Island: Nächtliches Schwarmbeben bei Reykjanestá

Erdbebenschwarm erschüttert Südwestspitze von Reykjanes – stärkstes Beben Mb 3,3

Datum: 28.11.2025 | Zeit: 23:13:49 UTC | Koordinaten 63.629 ; -23.503 | Tiefe: 10 km | Mb 3,3

In der Nacht zum Samstag wurde das Reykjanes-Spaltensystem von mehreren Erdbeben an 2 Lokationen erschüttert. Zuerst bebte es 12.0 km westsüdwestlich von Geirfugladrangur, in der Nähe der kleine Insel Eldey. Hier manifestierte sich um 23:13:49 UTC das stärkste Beben der Serie: es hatte eine Magnitude von 3,3 und ein Hypozentrum in 10 Kilometern Tiefe. Es gab an dieser Stelle noch einige schwächere Erdbeben. In den Frühen Morgenstunden des Samstags ereignete sich dann kurz vor der Küste von Reykjanestá ein kleines Schwarmbeben. Hier gab es 12 Beben. Die beiden stärksten hatten die Magnituden 2,5 und 2,4. Die restlichen beben lagen im Bereich der Mikroseismizität.

Reykjanes. © IMO

Das Reykjanes-Spaltensystem – und besonders der Offshore-Teil – ist mit dem mittelatlantischen Rücken assoziiert, der sich auf der Reykjanes-Halbinsel an Land fortsetzt. Die Beben hier können rein tektonischer Natur sein, aber auch mit Fluidbewegungen im Zusammenhang stehen. Ebenfalls Fluidgesteuert könnte ein Mikrobeben unter Grindavik im benachbarten Svartsengi-Spaltensystem gewesen sein. Interessanterweise bebt es hier momentan am häufigsten unter der leidgeplagten Stadt, die vor 2 Jahren von starken Erdbewegungen heimgesucht und schwer beschädigt wurde. Generell bewegt sich die Seismizität im Svartsengigebiet auf niedrigem Niveau, obwohl sich hier der Boden hebt. Dass lässt darauf schließen, dass alles was tektonisch brechen konnte bereits gebrochen ist. Nach wie vor bleibt die Unsicherheit groß, wann es zum nächsten eruptiven Ereignis kommen wird.

Wandern wird auf unserer gedanklichen Reise auf Reykjanes ein Vulkansystem weiter nach Westen, sehen wir, dass es heute im Bereich des Fagradalsfjall eine leicht erhöhte Seismizität gibt: hier wurden 3 Mikrobeben detektiert. Ruhiger ist es indes im Krysuvik-System geworden, wo in den letzten 24 Stunden nur 2 Erschütterungen hinzu kamen.

Insgesamt registrierte IMO im Bereich des Reykjanes-Rückens innerhalb von 48 Stunden 40 Erschütterungen – kein Spitzenwert, aber ein Anzeichen, dass die seismovulkansiche Aktivität der Region weiter geht, auch wenn es im Jahresverlauf ruhiger geworden ist.