Lavafontänen-Episode Nr. 48 am Kilauea-Vulkan: Glühende Lava schießt hunderte Meter hoch in den Himmel
Am Vulkan Kilauea auf Hawaii hat heute Morgen gegen 4:40 Uhr HST (16:40 Uhr MESZ) die lange erwartete Lavafontänen-Episode Nr. 48 begonnen. Die Lavafontäne baut sich vergleichsweise langsam auf und hat zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht ihre volle Größe erreicht. Die Lavafontäne ist ungefähr 200 Meter hoch und beginnt gerade erst so gewaltig zu werden, dass aufgewirbelte Tephra aufzusteigen beginnt. Das Ereignis ist sehr gut via HVO-Livestream zu beobachten.
Bereits kurz vor 4:40 Uhr HST war absehbar, dass sich aus einem der bekannten Lavaüberläufe einen Fontäne entwickeln könnte. Kontinuierliches Lavafontänieren setzte gegen 04:50 Uhr ein, als aus einer kuppelförmigen Lavaglocke am Nordschlot eine Fontäne wurde. Der Ausbruch wurde von zunehmendem Tremor und schneller Entleerung des Systems begleitet, was sich in einer schnellen Bodenabsenkung bemerkbar macht.
Während die Initialphase verhältnismäßig lange dauerte wuchs die Fontänen im Nordschlot dann schnell von 60 auf 200 Meter an. Sie speist eine Asche- und Gaswolke, die über 6.000 Meter hoch aufsteigt. Das Hawaiian Volcano Observatory meldete zudem eine Aschefallwarnung für Gebiete südwestlich und nordöstlich des Gipfels. Winddaten deuten darauf hin, dass Tephra-Partikel sowohl nach Südwesten als auch nach Norden verfrachtet werden könnten.
Die Eruption bleibt bis jetzt auf den Krater Halemaʻumaʻu innerhalb des Nationalparks Hawaii Volcanoes beschränkt. Behörden halten die Alarmstufe WATCH und den Luftfahrtfarbcode ORANGE aufrecht, da die Aktivität weiterhin anhält.
Besonders gefährlich sind feine Aschepartikel und Pele’s Haare, die sich über weite Strecken verteilen können. In einem Radius von etwa fünf Kilometern könnte der Ascheniederschlag besonders stark ausfallen.
Die Episode zeigt erneut die Dynamik des aktiven Gipfelevents, das seit Ende 2024 wiederholt eruptive Phasen hervorbringt.
