Stromboli: Lavaüberlauf am 31. März

Ein weiterer Lavaüberlauf am Stromboli – Tremoramplitude erhöht

Am liparischen Inselvulkan Stromboli kommt es gerade wieder zu einem Lavaüberlauf aus dem nördlichsten Schlot, den man trotz schlechten Wetters auf den Livecamaufnahmen erkennen kann. Der kleine Lavastrom ist auf der Sciara del Fuoco unterwegs. Von seiner Front rollen einzelne Gesteinsblöcke den Hang hinab.

Stromboli

Aus seismischer Sicht ist seit etwa 14:45 UTC ein Anstieg der mittleren Amplitude des vulkanischen Tremors zu beobachten – von mittleren auf hohe Werte. Dagegen gibt es keine wesentlichen Veränderungen in der Häufigkeit oder Stärke der explosionsbedingten Erdbeben. Die strombolianische Tätigkeit geht also trotz des Lavastroms weiter.

Die Messdaten des hochfrequenten GNSS-Netzes zeigen keine auffälligen Veränderungen. Daten aus dem Neigungsmessnetz (Klinometer) liegen derzeit nicht vor, da es zu einer Störung der Geräte gekommen ist.

Der Autor dieser Zeilen sitzt gerade 2 Inseln weiter auf Vulcano und plant, morgen zum Stromboli zu fahren. Bis dahin wird der Lavaüberlauf dann wahrscheinlich wieder vorbei sein.

Situation auf Vulcano

Die vulkanische Situation auf Vulcano ist derzeit vergleichsweise entspannt: Der Aufstieg zum Krater ist freigegeben, ebenso der Zugang zum Fumarolenfeld. Bei meinem letzten Besuch hier vor gut 15 Monaten war das Gebiet noch gesperrt.

Gesperrt ist allerdings das bekannte Fangobad am Strand, doch nicht wegen erhöhtem Gasausstoß, sondern wegen ständiger Rechtsstreitigkeiten des privaten Besitzers mit der Kommune Lipari, die offenbar wie jede Bürokratie mit jeder Menge Auflagen den Menschen das Leben schwer macht und kein Interesse zu haben scheint, Steuereinnahmen zu generieren.

Das ca. 70 cm tiefe Schlammbad darf nun nur noch genutzt werden, wenn ein Bademeister vor Ort ist (kein Scheiß), und das lohnt sich für den Betreiber nur während der Saison! Mich lässt sowas immer einfach nur noch sprachlos zurück! Bevor man sich entschloss, damit via Eintritt Geld zu verdienen, war das Fangobad rund um die Uhr von zahlreichen Gästen besucht gewesen, was natürlich Menschen auf die Insel lockte, die nun nicht mehr kommen. Vulcano und Stromboli sind Paradebeispiele dafür, wie zu viel Reglementierung den Untergang des Tourismus herbeiführen kann.