Erdbeben unter verschiedenen Vulkansystemen auf Island – Katla und Bárðarbunga im Fokus
Unter mehreren isländischen Vulkansystemen entlang der beiden Arme der Rift- und Vulkanzonen ist die Erdbebenaktivität erhöht. Besonders im Fokus stehen die Vulkane Katla und Bárðarbunga, wo es heute kleine Erdbebenschwärme gab. Im Bereich von Bárðarbunga und Askja wurden in den letzten 48 Stunden 30 Beben registriert. Unter Katla waren es 20 Erschütterungen. Im Gegensatz zu den Beben der letzten Woche war die Signalqualität diesmal hoch und lag bei 99 %, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Beben real waren und nicht durch Störungen verursacht wurden.

Beide großen Zentralvulkane befinden sich in einem stetigen Stadium der Aufladung, die zumindest im Fall der Katla langsamer verläuft, als man vor Jahren annahm. Statistisch gesehen ist dieser subglaziale Vulkan im Süden Islands, der unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, überfällig. Anders sieht es bei Bárðarbunga aus, der erst im Jahr 2014 eine große Eruption erzeugte. Damals ging man davon aus, dass der Wiederaufladungsprozess Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern könnte. Inzwischen vermuten einige Forscher jedoch, dass die nächste Eruption nicht ganz so lange auf sich warten lassen könnte. Seit Jahresanfang wird hier eine erhöhte Seismizität festgestellt, die sich weniger in massiven Schwarmbeben äußert als in einer recht kontinuierlichen Aktivität mit bis zu zehn schwachen Beben pro Tag.
In Bezug auf die Bodenhebung sieht es an beiden Vulkanen eher ruhig aus. Anders verhält es sich bei Svartsengi auf Reykjanes, wo die Inflation anhält und der Boden mit einer Rate von etwa 0,7 mm pro Tag langsam, aber stetig ansteigt. Es haben sich bereits über 25 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt, und die IMO-Vulkanologen rechnen weiterhin mit einer Eruption entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe.
Die Seismizität in der Bodenhebungszone bleibt gering, und es zeichnet sich eine seismische Lücke ab, da sich in den Spaltensystemen westlich und östlich von Svartsengi durchaus Erdbeben ereignen. Die meisten werden derzeit im Krýsuvík-System und in den Brennisteinsfjöll registriert.
Abseits der beiden Riftarme Islands manifestieren sich an der Basis der Snæfellsnes-Halbinsel Erdbeben beim Grjótárvatn. Auch hier gibt es Hinweise auf Magmaakkumulation in der Tiefe, und langfristig könnte sich ein Vulkanausbruch anbahnen.