Island: Rekordmenge an Magma angesammelt

Rekordmenge Magma unter Svartsengi – Vulkanausbruch auf Island bleibt wahrscheinlich

Obwohl sich die Bodenhebung im Bereich von Svartsengi auf Reykjanes in den letzten Tagen weiter verlangsamte, hat sich unter dem Vulkansystem inzwischen mehr Magma angesammelt als je zuvor seit Beginn der aktuellen Eruptionsserie im November 2023. Nach neuesten Modellrechnungen befinden sich inzwischen mehr als 24 Millionen Kubikmeter geschmolzenes Gestein im Magmareservoir – ein Höchstwert im bisherigen Verlauf der Aktivität.

Magmaansammlung

Trotz der derzeit vergleichsweise langsamen Magmazufuhr sehen IMO-Vulkanologen keinen Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: Magmaintrusionen und Vulkanausbrüche entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe gelten weiterhin als wahrscheinlichstes Szenario. Die große Magmamenge erhöht sogar die Möglichkeit, dass ein zukünftiger Ausbruch stärker ausfallen könnte als die bisherigen Ereignisse, sofern das Magma die Oberfläche erreicht.

Ein langsames Wachstum der Magmaansammlung ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Ein Blick auf die Krafla-Eruptionsserie zwischen 1975 und 1984 zeigt, dass selbst über mehrere Jahre hinweg geringe Magmazufuhr in einem großen Ausbruch gipfeln kann. Damals verlangsamte sich die Aktivität deutlich, bevor es nach einer dreijährigen Pause 1984 zum größten Ausbruch der Serie kam.

Nach Meinung der IMO-Vulkanologen gilt auch für Svartsengi: Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass die Eruptionsphase endet. Das Vulkansystem bleibt auf Warnstufe 2 („deutlich erhöhte Aktivität“). Die Wissenschaftler schreiben, dass erst langfristige Veränderungen in den Messdaten eine Entwarnung rechtfertigen würden.

Hinzu kommt, dass Eruptionszyklen auf der Reykjanes-Halbinsel über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte andauern können – mit teilweise langen Ruhephasen zwischen einzelnen Ausbrüchen. Eine vorübergehende Pause bedeutet daher nicht das Ende der Aktivität.

Die weitere Entwicklung bleibt schwer vorhersehbar. Zwar ist die Magmazufuhr derzeit so langsam wie nie zuvor, gleichzeitig ist die gespeicherte Menge größer als je zuvor. Diese Kombination erschwert Prognosen. Klar ist jedoch: Ein erneuter Ausbruch kann nicht ausgeschlossen werden. Behörden überwachen die Lage rund um die Uhr, und kurzfristige Evakuierungen bleiben möglich.

Erdbeben unter Bardarbunga

Während die Seismizität im Bereich von Svartsenig gering bleibt, gab es gestern Morgen unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunga ein Erdbeben Mb 3,1 in 1,1 Km Tiefe. Im Bereich des Vatnajökulls wurden 32 Beben innerhalb von 48 Stunden registriert,