Stromboli: Lavastrom bleibt am 6. April aktiv

Krater des Stromboli mit Lavastrom. © Stromboli stati d’animos

Lavastrom am Stromboli weiterhin aktiv – intensivste Episode seit Monaten

Der Liparische Inselvulkan Stromboli ist weiterhin effusiv tätig und erzeugt den größten und am längsten anhaltenden Lavastrom seit mindestens einem Jahr. Aktuelle Beobachtungen von Vulkanologen des INGV belegen jedoch, dass sich die Front des Lavastroms gegenüber gestern zurückgezogen hat und sich nun im mittleren Abschnitt der Sciara del Fuoco befindet. Gestern erreichte die Lavafront noch das Meer. Das Geschehen wird vom Abrollen glühender Gesteinsblöcke begleitet, die teilweise die Küstenlinie erreichen.

Thermalbild

Neben der effusiven Aktivität werden weiterhin die typischen strombolianischen Explosionen registriert, die sowohl aus dem nördlichen als auch aus dem zentral-südlichen Kratersektor aufsteigen. Die geophysikalischen Messdaten zeigen trotz der gesteigerten effusiven Aktivität keine gravierenden Veränderungen: Die Amplitude des vulkanischen Tremors verharrt auf einem mittleren Niveau, während Häufigkeit und Stärke der Explosionsbeben von einem hohen Niveau leicht auf normale Werte zurückgegangen sind. Auch das GNSS-Messnetz liefert keine Hinweise auf eine nennenswerte Deformation des Vulkangebäudes.

Laut dem LGS-Update vom 6. Mai liegt die Anzahl der VLP-Erdbeben nun im oberen mittleren Bereich bei 11,7 Ereignissen pro Stunde. Gleichzeitig ist die Infraschallaktivität erhöht: Explosionen erreichen Schalldrücke von bis zu 1,93 bar und lagen damit gestern noch deutlich über den üblichen Werten. Die Zahl der thermischen Übergänge war mit 731 weiterhin hoch und deutet auf anhaltendes Lavaspattering hin. Gegenüber dem Vortag verringerte sich die Zahl der Übergänge jedoch deutlich.

Auffällig ist die intensive thermische Aktivität im Nordostsektor des Kraters. Dort wurden deutlich erhöhte thermische Signale registriert, während Satellitendaten eine starke Wärmestrahlung von 245 Megawatt anzeigen, die vom Lavastrom ausgeht. Der Schwefeldioxid-Ausstoß bewegt sich mit etwa 110 Tonnen pro Tag im mittleren Bereich.

Gestern erschien der INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum vom 27.04. bis 03.05.2026 zum Stromboli. Der Bericht bestätigt eine vergleichsweise hohe Anzahl stündlicher Eruptionen, die zwischen 14 und 19 schwankte. Erhöht war auch das Verhältnis der Heliumisotope in Ausdünstungen nahe der Fumarole von San Bartolo, was auf einen Magmakörper in größerer Tiefe hindeutet. Die übrigen geophysikalischen und geochemischen Werte blieben unauffällig und lieferten keine Indizien, die die aktuelle Lavastromtätigkeit angekündigt hätten.