ereignete sich westlich von Húsmúli ein Erdbeben der Magnitude 4,5. Es war eines der stärksten Erdbeben auf der Reykjanes-Halbinsel seit mehreren Monaten. Dem Isländischen Wetterdienst liegen zahlreiche Meldungen vor, wonach das Beben in weiten Teilen Südwestislands deutlich wahrgenommen wurde, unter anderem in Akranes sowie im Gebiet südlich des Eyjafjöll und natürlich in Reykjavik selbst. Berichte über Schäden liegen nicht vor.

In unmittelbarer Nähe des Epizentrums wurde das Beben als starkes Rütteln wahrgenommen, begleitet von sichtbaren Bewegungen von Gegenständen sowie hörbaren Geräuschen wie einem tiefen Grollen. Mit zunehmender Entfernung nahm die Intensität der Erschütterungen deutlich ab, sodass das Beben in größerer Distanz nur noch schwach spürbar war.
Das Schwarmbeben begann bereits gestern Morgen, am 31. Mai gegen 7 Uhr. Seitdem wurden mehr als 700 Einzelbeben registriert. 4 Erschütterungen lagen im Dreierbereich, 14 Beben hatten Magnituden zwischen 2 und 3. Für die kommenden Tagen ist weiterhin mit Erdbeben zu rechnen.
Laut IMO-Analysen deuten die Bruchmechanismen der stärksten Ereignisse sowie die räumliche Verteilung der Nachbeben darauf hin, dass es sich um Blattverschiebungsbeben entlang einer Nord-Süd verlaufenden Störung innerhalb der Suðurland-Reykjanes-Störungszone handelt. Demnach steht das Geschehen nicht mit magmatischen Prozessen im Zusammenhang. Ebendsowenig gibt es Hinweise darauf, dass die Erdbeben Manmade sind und mit dem Geothermalkraftwerk im Zusammenhang stehen.
Die Erschütterungen wirken sich bis jetzt auch nicht auf das Magmareservoir bei Svartsengi aus, obgleich sich hier seit dem letzten August fast 27 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt haben. Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass eine Eruption hier in den nächsten Stunden oder Tagen getriggert wird.
Übrigens gab es auch ein Erdbeben Mb 3,7 unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunga.