Vulkanausbruch am Kilauea: Das war Lavafontänen-Episode Nr. 46

Lavafontänen-Episode 46 endete nach 9 Stunden – Vulkanasche stieg 6 km hoch auf

Die 46. Episode des seit Dezember 2024 anhaltenden Vulkanausbruchs am Kilauea hat am 5. Mai 2026 einen vollständigen eruptiven Zyklus durchlaufen – von einem sich schnell steigernden Beginn am Morgen bis zu einem plötzlichen Ende am späten Nachmittag. Nach gut neun Stunden Aktivität stellte das HVO die Lavafontänen um 17:22 Uhr HST als erloschen fest und senkte kurz darauf die Warnstufe.

Der Ausbruch begann um 08:17 Uhr innerhalb des Halemaʻumaʻu-Kraters mit zunächst einseitiger Aktivität: Lavafontänen traten ausschließlich aus dem nördlichen Schlot aus, während der südliche inaktiv blieb. Bereits wenige Stunden zuvor hatte eine kurze Vorläuferphase mit geringem Lavaüberlauf auf eine bevorstehende Eskalation hingedeutet.

VONA-Warnung

Im Verlauf des Vormittags intensivierte sich die Eruption deutlich. Gegen 09:22 Uhr erreichten die Fontänenhöhen etwa 150 Meter, begleitet von einer Eruptionswolke, die bis auf 4.500 Meter Höhe aufstieg. Kurz darauf wurde eine maximale Höhe der Aschewolke von etwa 6.100 Metern gemessen. Diese Aschewolke wurde durch Höhenwinde nach Nordosten verfrachtet, während bodennahe Winde aus südöstlicher Richtung die Tephra aus dem Gipfelbereich in nördliche und nordwestliche Sektoren transportierten. Das VAAC Washington informierte die Luftfahrt und brachte eine VONA-Warnung heraus.

Zwischen 10:30 und 11:00 Uhr erreichte Episode 46 ihren Höhepunkt. Die Lavafontänen aus dem nördlichen Schlot stiegen auf bis zu 200 Meter an, während der südliche Schlot lediglich sporadische, schwache Aktivität in Form von Lavaspattering und kurzweiligen Minifontänen zeigte. Das HVO kommunizierte zu diesem Zeitpunkt, dass keine weitere Steigerung der Fontänenhöhe zu erwarten sei.

Gleichzeitig breitete sich die eruptive Wolke weiter aus. Feine Asche und Pele-Haare wurden noch in mehreren Kilometern Entfernung gemeldet, unter anderem in Mountain View. In Kraternähe fiel Tephra teils in Lapilli-Größe, während entlang des Highway 11 vereinzelter Tephra-Niederschlag registriert wurde. Die Hauptablagerungszone blieb auf einen Umkreis von etwa fünf Kilometern begrenzt.

Am Nachmittag setzte schließlich ein Rückgang der Aktivität ein. Gegen 14:50 Uhr waren die Fontänen bereits auf etwa 100 Meter geschrumpft, der südliche Schlot vollständig erloschen. Der finale Kollaps der Fontäne erfolgte abrupt um 17:22 Uhr.

Mit dem Ende der Eruption reduzierte sich auch die unmittelbare Gefährdungslage: Die Warnstufe wurde auf „Warnung“ und der Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“ gesenkt. Dennoch bleiben vulkanische Gase, instabile Kraterwände und heiße Lavaströme weiterhin relevante Risiken im Gipfelbereich.

Erdbeben Kilauea. © HVO

Während der Eruption registrierten die Neigungsmesser die gewohnte Deflation des oberen Hangbereichs. Sie betrug ca. 14 µrad. Mit Beendigung der Lavafontänenphase kehrte sich der Abwärtstrend um und es wird wieder Inflation registriert.

Auffällig ist weiterhin die hohe Anzahl an Erdbeben im südlichen Bereich des Halemaʻumaʻu, aber auch im Bereich des unteren Südostrifts bis hin zum Offshorebereich Richtung des submarinen Vulkans Kamaʻehuakanaloa. Gestern wurden 75 Beben registriert, heute waren es bereits fast 40. Die Beben deuten an, dass sich Spannungen im Untergrund verlagern, was letztendlich zu einer Änderung der vulkanischen Aktivität führen könnte.